Eurokrise: EU steckt in einer existenziellen Krise

Derzeit schauen viele Beobachter hauptsächlich auf die Entwicklung in den USA – kein Wunder. Dort finden auch Anfang November die Präsidentschaftswahlen statt. Doch in Europa geht die Krise unvermindert weiter. Die Krise hat mit dem Euro begonnen. Aber jetzt hat sie auch die gesamte EU in Beschlag genommen.

Der Höhepunkt war ohne Frage die Brexit-Entscheidung  in Großbritannien im Juni. Das hat sehr vielverändert für das ganze Projekt Europa. Vor welchen großen Herausforderungen die EU aktuell steht, treibt auch die EU-Kommission um.

So hat erst kürzlich EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker in einer Grundsatzrede zur Lage der Union 2016 vor dem Europäischen Parlament in Straßburg erklärt, dass sich die Gemeinschaft teilweise in einer existenziellen Krise befindet. Die Mitgliedsländer dächten mehr an ihre eigenen Interessen und die Zahl der Bereiche einer solidarischen Zusammenarbeit sei zu klein. Damit würden die EU-Staaten nur Populisten in die Hände spielen.

EU wird nicht dauerhaft Bestand haben

Hier bestätigt sich meine Einschätzung, dass die EU keinen dauerhaften Bestand haben wird. Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU, sind die Tage dieser Zwangsgemeinschaft ohnehin gezählt. Bisher gab es immer nur eine Ausweitung, jetzt ist dieses Jahr erstmals ein Land ausgetreten. Damit ist das Vertrauen in diesen Zwangsverbund nachhaltig gestört, was zu einem weiteren Verfall führen wird. Außerdem rächt sich zusehends, dass die EU eben nicht demokratisch legitimiert wurde.

Bis auf das Europäische Parlament ist keine Institution durch ein demokratisches Votum, also durch Wahlen, zustande gekommen. Und in den wenigsten Mitgliedsländern wurde darüber abgestimmt, ob die Bevölkerung einen solchen Staatenverbund mit einer Zentralregierung in Brüssel überhaupt will.

Darüber hinaus werden häufig weitreichende Entscheidungen von teilweise hinter verschlossenen Türen tagenden Zirkeln getroffen, allen voran die EU-Kommission, der Rat der Staats- und Regierungs-Chefs und die Ministerräte, die ebenfalls keine wirkliche demokratische Legitimation haben.

Sichern Sie sich aktiv vor dem kommenden Euro-Crash ab

Deshalb bleibe ich bei meiner Einschätzung: Scheitert die EU, dann scheitert auch deren Gemeinschaftswährung Euro. Das ist der Grund, warum ich Ihnen dringend empfehle, sich aktiv auf einen Eurocrash vorzubereiten.

 

Quelle: Günter Hannich

Wann kommt der große Knall?

Nur mit Müh und Not gelingt es den Notenbanken, das Finanzsystem noch zusammen zu halten. Doch seit der letzten Krise krachts global an allen Ecken und Enden. Besonderes Problem: Reiche werden immer reicher und unten bleibt nur noch das Hamsterrad.

2016 haben wir es mit einer zunehmend ungerechten Welt zu tun. Das liegt nicht zuletzt an einer massiven, insbesondere zins- bzw. renditebedingten, Vermögens(um)verteilung. Diese hat eine immer stärker zunehmende Vermögens- und Machtkonzentration an der Spitze der Gesellschaft zur Folge.

Der Oxfam-Bericht Anfang 2015 legte offen, dass ein Prozent der Weltbevölkerung mittlerweile mehr als die Hälfte des weltweiten Vermögens besitzt. Gerade die Deregulierung der Finanzmärkte in den USA führte dazu, dass die oberen 10 Prozent der Bevölkerung seither einen überdurchschnittlichen Einkommenszuwachs verzeichnen konnten, während der Großteil der Menschen sich immer schneller im Hamsterrad des Wirtschaftssystems drehen muss um die exorbitanten Renditen weniger Reicher zu erwirtschaften. Wir befinden uns in einer Situation, da der Anteil der oberen 10 Prozent am Gesamteinkommen genauso groß ist wie 1929 – kurz vor der Großen Depression.

