Niedrigzinsen führen zum System-Crash

Die Banken befinden sich derzeit in Europa in einer massiven Krise. Das gilt nicht nur für die strauchelnden italienischen Finanzinstitute. Das gilt auch für die Deutsche Bank. Bei der größten deutschen Bank reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Jetzt ist die Aktie auch noch aus dem wichtigen europäischen Index Stoxx 50 geflogen. Der Börsenwert ist mittlerweile einfach zu gering.

Ein wesentlicher Aspekt, warum die Banken derzeit so massiv unter Druck stehen, ist das von den führenden Zentralbanken geschaffene Zinsumfeld. Die Niedrigzinsen sind heute der Hautgrund dafür, warum die Aktien- und Immobilienpreise dermaßen irrational nach oben gehen – es gibt schlicht keine rentable Anlagealternative mehr.

Niedrigzinsen passen nicht in unser Zinssystem

Doch Niedrigzinsen sind nichts, was dauerhaft funktionieren kann, denn unser System ist von vornherein auf ausreichend positive Zinsen angelegt. Genau das habe ich Ihnen schon letztes Jahr in meiner Sonderstudie „Eiszeit bei den Zinsen“ dargelegt, als ich schrieb:

„Niedrigzinsen sind keineswegs ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft floriert und steigende Aktienkurse gerechtfertigt wären, sondern im Gegenteil: Niedrigzinsen zeigen an, dass sich das Finanzsystem in der Endphase befindet und die Zinsen sind nur deshalb so niedrig, weil gerade die Wirtschaft stagniert und es keine rentablen Investitionen mehr gibt.

Die Niedrigzinsen führen jedoch dazu, dass parallel zum sinkenden Zinsniveau Spekulationsblasen sich ausbilden, auf der Suche nach der letzten Renditemöglichkeit. Das gilt vor allem für den Aktien- und Immobilienmarkt, der durch Niedrigzinsen völlig spekulativ aufgeblasen wird.“

Diese durch die niedrigen Zinsen entstandenen Blasen auf dem Aktien- und dem Immobilienmarkt werden platzen und dann wird sich daraus – wie in der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre – eine deflationäre Abwärtsspirale entwickeln. Das bedeutet, dass dann reihenweise Banken kollabieren, viele Vermögen damit verloren sind, der Geldkreislauf stockt und die entstandene Massenarbeitslosigkeit zu einem Einbruch der Massenkaufkraft und damit zu Unternehmenskonkursen führt.

Es droht der Crash

Im Crash explodieren die Zinsen, die Aktien- und Anleihenkurse brechen ein. Die so entstandene Unsicherheit führt zu steigenden Zinsen, weil die kreditgebenden Banken zu enormen Risikoaufschlägen greifen. Durch diese Entwicklung lösen sich dann die euphorischen Erwartungen optimistischer Börsianer in Luft auf und es droht der Crash.

Sie sehen hier ganz deutlich, dass Niedrigzinsen ein klares Krisensignal sind, welches von Ihnen nicht unterschätzt werden sollte.

 

Quelle: Günter Hannich

Gold – keine absolut sichere Geldanlage

Vielfach wird heute angenommen, dass Gold eine “absolut sichere Geldanlage wäre. Genau wie vor einigen Jahren für Investments in Aktien geworben wurde, wird nun weltweit für ein Engagement in Gold geworben. Dabei wird von den Goldjüngern gerne vermittelt, dass es bei dem Edelmetall von jetzt an nur noch nach oben gehen kann.

Diese Meinung vertraten die Goldjünger auch schon 2001/2012. Doch in den Folgejahren stürzte der Goldpreis über etliche Jahre ab. Erst Anfang 2016 kam hier die Trendwende zum Besseren. Doch bei einem Goldpreis von rund 1.300 Dollar hat Gold noch viel Luft bis zum Rekordhoch von über 1.900 Dollar pro Unze.
Gold hilft nur in der Inflation – aber die wird nicht kommen

Tatsächlich ist Gold nur in einer Inflation von Nutzen, in einer Deflation verliert es (wie alle anderen Metalle auch) an Wert. Das Szenario für den kommenden Crash sieht dann folgendermaßen aus:

Ein Crash erschüttert das Vertrauen der Menschen in die Märkte. Jeder ist deshalb bestrebt seine Ersparnisse so schnell wie möglich nach Hause zu holen (bevor die Banken bankrottgehen).

