Finanzsektor am Abgrund: Massiver Stellenabbau ist ein Warnsignal

Auch wenn die vergangenen Tage etwas rauer an den Börsen waren. Grundsätzlich notieren die Aktienmärkte immer noch auf extrem hohen Niveaus. Dabei gehen die Gewinne der Unternehmen doch deutlich zurück. Ich bin aktuell auf Zahlen aus den USA gestoßen, wo nun schon ein Großteil der Unternehmen ihre Zahlen zum dritten Quartal präsentiert haben.

Fakt ist: Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind die Gewinne aller S&P 500 Unternehmen um rund 7 % niedriger ausgefallen. Dabei müssen Sie einen ganz wichtigen Faktor speziell für die USA beachten. Dort sind in den vergangenen Jahren massive Aktienrückkaufprogramme gelaufen.

Bei Aktienrückkäufen setzen die Unternehmen entweder Eigenkapital oder sogar Kredite ein, um Aktien vom Markt zu nehmen. Der Effekt ist einfach. Wenn weniger Aktien auf dem Markt sind, verbessern sich die Bilanzkennzahlen.

Selbst wenn der Gewinn bei den Unternehmen konstant bleibt, steigt der Gewinn pro Aktie klar an, denn es sind einfach weniger Aktien im Umlauf. Diese Programme sind in den vergangenen Jahren massiv in den USA durchgeführt worden. Wenn jetzt trotz dieser Aktienrückkaufprogramme die Gewinne sinken, ist das auf jeden Fall ein Warnsignal für den operativen Zustand der Unternehmen.

Weit über 30.000 Jobs in der Finanzbranche werden wegfallen – allein in Europa

Ein weiteres wichtiges Warnsignal offenbart sich beim Blick auf die Finanzbranche. Wenn doch alles so in bester Ordnung ist, warum laufen dann bei vielen europäischen Banken aktuell massive Programme zum Arbeitsplatzabbau? Sie haben sicherlich von dem massiven Stellenabbau bei der Deutschen Bank gehört. Mehr als 15.000 eigene Mitarbeiter und Servicemitarbeiter anderer Unternehmen sollen ihren Job verlieren.

Die Deutsche Bank ist kein Einzelfall. Credit Suisse aus der Schweiz hat angekündigt rund 5.600 Stellen abzubauen. Standard Chartered aus Großbritannien will sogar 15.000 Mitarbeiter oder 17 % seiner gesamten Mitarbeiter schafft kündigen.

Diese großen Zahlen verdeutlichen einmal mehr vor welch großen Herausforderungen die Finanzbranche immer noch steht. Dabei sind schon Milliardensummen in die Sanierung des Bankensektors geflossen – allerdings bis jetzt nur mit sehr geringem Erfolg. Bei der Aktienauswahl bleibe ich einer Sache im Übrigen weiter treu. Seit der Finanzkrise habe ich keine Bank oder Versicherungsaktie zum Kauf empfohlen. Das Geschäftsmodell der großen Finanzinstitute in Europa und USA ist schlicht und einfach zu undurchsichtig und zu instabil.

Welche Investitionen Ihnen jedoch auch in der aktuellen Marktlage noch attraktive Renditen bieten können, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich

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