Noch deutlicher wird diese Ungleichheit, wenn man betrachtet, dass 146 multinationale Konzerne über mehr als die Hälfte des weltweit zirkulierenden Kapitals verfügen. Damit haben wenige Unternehmen ein Machtgefüge errichtet, dem sich die Politik ob dessen Dominanz nur unterwerfen kann. Heute bestimmt die Weltwirtschaft das politische Geschehen deutlicher als je zuvor und ein Ende dieser Entwicklungen ist nicht in Sicht. Vielmehr ist zu erwarten, dass sich die Situation weiter zuspitzt.

Worin liegen aber tiefere Ursachen der Krisen, die in ständig neuen Worthülsen gekleidet, jedoch stets gleichen Mustern an zerstörerischer Kraft gewinnen und immer wiederkehren?

Wir haben uns auf die Suche der wahren Gründe der Schulden- und Finanzkrise begeben. Die Erkenntnisse waren für studierte Ökonomen nicht einfach zu verdauen. Schließlich bewiesen sie, dass ein wesentlicher Bestandteil, das Fundament der Wirtschaftslehre und insbesondere der Geldpolitik, während des Studiums der Volkswirtschaftslehre – vielleicht sogar ganz bewusst vergessen wurde.

Die wichtigste Erkenntnis war, dass jeder Geldschein, der jemals gedruckt wurde, nichts anderes als einen Schuldschein oder Schulden darstellt. Geld entsteht in unserem Wirtschaftssystem und zwar von Beginn an, ausschließlich durch Schulden bzw. Kreditaufnahme. Schon Privatbanken leihen sich bei der Zentralbank Geld gegen Zinsen und geben es dann an Staaten im Austausch gegen Staatsanleihen weiter.

Denkt man einen Schritt weiter sind Guthaben und Schulden lediglich zwei Seiten derselben Medaille. Zwei Billionen Euro Schulden des deutschen Staates (bzw. der Bürger des deutschen Staates, schließlich bilden sie den Staat) bedeuten, dass auf der anderen Seite zwei Billionen Euro Guthaben stehen.

Unglücklicherweise können diese Schulden lediglich durch neue immer höhere Kredite kurzfristig ausgeglichen werden. Diese sind jedoch erneut mit Zinsen versehen. Das führt in eine unaufhaltsame Spirale der Geldproduktion die die Europäische Zentralbank seit ca. einem Jahr mit dem Aufkauf fauler Staatsanleihen weiter befeuert hat. Einzige Profiteure dieser hochriskanten Strategie sind die Teilnehmer der Finanzmärkte, da der Großteil dieses Geldes niemals dem „einfachen Griechen“ erreichen wird, sondern auf der Suche nach der maximalen Rendite in den nebulösen Sphären der Aktienmärkte spurlos verschwindet.

Alte Schulden können also nur mit neuen „zinsbelasteten“ Schulden „begleichen“ werden. Die Zinsen auf Schulden, in diesem Falle Zinsen auf Staatsanleihen – die Schuldscheine des deutschen Staates -, zahlen wir alle indirekt mit unseren Steuern. De facto sind Zinsen auf Staatsanleihen der zweitgrößte Posten im Bundeshaushalt! Im Jahr 2010 hat der Bund 319,5 Milliarden Euro ausgegeben. 2010 entfielen knapp 39 Milliarden Euro auf Zinsen. Damit übersteigen sie die anderen Ausgabenposten im Bundeshaushalt wie z.B. Verkehr (26 Milliarden), Gesundheit (16 Milliarden) und Familie (6,5 Milliarden) bei weitem!

Neben bedenklichen sozialen Konsequenzen verschlimmert diese problematische Funktionsweise des Geldsystems auch eine bereits stark angeschlagene Ökologie. Schließlich müssen die Zinsen für die Schulden immerzu erarbeitet werden, um einen Wirtschaftskollaps zu vermeiden. Außerdem bedeutet eine immer weiter zunehmende Gesamtzinslast, dass sich auch die Wirtschaft immer weiter beschleunigen muss, um dem exponentiellen Charakter des Zinses beizukommen.