Weil damit Geld in der Wirtschaft fehlt, steigt der Geldwert, bzw. fallen die Preise für alle Waren. Geld wird also wertvoller. Schnell merken die Goldbesitzer, dass sie eigentlich Geld bräuchten um die täglichen Einkäufe zu tätigen. Sie erkennen, dass an der Kasse der Kaufhäuser zwar Bargeld mit Handkuss genommen, Gold jedoch nicht akzeptiert wird. Infolgedessen sind sie dazu gezwungen Gold zu jedem Preis zu verkaufen. Da dies dann im großen Stil geschieht, fällt der Goldpreis plötzlich und das Edelmetall verliert seinen Glanz.

Gold ist damit zwar zur Risikostreuung zu empfehlen, keinesfalls jedoch als ausschließliche Geldanlage.

Gefährliche Diskussion um Goldgeld

Die Diskussion um Goldgeld ist in diesem Zusammenhang sehr gefährlich. Damit werden uninformierte Leute mit psychologischen Mitteln gefangen und eine eigentliche Problemlösung durch eine grundlegende Geldreform wird verhindert. Es ist deshalb heute sehr wichtig, dass die Bevölkerung über die Bestrebungen interessierter Kreise aufgeklärt wird, welche an der Einführung einer Goldwährung (zum eigenen Nutzen!) arbeiten.

Quelle: Günter Hannich

„Am Abgrund“ – Was die EU von Island lernen kann! (5)

Island, mit seinen gerade mal 300.000 Einwohnern, hat gezeigt, wie man mit einer „bürgerfreundlichen“ Politik eine Krise überstehen kann. Denn raffgierige Banker produzierten eine riesige Blase, die platzte und Island an den Rand des Chaos führte. Die Regierung verstaatlichte die Banken, musste aber trotzdem zurücktreten.

Die neue isländische Politik führte dazu, das Land zu retten, ohne die Bürger dafür zu bestrafen. Ganz im Gegenteil. In meiner aktuellen Unangreifbar leben-Reihe habe ich Ihnen ausführlich darüber berichtet.

Auch die USA betreibt eine „Bürgerfeindliche“ dafür aber „Bankenfreundliche“ Politik

Und wissen Sie, was gleichzeitig in den USA geschah? Ich sage es Ihnen: Die krisenverursachenden Banken wurden ebenfalls mit Steuergeldern gerettet. Aber mit dem „geschenkten“ Geld erzielten die Banker erneut riesige Spekulationsgewinne und kassierten frech Bonuszahlungen in Millionenhöhe.

Gleichzeitig verloren vier Millionen US-Bürger ihre Immobilien. So sieht’s leider aus.

Der rasche Aufstieg der „Pleite-Insel“

Island führte strikte Kapitalverkehrskontrollen ein. So wurden die meisten transnationalen Kapitalbewegungen „illegal“. Gleichzeitig verhinderten sie den Abfluss von Kapital (ca. 8 Milliarden US-Dollar, das 50 Prozent des isländischen BIP entspricht). Ohne diese Kapitalverkehrskontrollen wäre die heimische Währung kollabiert. So jedoch wurde sie nicht nur gestärkt, sondern sogar stabilisiert.

Bereits 2011 kehrte die einstige „Pleite-Insel“ wieder an die internationalen Kapitalmärkte zurück. Sie konnte sogar wieder neue Kredite aufnehmen. Ein Jahr später sank die Arbeitslosenquote von 7 % auf unter 5 %. Die Wirtschaft wuchs, der Staatshaushalt war ausgeglichen.

Das kann die EU von Island lernen

Was kann die EU daraus lernen? Es ist notwendig, dass der Staat in Krisenzeiten eingreifen muss. In Island begann dies mit der Verstaatlichung der Banken und der Bestrafung der Verantwortlichen für das Desaster. Sowie mit weiterführenden Stabilisierungsmaßnahmen.

Diese wurden jedoch nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen, wie es in der Europäischen Union üblich ist. Beispielsweise in Griechenland. Ganz im Gegenteil: Die arg gebeutelten Menschen wurden staatlich unterstützt, wo es nur ging.

Unkontrollierte Märkte führen zum Chaos

Ich sage Ihnen: Deregulierte Märkte führen regelmäßig zum Zusammenbruch der Wirtschaftsordnung. Während einige wenige sich daran eine goldene Nase verdienen, leidet der größte Teil der Menschen darunter.

Das Beispiel Island zeigt zweierlei: Zum einen, wie die Raffgier von Bankern ein Land in den Abgrund stößt. Und zum anderen, wie dieses gerettet werden kann, ohne die Bürger dafür zu bestrafen: Mit dem Zerschlagen von Banken, der Unterstützung der Armen und einer Absage an den orthodoxen Sparmaßnahmen.

So sind staatliche Interventionen notwendig, um die Märkte im Sinne des sozialen Gemeinwohls zu lenken. Und darauf kommt es schließlich an.

 

Quelle: Guido Grandt

Geldpolitik: OECD sieht Ende des Machbaren erreicht

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat jetzt darauf hingewiesen, dass die Grenze des Machbaren bei der Liquiditätspolitik der Notenbanken erreicht ist. Trotz der lockersten Geldpolitik aller Zeiten ist es weltweit nicht gelungen, die Produktivität und das Wachstum zu verbessern. Insbesondere gilt das für Europa und China.

Die aktuelle Geldpolitik ist nach Meinung der OECD keine Lösung, sondern die Ursache neuer Probleme. Während das Geld heute in Aktien und Immobilien fließt, fehlt es gleichzeitig für wirkliche Innovationen, die mit entsprechenden Investitionen verbunden wären. Diese wiederum würden dann zur Schaffung neuer Arbeitsplätze führen.

Wo ich der OECD Recht gebe, ist der Punkt, dass die derzeitige Form der Geldpolitik der Notenbanken überhaupt nichts für die reale Wirtschaft bringt. Stattdessen hat sie nur zur Bildung neuer Blasen bei den Aktien- und Immobilienmärkten geführt. Worin ich nicht mit ihr übereinstimme, ist die Vorstellung, die Wachstumsprobleme durch eine schärfere Geldpolitik in den Griff zu bekommen.

Ich bin sicher: Crash lässt sich nicht mehr vermeiden

Das inzwischen erreichte Ausmaß der globalen Wirtschaftsprobleme ist meiner Ansicht nach schon viel zu groß, als dass man den Crash noch vermeiden könnte. Die niedrigen Zinsen sind kein Kennzeichen einer gesunden Wirtschaft, sondern Auswüchse eines Finanzsystems, das sich in der Endphase befindet.

Auch kurz vor der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre waren die Zinssätze extrem gering. Was dann folgte, war jedoch kein weiterer Boom, sondern ein massiver Crash. Genau das erwarte ich auch heute wieder.

Die Geldpolitik ist bereits jetzt schon am Ende und der nächste Knall wird deutlich heftiger ausfallen als die Finanzkrise von 2008. Deshalb ist es für Sie wichtig, dass Sie Ihr Vermögen sturmfest machen. Das tun Sie, indem Sie Ihr Kapital breit streuen, den Aktienanteil mit 25 Prozent klein halten und vor allem sich mit Short-Investments gegen den Crash versichern.

 

Günter Hannich

USA: Die Schuldenbombe tickt immer lauter

US Präsident Barack Obama befindet sich mehr oder weniger schon auf einer Abschiedstour. In wenigen Monaten ist er nicht mehr im Amt. Doch seine Rolle in den Geschichtsbüchern ist jetzt schon gesichert. Kein US Präsident in der Geschichte hat in seiner Amtszeit mehr Schulden angehäuft als Barack Obama.

Dabei schreitet das Schuldenwachstum in den USA unvermittelt weiter voran. Mittlerweile ist die Marke von 19 Billionen Dollar erreicht worden. Sie erinnern sich sicherlich noch an die Diskussionen um die Schuldenobergrenze in den USA. Die wurde in den vergangenen Jahren immer weiter angehoben, so dass es für die US-Regierung kein Problem mehr ist, immer neue Schulden aufzunehmen.

Um Ihnen eine Vorstellung zu geben, was diese Summe tatsächlich ausmacht, reicht folgender Hinweis: Jeder US-Bürger hat derzeit Schulden von 58.000 Dollar. Und hier ist wirklich jeder US-Bürger gemeint vom Säugling bis zum Greis. Im Endeffekt sind es rund 320 Millionen Bürger, die diese Summe an Schulden schultern müssen.