In der Kombination der Funktionsweise, dass Geld ausschließlich per Kredit entstehen kann und immer mit Zins versehen ist der sich zu einem Zinseszins akkumulieren kann, liegt eine wesentliche Ursache für die dauerhafte Proklamation von Wirtschaftswachstum. Nur so sind die Zinszahlungen auch weiterhin gewährleistet. Doch unendliches Wirtschaftswachstum in einer endlichen Welt hat schon der Club of Rome schon vor 44 Jahren, 1972, für unmöglich bezeichnet. Dies verdeutlicht eine Grafik aus „Tag auf Tag im Hamsterrad“ (S. 77) sehr deutlich. Während die Wirtschaft nämlich höchstens linear wachsen kann, beschreibt das ökologische Wachstum einen logarithmischen Verlauf und das Zinswachstum einen exponentiellen.

Es ist an der Zeit aufzuwachen und dieser Tatsache ins Auge zu sehen. Es herrscht lediglich ein Informationsdefizit in der Bevölkerung angesichts eines Geldsystems, das eine Halbwertszeit besitzt. Je mehr Menschen sich jedoch auf die Suche nach nachhaltigeren und ethisch und sozial gerechteren Wirtschaftssystemen begeben, umso schneller werden wertvolle Erkenntnisse auf Gesamtgesellschaftlicher oder gar Globaler Ebene Realität.

 

Quelle: Christopher Klein und Jens Helbig

Bargeldeinschränkung: Minister fordert Grenze von 5.000 Euro

Das Bargeld befindet sich auf dem Rückzug. Immer mehr Bundesbürger zahlen mit Giralgeld und setzen EC-und Kreditkarten zum Einkaufen ein. Dennoch ist der Anteil des Bargeldeinsatzes in Deutschland noch deutlich höher als in vielen anderen wie beispielsweise den USA. Dennoch ist das Thema Bargeldabschaffung noch lange nicht vom Tisch.

Das zeigte sich erneut in der Forderung des saarländischen Finanzministers Stephan Toscani, eine Grenze von 5.000 Euro für Zahlungen mit Bargeld einzuführen. Zwar solle Bargeld an sich beibehalten werden, aber diese Grenze sei wegen angeblich zunehmender Geldwäscheaktivitäten bei uns notwendig.

Von der Einschränkung zum Verbot

Meiner Ansicht nach dient diese ganze Diskussion über Bargeldeinschränkungen nur dazu, um letztlich eine Bargeldabschaffung durchzusetzen. Solch eine Grenze von 5.000 Euro kann dann sukzessive abgesenkt werden, bis am Ende nur noch Kleinbeträge bar bezahlt werden dürfen. Eine Grenze zur Bargeldnutzung ist deshalb auch gleichzeitig der erste Schritt zu dessen Abschaffung.

Doch eine Bargeldabschaffung hätte für Sie fatale Konsequenzen. Sie sind dann völlig an das Bankensystem gebunden und bei einer Bankenkrise könnten Sie Ihre Bankeinlagen durch Abhebungen nicht mehr in Sicherheit bringen, sondern müssten zusehen, wie Ihr Geld mit der Bank untergeht.

Außerdem können Sie dann keinen Negativzinsen mehr ausweichen. Genau darum geht es den Bargeldgegnern. Jeder soll voll im System integriert sein und bei einer Krise keine Möglichkeit mehr haben, seine Geldeinlagen zu retten. Dazu kommt dann noch die Überwachung, der Sie dann ausgesetzt sind. Jeder Ihrer Käufe würde festgehalten und es wird gespeichert, wann Sie was, wo und zu welchem Preis gekauft haben. Sie werden damit zum „Gläsernen Bürger“.

Meine Empfehlungen: Setzen Sie vermehrt Bargeld ein

Deshalb lautet meine Empfehlung an Sie: Nutzen Sie schon heute so oft wie möglich Bargeld zum Bezahlen. So zeigen Sie den Verantwortlichen am besten, dass Sie nicht bereit sind, auf das sicherste und anonymste Zahlungsmittel zu verzichten. Legen Sie sich dazu noch einen Bargeldvorrat an, mit dem Sie im Fall geschlossener Bankschalter mindestens zwei Monate Ihren Lebensstandard finanzieren können.

 

Quelle: Günter Hannich

Niedrigzinsen führen zum System-Crash

Die Banken befinden sich derzeit in Europa in einer massiven Krise. Das gilt nicht nur für die strauchelnden italienischen Finanzinstitute. Das gilt auch für die Deutsche Bank. Bei der größten deutschen Bank reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Jetzt ist die Aktie auch noch aus dem wichtigen europäischen Index Stoxx 50 geflogen. Der Börsenwert ist mittlerweile einfach zu gering.

Ein wesentlicher Aspekt, warum die Banken derzeit so massiv unter Druck stehen, ist das von den führenden Zentralbanken geschaffene Zinsumfeld. Die Niedrigzinsen sind heute der Hautgrund dafür, warum die Aktien- und Immobilienpreise dermaßen irrational nach oben gehen – es gibt schlicht keine rentable Anlagealternative mehr.

Niedrigzinsen passen nicht in unser Zinssystem

Doch Niedrigzinsen sind nichts, was dauerhaft funktionieren kann, denn unser System ist von vornherein auf ausreichend positive Zinsen angelegt. Genau das habe ich Ihnen schon letztes Jahr in meiner Sonderstudie „Eiszeit bei den Zinsen“ dargelegt, als ich schrieb:

„Niedrigzinsen sind keineswegs ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft floriert und steigende Aktienkurse gerechtfertigt wären, sondern im Gegenteil: Niedrigzinsen zeigen an, dass sich das Finanzsystem in der Endphase befindet und die Zinsen sind nur deshalb so niedrig, weil gerade die Wirtschaft stagniert und es keine rentablen Investitionen mehr gibt.

Die Niedrigzinsen führen jedoch dazu, dass parallel zum sinkenden Zinsniveau Spekulationsblasen sich ausbilden, auf der Suche nach der letzten Renditemöglichkeit. Das gilt vor allem für den Aktien- und Immobilienmarkt, der durch Niedrigzinsen völlig spekulativ aufgeblasen wird.“

Diese durch die niedrigen Zinsen entstandenen Blasen auf dem Aktien- und dem Immobilienmarkt werden platzen und dann wird sich daraus – wie in der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre – eine deflationäre Abwärtsspirale entwickeln. Das bedeutet, dass dann reihenweise Banken kollabieren, viele Vermögen damit verloren sind, der Geldkreislauf stockt und die entstandene Massenarbeitslosigkeit zu einem Einbruch der Massenkaufkraft und damit zu Unternehmenskonkursen führt.

Es droht der Crash

Im Crash explodieren die Zinsen, die Aktien- und Anleihenkurse brechen ein. Die so entstandene Unsicherheit führt zu steigenden Zinsen, weil die kreditgebenden Banken zu enormen Risikoaufschlägen greifen. Durch diese Entwicklung lösen sich dann die euphorischen Erwartungen optimistischer Börsianer in Luft auf und es droht der Crash.

Sie sehen hier ganz deutlich, dass Niedrigzinsen ein klares Krisensignal sind, welches von Ihnen nicht unterschätzt werden sollte.

 

Quelle: Günter Hannich

Euro-Krise: IWF unterschätzte Krise

Die Euro-Krise ist nach offizieller Lesart nun schon einige Jahre vorbei. Doch die Folgen beschäftigen uns noch heute. Allerdings ist es nicht nur aus historischer Sicht interessant noch einmal den Rückblick zu wagen und auf die Gründe für die Euro-Krise genauer zu schauen.

Genau das hat jetzt auch der Internationale Währungsfonds (IWF) getan. Diese globale Organisation ist ja gerade auch bei den verscheidenden Rettungsschirmen zur Euro-Krise immer wieder mit dabei gewesen und war dort an entscheidender Stelle auch für die hohen Milliardenzahlungen beispielsweise an Griechenland verantwortlich.

IWF hat die Euro-Krise nicht erwartet

Doch wie nun eine interne Untersuchung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ergab, unterschätzte diese wichtige Finanzinstitution von Anfang an die Eurokrise. Die IWF-Experten waren vor der Krise davon überzeugt, dass in einer Währungszone die internen Ungleichgewichte keine Rolle spielen. So wurden die großen Defizite in den Leistungsbilanzen von Griechenland, Irland und Portugal lange Zeit nicht beachtet.