Dabei kommt ein interessanter Aspekt ins Spiel, der von vielen Beobachtern links liegen gelassen wird. Bis zu einem gewissen Grad sind Schulden erst einmal wachstumsfördernd. Und wenn die Wirtschaft läuft, können Schulden von heute tatsächlich in Umsätze von morgen umgewandelt werden.

Neue Schulden bringen kaum noch neues Wachstum

Doch die USA hat nun eine Grenze überschritten an der dies nicht mehr möglich ist. Jetzt ist der Schuldenberg schon so hoch, dass immer mehr neue Schulden aufgenommen werden um überhaupt noch ein Wirtschaftswachstum zu generieren. Die aktuellen Zahlen dazu sind schon erschreckend.

So galt noch bis zum Jahr 2000 die Faustregel, dass 1,70 Dollar an Schulden tatsächlich ein Dollar Wirtschaftswachstum in den USA generieren konnten. Mittlerweile ist es aber so das 3,30 Dollar an neuen Schulden notwendig sind, um ein Dollar Wirtschaftswachstum zu generieren. Hier sehen Sie schon die massive Diskrepanz und die große Gefahr für die US Wirtschaft. Immer mehr Schulden erreichen in der Wirtschaft immer weniger.

Meine Schlussfolgerung daraus ist klar: Das Wachstum der US-Wirtschaft wird auch mittelfristig kaum noch an Dynamik zulegen. Doch noch sind die USA die größte Volkswirtschaft der Welt und ein wichtiger Faktor im globalen Konjunkturumfeld. Daher steht der neue Präsident oder die neue Präsidentin in den USA vor einer Herkulesaufgabe, die meiner Meinung nach kaum zu lösen ist und uns in den kommenden Jahren noch manche Finanzkrise bescheren wird.

 

Quelle: Günter Hannich

Demografieproblem: Rente erst mit 73 droht

Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge, wird die staatliche Rente unter den derzeitigen Gegebenheiten nur dann dauerhaft finanzierbar bleiben, wenn alle heutigen Rentenversicherten unter 40 Jahren erst mit 73 Jahren in den Altersruhestand gehen. Die aktuelle Lebenserwartung für Männer und Frauen im Alter von 40 Jahren beträgt 79 bzw. 84 Jahre.

Damit blieben dann dem künftigen Rentner gerade noch 6 Jahre und der künftigen Rentnerin 11 Jahre, um die Altersrente zu genießen. Da besteht eigentlich nur wenig Anreiz, noch viel Leistung zu erbringen, wenn man davon später nicht mehr profitieren kann. Hintergrund der Problematik ist die demografische Katastrophe.

Derzeit hat Deutschland die weltweit niedrigste Geburtenrate. Jede Generation halbiert sich derzeit, weil immer weniger Kinder, und wenn, dann viel zu spät geboren werden.

Das hat zur Folge, dass den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er-Jahre, die in den nächsten Jahren in Rente gehen, immer weniger Beitragszahler gegenüberstehen, die in die Rentenversicherung einzahlen. Das Rentensystem steht damit vor dem Kollaps.

Rente sinkt immer weiter – hier hilft nur die private Vorsorge

Hinzu kommt für die aktuellen Beitragszahler, dass das Rentenniveau, also die Größenordnung dessen, was künftig vom letzten Nettoeinkommen vor Rentenbeginn tatsächlich an Rente ausgezahlt wird, aufgrund politischer Beschlüsse schon jetzt permanent abgesenkt wird. Das bedeutet konkret, dass sich das Sicherungsniveau von derzeit 47,5 Prozent vor Steuern auf 44,6 Prozent im Jahr 2029 reduziert.

Das heißt für Sie, dass die Rente in Zukunft alles andere als sicher ist. Damit ist aber auch klar, dass Sie sich keineswegs ausschließlich auf die Altersbezüge aus der staatlichen Rentenversicherung verlassen können. Vielmehr sollten Sie sich auf Ihr Vermögen stützen, das Sie aktiv absichern.

Wenn Sie im arbeitsfähigen Alter heißt das eigentlich, dass es sich kaum mehr lohnt, in das Rentensystem einzuzahlen. Sofern Sie aber einer rentenversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, bleibt Ihnen leider nichts anderes übrig. Umso wichtiger ist die private Vorsorge. Hinweise dazu erhalten Sie auch regelmäßig an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich

USA: Die nächste Mega-Krise steht bevor – das zeigt dieser Indikator

Gleich zu Beginn der neuen Woche blicke ich einmal mehr in die Vereinigten Staaten. Das Land ist immer noch extrem für die globale wirtschaftliche Entwicklung. Dort ziehen aber jetzt dunkle Wolken am Horizont auf.