Das zeigt mir, dass auch die IWF-Experten offenbar nicht vor Irrtümern gefeit sind. Schon in meinem Buch „Der Euro“ aus dem Jahr 2001 schrieb ich, dass es nur mit freien Wechselkursen ausgeglichene Handelsbilanzen geben kann, weil sich wirtschaftlich schwache Länder nur über eine Währungsabwertung wieder stabilisieren können. Nur noch einmal für Sie zur Erinnerung: Das Buch erschien damals unmittelbar vor der offiziellen Euro-Einführung.

Beim Euro unterliegen aber alle Länder einer Währung, ohne die Möglichkeit zu haben, eine angepasste, eigenständige Währungspolitik zu betreiben. Das führt dazu, dass sich bei den schwachen Staaten Handelsbilanzdefizite entwickeln, die dann zwangsläufig zur Krise führen.

Gerade jetzt gilt: Sichern Sie Ihr Vermögen aktiv ab

Genau das ist in der Eurokrise passiert und war von vornherein abzusehen. Wenn Organisationen wie der IWF davon ausgingen, dass der Euroverbund nicht in eine Krise geraten könne, dann zeigt mir das, dass auf solche Organisationen kein Verlass ist. Für Sie bedeutet das, dass Sie keinesfalls die Beruhigungspillen solcher Experten schlucken, sondern sich konsequent auf die nächste Stufe der Eurokrise aktiv vorbereiten sollten.

Denn eins ist mir nach den vielen Jahren der intensiven Analyse klar: Die Euro-Krise und auch die Finanzkrise haben nicht wirklich zu großen Veränderungen geführt. Daher sind auch noch viele gefahren aktiv, die uns diese Krise gebracht haben. Das macht die weitere Entwicklung auch so gefährlich.

Quelle: Günter Hannich

Auch Bankaktionäre müssen bei Schieflage haften

Nun müssen sich viele Investoren in der EU warm anziehen. Jetzt hat der Gerichtshof der EU (EuGH) entschieden, dass die Gläubigerbeteiligung bei der Bankenrettung rechtens ist.

Im Kern ging es bei dem Verfahren eben darum, ob kriselnden Banken auch Bankaktionäre und Besitzer von nachrangigen Anleihen zur Rettung heranziehen können.

Bankensanierung mit Hilfe der Aktionäre und Anleihenbesitzer ist rechtens

Auslöser für dieses Urteil war die Sanierung von slowenischen Banken im Jahr 2013. Auch die slowenische Regierung hatte damals schon eingegriffen und bis zu 3 Mrd. Euro an Hilfsgeldern zur Verfügung gestellt. Zudem mussten eben auch Bankaktionäre und Anleihenbesitzer für die Rettung der Bank mit einstehen. Diese Praxis hat sich in der EU weiter fortgesetzt. Erst kürzlich wurden eben auch Investoren von italienischen Banken so belastet.

Da nun der EuGH diese Praxis für rechtens erklärt hat, öffnet dies Tür und Tor für weitere Aktionen – wen zukünftig wieder Banken unter Druck geraten sollten. Das dies geschieht, ist für mich auf jeden Fall klar. Aktuell stehen eben nicht nur italienische Banken unter Druck. Auch in vielen anderen Ländern schieben eben Banken große Mengen an notleidenden Krediten vor sich her.

Aber Italien ist hier ohne Frage der größte Krisenherd mit einem Volumen der notleidenden Kredite von rund 350 Mrd. Euro. Insofern ist es auch naheliegend, die Investoren der Bank in solchen Krisenzeiten für Rettungszahlungen heranzuziehen.

Diese zwei Auswirkungen hat das aktuelle Urteil

Für Sie als Investor hat das gleich zwei Auswirkungen: Zunächst einmal sage ich schon seit Jahren, dass Sie Bankaktien meiden sollten. Daraus ergibt sich die einfache Schlussfolgerung: Wer keine Bankaktien oder Bankanleihen im Depot hat, kann auch nicht zur Rettung herangezogen werden. Doch so einfach ist es nun in dieser Hinsicht.

Schwieriger wird es schon bei der Auswahl einer Bank, die Sie für Ihre Transaktionen einsetzen. Hier können Sie im schlimmsten Fall auch Ihre Einlagen verlieren – wenn eine Bank in Schieflage gerät. Das mussten Sparer in Zypern erleben, als dort im Jahr 2013 die Banken in eine akute Krise gerieten.

Sie sehen hier ganz klar: Banken sind nun einmal ein Risiko, an dem Sie als Investor nun sogar richterlich abgesegnet beteiligt werden dürfen. Hier ist auf jeden Fall Vorsicht angesagt.

 

Quelle: Günter Hannich

„Am Abgrund“ – Was die EU von Island lernen kann! (5)

Island, mit seinen gerade mal 300.000 Einwohnern, hat gezeigt, wie man mit einer „bürgerfreundlichen“ Politik eine Krise überstehen kann. Denn raffgierige Banker produzierten eine riesige Blase, die platzte und Island an den Rand des Chaos führte. Die Regierung verstaatlichte die Banken, musste aber trotzdem zurücktreten.

Die neue isländische Politik führte dazu, das Land zu retten, ohne die Bürger dafür zu bestrafen. Ganz im Gegenteil. In meiner aktuellen Unangreifbar leben-Reihe habe ich Ihnen ausführlich darüber berichtet.

Auch die USA betreibt eine „Bürgerfeindliche“ dafür aber „Bankenfreundliche“ Politik

Und wissen Sie, was gleichzeitig in den USA geschah? Ich sage es Ihnen: Die krisenverursachenden Banken wurden ebenfalls mit Steuergeldern gerettet. Aber mit dem „geschenkten“ Geld erzielten die Banker erneut riesige Spekulationsgewinne und kassierten frech Bonuszahlungen in Millionenhöhe.

Gleichzeitig verloren vier Millionen US-Bürger ihre Immobilien. So sieht’s leider aus.

Der rasche Aufstieg der „Pleite-Insel“

Island führte strikte Kapitalverkehrskontrollen ein. So wurden die meisten transnationalen Kapitalbewegungen „illegal“. Gleichzeitig verhinderten sie den Abfluss von Kapital (ca. 8 Milliarden US-Dollar, das 50 Prozent des isländischen BIP entspricht). Ohne diese Kapitalverkehrskontrollen wäre die heimische Währung kollabiert. So jedoch wurde sie nicht nur gestärkt, sondern sogar stabilisiert.

Bereits 2011 kehrte die einstige „Pleite-Insel“ wieder an die internationalen Kapitalmärkte zurück. Sie konnte sogar wieder neue Kredite aufnehmen. Ein Jahr später sank die Arbeitslosenquote von 7 % auf unter 5 %. Die Wirtschaft wuchs, der Staatshaushalt war ausgeglichen.

Das kann die EU von Island lernen

Was kann die EU daraus lernen? Es ist notwendig, dass der Staat in Krisenzeiten eingreifen muss. In Island begann dies mit der Verstaatlichung der Banken und der Bestrafung der Verantwortlichen für das Desaster. Sowie mit weiterführenden Stabilisierungsmaßnahmen.

Diese wurden jedoch nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen, wie es in der Europäischen Union üblich ist. Beispielsweise in Griechenland. Ganz im Gegenteil: Die arg gebeutelten Menschen wurden staatlich unterstützt, wo es nur ging.

Unkontrollierte Märkte führen zum Chaos

Ich sage Ihnen: Deregulierte Märkte führen regelmäßig zum Zusammenbruch der Wirtschaftsordnung. Während einige wenige sich daran eine goldene Nase verdienen, leidet der größte Teil der Menschen darunter.

Das Beispiel Island zeigt zweierlei: Zum einen, wie die Raffgier von Bankern ein Land in den Abgrund stößt. Und zum anderen, wie dieses gerettet werden kann, ohne die Bürger dafür zu bestrafen: Mit dem Zerschlagen von Banken, der Unterstützung der Armen und einer Absage an den orthodoxen Sparmaßnahmen.

So sind staatliche Interventionen notwendig, um die Märkte im Sinne des sozialen Gemeinwohls zu lenken. Und darauf kommt es schließlich an.