In den vergangenen Wochen bin ich schon regelmäßig auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA eingegangen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Dort deutet sich die nächste Mega-Krise der Wirtschaft an. Ich scheue mich noch vom Crash zu sprechen – obwohl die Anzeichen immer mehr in diese Richtung deuten.

Erst jetzt bin ich bei meinen Recherchen auf einen weiteren wichtigen Indikator gestoßen, der die akute Schwäche in den USA klar anzeigt. Dieses Mal geht es um die Zahlungsausfälle von Unternehmen. In der Praxis bedeutet das: Ausstehende Unternehmensschulden sind bis zu 30 Tage nach der Fälligkeit noch immer nicht bezahlt worden.

Die Unternehmen sind an dieser Stelle noch nicht pleite. Aber wenn Firmen ihre eigenen Anleihengläubiger nicht mehr bezahlen können, ist das ein massives Alarmsignal – zunächst einmal für das Unternehmen.

Immer mehr Unternehmen können Ihre Schulden nicht mehr bezahlen

Wenn so etwas aber gehäuft auftritt, sorgt das auch für größere Probleme bei der gesamten Konjunktur. Genau das passiert aktuell in den USA. Dort steigen die Zahlungsausfälle auf ein extrem hohes Niveau an. Bis 2014 war hier die Lage in Ordnung.

Doch seitdem ist das Volumen der nicht bezahlten Unternehmensschulden um 137% auf jetzt knapp 28 Mrd. Dollar angestiegen. Zunächst sorgten Anfang 2015 vor allem zahlreiche Öl- und Gasfirmen mit zahlungsausfällen für Negativschlagzeilen. Mittlerweile hat sich das Negativszenario aber auch auf viele andere Branche ausgedehnt.

Was glauben Sie wohl, wie die Banken darauf reagieren? Genau, die Banken in den USA schränken die Kreditvergabe an Unternehmen ein. Wenn es erst einmal so weit ist, hat das auch extreme Wirkungen auf die Gesamtkonjunktur. Das Signal solcher Maßnahmen ist fatal.

Für mich ist klar: Die USA befinden sich in einer Abwärtsspirale und nehmen klaren Kurs auf die nächste Mega-Krise. Das werden wir auf jeden Fall auch spüren.

 

Quelle: Günter Hannich

Verschwiegene Reindustrialisierung: „Massenarbeitslosigkeit droht!“ (3)

Da ich, Gott sei Dank, kein Politiker bin und mich deshalb auch nicht „politisch korrekt“ ausdrücken muss, gebe ich Ihnen bei Unangreifbar leben wie gewohnt einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen. So auch bei einem Thema, das mir selbst an die Nieren geht: Es betrifft die anstehende Massenarbeitslosigkeit aufgrund der wachsenden Automatisierung.

Durch die Robotisierung werden Millionen Arbeitsplätze vernichtet

Sie wissen, dass immer mehr Maschinen die menschliche Arbeitskraft ersetzen werden. Laut einer Studie der Volkswirte der Direktbank ING-Diba wird dies dramatische Folgen auf den deutschen Arbeitsplatz haben. Von den rund 31 Millionen sozialversicherungspflichtigen und geringfügig Beschäftigten, die dabei berücksichtigt wurden, die einen Arbeitsplatz haben, werden in den kommenden Jahren fast 60 Prozent abgebaut!

Das entspricht etwa 18,3 Millionen Beschäftigte, die durch Maschinen und Software ersetzt werden. Während die Politik diese Katastrophe verschweigt, sprechen die Eliten hinter verschlossenen Türen darüber. Wie etwa bei der „Global Conference“ in Beverly Hills Anfang Mai 2016.

Vorteile der Eliten durch Automatisierung

Auf der „Global Conference“ kam die Elite hinsichtlich der Vorteile durch die Automatisierung schnell auf den Punkt. Denn diese wird und soll die Qualität der Produkte verbessern sowie die Fehler verringern. Und vor allem: Die Arbeitskraft reduzieren. Damit ist natürlich die menschliche Arbeitskraft gemeint.