 

Quelle: Guido Grandt

„Am Abgrund“ – Was die EU von Island lernen kann! (4)

Die EU versinkt immer mehr im Chaos! Nicht nur die Flüchtlingskrise und der drohende Brexit sind daran schuld. Sondern auch die private Vermögensvernichtung durch die Nullzins-Politik der EZB.

Einst zeigte das kleine Island auf, wie eine neue, eine bürgerfreundliche Politik ein Land aus der Krise führen kann. Allerdings unterscheidet diese sich vehement von der in der EU praktizierten.

Raffgierige Banker produzierten eine riesige Blase, die platzte und Island an den Rand des Chaos führte. Die Regierung verstaatlichte die Banken, musste aber trotzdem zurücktreten. Die neue isländische Politik führte dazu, das Land zu retten, ohne die Bürger dafür zu bestrafen. Ganz im Gegenteil.

So half die isländische Regierung ihren Bürgern nach dem großen Bankencrash

– Die Schuldenlast für Haushalte und für Mittelstandsunternehmen sollte verringert werden. Und zwar so: Autokredite und Unternehmenskredite, die an ausländische Währungen gebunden waren, wurden vom Obersten isländischen Gerichtshof für ungültig erklärt. Das Parlament entschied ähnlich für Hypotheken-Darlehen. Diese Kredite wurden in die heimische Währung konvertiert. Dadurch wurden die ausstehenden Zinsen deutlich reduziert, die Zinssätze vereinzelt sogar rückwirkend neu errechnet.

– Hausbesitzern, deren Kredite höher waren als die gesunkenen Immobilienwerte, wurden Abschreibungen ihrer Schulden angeboten. Sofern das Negativ-Kapital 110% des Immobilienwertes überschritt.

– Eine Subventionierung der Hypothekenzinsen wurde angeboten.

– Angeboten bzw. eingeführt wurde ein Moratorium für die Kündigung von Hypothekendarlehen.

–  Ebenso eine zeitlich begrenzte Aufhebung der Rückzahlung von Krediten, die an Fremdwährungen gebunden waren.

– Sowie eine Umschuldung dieser Kredite.

– Weitläufige Abschreibungen von Krediten für Firmen und Privatpersonen wurden vorgenommen.

– Menschen mit geringerem Einkommen, geringeren Immobilienwerten oder mit mehreren Kindern wurden staatlich unterstützt.

– Nicht Normalverdiener, sondern die Wohlhabenden wurden mit Steuererhöhungen bedacht. So konnten Kürzungen im Sozialbereich verhindert werden. Die Binnennachfrage wurde stabilisiert.

Islands „bürgerfreundliche“ Politik

Lesen Sie noch einmal in Ruhe durch, was ich Ihnen zuvor aufgelistet habe. So also half die isländische Regierung ihren Bürgern.

Durch diese bürgerfreundliche Politik verhinderte die Regierung, dass die Banken – vor allem Familien – Immobiliendarlehen aufkündigten und sie dadurch ihre Eigenheime verloren. Dies hätte erneut einen Einbruch des Immobilienmarktes zur Folge gehabt.

Island half den Bürgern, die EU „bestraft“ sie!

Während also Island seine Bürger in und nach der Krise unterstützte, sieht die Politik in der EU ganz anders aus. Die Verantwortlichen pressen ihre durch die Finanzkrise in Not geratenen Menschen, noch mehr mit Sparprogrammen aus. Knechten sie mit noch höheren Steuern und Abgaben, während Sozialleistungen weiter einstampft werden. Und dazu noch ihr Vermögen und die Altersvorsorge durch den Nullzins vernichtet wird.

Diese „bürgerfeindliche“ Linie gipfelt in dem Credo der Europäischen Zentralbank, dass keine Bank Pleite gehen darf. Somit sollen auch keine Anleihenbesitzer/Gläubiger Verluste erleiden! Was mit Ihnen und Ihrem Vermögen geschieht, ist den Verantwortlich der EZB sowie den Regierungen völlig egal.

Erkennen Sie den Unterschied!