Einen wirklich sicheren Arbeitsplatz gibt es somit nicht mehr. Denn clevere Computerprogramme sind die Hauptverursacher für die Lohnstagnation in der Mittelschicht. So einfach ist das.

Nun wissen Sie auch, weshalb Dienstleister in den vergangenen Jahren hunderttausende Arbeitsplätze durch Softwareprogramme ersetzt haben: Aus Kostengründen.

Niemand wird verschont

So werden in den nächsten zehn Jahren auch in den Banken 30 Prozent Stellenkürzungen prognostiziert. Ein Beispiel gefällig? In Dortmund kündigte die Sparkasse Ende 2015 an, 16 Filialen zu schließen und durch Automaten zu ersetzen. Der Finanzdienstleistungssektor steht dahingehend also auch am Pranger. Ein Bankjob ist längst kein sicherer mehr, wie er es über Jahrhunderte hinweg war.

Selbst Mitarbeiter von Anwaltskanzleien werden vom Automatisierungswahn betroffen sein. Schon heute macht dort eine selbstanalysierende Software hochqualifiziertes Personal unnötig.

Genauso Taxi-, Bus- und LKW-Fahrer, weil Branchenunternehmen immer mehr in selbstfahrende Fahrzeuge investieren. Auch hier wieder ein Beispiel: In australischen Minen steuern Roboter die Lastwagen und nicht mehr die menschlichen Fahrer.

Politik macht Werbung für die Automatisierung, ohne die Hintergründe zu erklären

Vielleicht denken Sie jetzt anderes, wenn der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, vor die Kamera tritt und lauthals verkündet, dass die digitalen öffentlichen Dienste modernisiert werden sollen. Und deutlich macht, Europa könne seine führende Rolle nur dann behaupten, wenn sich die Unternehmen erfolgreich und rasch der Digitalisierung öffnen würden.

Oettingers Kollegin Elbieta Biekowska, Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum, legt nach. Für sie ist die Digital- und Realwirtschaft nicht mehr voneinander zu trennen. Notwendig seien Investitionen in digitale Technologien in Bereichen wie fortgeschrittene Fertigung, intelligente Energie, automatisiertes Fahren oder elektronisches Gesundheitswesen. Hier müsse man eine „Führungsrolle“ anstreben.

Automatisierung ist gleich Massenarbeitslosigkeit

Sie wissen jetzt, was diese hehren Worte tatsächlich bedeuten. Dass Digitalisierung, Automatisierung, Robotisierung oder wie immer die Reindustrialisierung auch genannt wird, eines nach sich ziehen wird: Massenarbeitslosigkeit, die klammheimlich verschwiegen wird!

Bleiben Sie bei Unangreifbar Leben dabei, damit Sie immer darüber informiert sind, was sich hinter den Kulissen von Politik und Wirtschaft abspielt.

 

Quell: Guido Grandt

Massenentlassungen in den USA – so hoch wie seit der Finanzkrise nicht mehr

In der vergangenen Woche sind nicht nur die aktuellen Zahlen zu den neuen Arbeitslosen veröffentlicht worden. Gleichzeitig gab es auch Infos darüber, wie viele Jobs die großen US-Konzerne abgebaut haben. Und gerade die letztgenannte Zahl ist dramatisch angestiegen. Nach Angaben von US-Marktexperten sind im April in den USA 65.000 Jobs von Unternehmen gestrichen worden.

Diese Zahl allein sagt noch wenig aus. Doch wenn ich Ihnen jetzt sage, dass dies ein 35-prozentiger Anstieg im Vergleich zum Vormonat ist, dann merken Sie direkt wie stark der Druck auf der US Wirtschaft mittlerweile ist.

Gleichzeitig ist die Zahl 24 % höher als vor einem Jahr. Im Endeffekt ist es jetzt so, dass derzeit so viele Jobs abgebaut werden, wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. In den ersten vier Monaten des Jahres sind in den USA so schon 250.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Bis zu den dramatischen Zahlen aus dem Jahr 2009 ist noch viel Luft nach oben, denn damals verloren knapp 700.000 Menschen nur vier Monaten ihren Job.

Computerbranche an der Spitze bei den Entlassungen – da wird noch viel folgen

Dennoch gibt die aktuelle Entwicklung eine ganz klare Richtung vor. Sehr spannend ist auch der Blick auf die Branchenentwicklung. So haben Computerunternehmen knapp 17.000 Arbeitsplätze gestrichen. Das war der höchste Anteil aller Branchen. Hier fallen auch die 12.000 Jobs mit hinein, die allein der Chiphersteller Intel gestrichen hat. In diesem Jahr liegt die Zahl der gestrichenen Arbeitsplätze in der Computerindustrie unglaubliche 262 % höher als ein Jahr zuvor.

Im US Energiesektor sind seit Anfang vergangenen Jahres schon rund 100.000 Jobs gestrichen worden. Sie sehen: So langsam bereitet sich die schwache wirtschaftliche Stimmung auch auf dem US-Arbeitsmarkt aus. Damit werden die Zeiten von Arbeitslosenquoten im Bereich um 5 % schon bald der Vergangenheit angehören. Und sollte die Arbeitslosenquote erst einmal drehen, würde das weiteren Druck auf die US Wirtschaft auslösen.

Sie sehen hier ganz deutlich: Die Gefahr weiterer wirtschaftlicher Turbulenzen geht ganz klar von den USA aus.

 

Quelle: Günter Hannich

Rohstoff-Krise ist noch lange nicht vorbei

Am Wochenende fand einmal mehr die Invest in Stuttgart statt. Dort gab es einen Lesertreffen für meinen Börsendienst „Crash-Investor“ zusammen mit dem Rohstoffexperten Oliver Groß. Herr Groß vertrat in seinem Vortrag die Ansicht, dass jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, um in Rohstoffe einzusteigen, weil viele Rohstoff- und vor allem Edelmetallminen am Boden wären.

Zu Beginn seiner Ausführungen beschäftigte er sich mit der sehr guten Entwicklung bei Gold im ersten Quartal 2016. Er hob hervor, dass das Edelmetall die beste Preissteigerung innerhalb eines so kurzen Zeitraums gezeigt habe, wie seit 1986 nicht mehr. Anschließend ging er auf die anderen Rohstoffe ein.

Seiner Auffassung nach würde das Wachstum in China so weitergehen, wie in den letzten Jahrzehnten. Deshalb würden Rohstoffe davon profitieren und es wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um auf Industrierohstoffe zu setzen. Doch das sehe ich ganz anders. Deshalb erläuterte ich den Teilnehmern in meinem Vortrag, warum Rohstoffe zurzeit kein gutes Investment sind.

Die Rohstoffpreise kennen seit 2011 nur eine Richtung, nämlich abwärts. So verlor in den letzten 3 Jahren Nickel 45 Prozent, Kupfer 36 Prozent und Blei 25 Prozent an Wert. Dieser drastische Preisverfall bei Industriemetallen zeigt Ihnen schon, dass die produzierende Wirtschaft weltweit in einer Krise steckt.

Gäbe es wirklich einen „Boom“ – wie das immer wieder in den Medien behauptet wird –, dann würde die Nachfrage nach Industriemetallen und damit auch deren Preis steigen.

Von Rohstoffverfall und China-Crash

Ein Hauptgrund für den massiven Preisverfall ist die Wirtschaftsentwicklung in China. Das Land war bisher der größte Rohstoffimporteur. So importierten die Chinesen beispielsweise 50 Prozent des weltweit erzeugten Kupfers. Mir ist schon lange klar, dass China in ernsten Problemen steckt.

Das zeigt sich auch am Frachtvolumen der chinesischen Eisenbahn, das letztes Jahr um fast 12 Prozent eingebrochen ist. Auch die Exporte des Landes sind zuletzt um fast 7 Prozent und die Importe sogar um fast 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Diese Schwäche von China nutzen jetzt immer mehr Spekulanten, allen voran der bekannteste von ihnen, der Großspekulanten George Soros, um gegen die Währung des Landes zu spekulieren. Der deutliche Rückgang der Devisenreserven von ehemals 4 Billionen Dollar im Jahr 2014 auf jetzt nur noch 3,2 Billionen Dollar zeigt, dass das Land massiv gegensteuern muss, um eine Krise zu verhindern.

Da jedoch der Großteil der chinesischen Devisenreserven aus amerikanischen Staatsanleihen besteht, erzeugt der Verkauf dieser Anleihen einen zunehmenden Druck auf den angespannten Anleihenmarkt in den USA. Diese Entwicklung hat das Potenzial die gesamte Weltwirtschaft in ernsthafte Probleme zu stürzen.

 

Quelle: Günter Hannich