 

Guido Grandt

Weltweit stürzen die Aktienkurse ab

Die nächste Finanzkrise hat längst begonnen. Das Ganze ist schleichend passiert hat aber große Teile der Erde schon erreicht. Das zeigt der Blick auf die Entwicklung an den Aktienmärkten rund um den Globus.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: In sechs der acht größten Volkswirtschaften der Welt haben die Aktienmärkte Seit den Hochs im vergangenen Jahr klare Crash-Anzeichen gezeigt.

Die erste Welle des Absturzes vollzog sich dabei im letzten August und weiter bergab ging es dann im Januar und Februar. Nun hat Anfang Juni die dritte Welle der Korrektur begonnen. Doch eins muss Ihnen klar sein: Wir stehen erst am Anfang.

Aber schauen wir doch einfach auf die Entwicklung in einigen maßgeblichen Ländern.

Beispiel China. Dort sind die Aktienkurse seit dem Hoch im vergangenen Jahr um immerhin 40 % eingebrochen.

Beispiel Japan. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Erde haben die Aktienkurse seit den Hochs im vergangenen Jahr bis jetzt einen Verlust von 26 % angehäuft. So tief ist der maßgebliche Nikkei225 Index abgestürzt.

Beispiel Deutschland. In einschlägige Ranglisten sind wir immer noch die viertgrößte Volkswirtschaft der Erde. Seit dem DAX-Hoch im vergangenen April haben die größten deutschen Aktien knapp 21 % an Wert verloren. Ein wichtiger Faktor war in diesem Zeitraum sicherlich auch der Absturz der Deutschen Bank, die in diesem Zeitraum weit über 50 % an Wert verloren hat.

In Italien haben die großen Aktien mehr als 30% verloren

Beispiel Frankreich. Aktuell steht das Land wegen der Fußballeuropameisterschaft im Fokus. Doch bei den Investoren sind französische Aktien nicht sehr hoch im Kurs, denn der CAC 40 Index hat seit dem Hoch im vergangenen Jahr auch rund 20 % an Wert verloren.

Beispiel Italien. Das südeuropäische Land ist immer noch die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt und die Aktien dort sind angeführt von den Banken massiv abgestürzt und bringen es immerhin auf einen Verlust von 32 % seit dem Hoch im vergangenen Jahr.

Eins muss ihn dabei klar sein: Solche massiven Verluste haben wir zuletzt bei der großen Finanzkrise 2008 an den internationalen Börsen gesehen. Damit gilt einmal mehr: Bereiten Sie sich aktiv auf die nächste Krise vor. Wie das geht, erfahren Sie regelmäßig hier an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich

Notwendigkeit von Bargeld: Fehlbuchungen bei der Deutschen Bank

Wie wichtig Bargeld für Sie ist, wurde Ihnen erst kürzlich wieder einmal an einem plastischen Beispiel demonstriert. Bei der Deutschen Bank gab es durch eine IT-Panne Mehrfachabbuchungen von den Kundenkonten. In einigen Fällen waren die Beträge so groß, dass der den betroffenen Kunden eingeräumte Disporahmen gesprengt wurde und sie damit unverschuldet ins Minus rutschten.

Ob das wirklich nur eine Computerpanne war, oder ob mehr dahintersteckt, was man jedoch der Öffentlichkeit nicht mitteilen will, bleibt für mich unklar. Auffällig ist jedenfalls, dass sich solche Computerpannen und auch Hackerangriffe in den letzten Monaten häufen. Schon im Februar wurden der Zentralbank von Bangladesch durch einen Hackerangriff 80 Millionen Dollar entwendet. Auch das Zahlungssystem SWIFT warnte bereits davor, dass es zu noch größeren Angriffen kommen könne.

Mir zeigt das, wie fragil das Buchgeldsystem in Wirklichkeit ist, und belegt meinen Ratschlag an Sie, sich ausreichend mit Bargeld einzudecken. Bei umfangreicheren Computerpannen und Hackerangriffen als die aktuell vorgekommenen, wäre es durchaus auch denkbar, dass die Banken bis zur Bereinigung des Problems für Tage oder gar Wochen geschlossen bleiben.

Persönlicher Bargeld-Vorrat hilft bei Bankenkrisen

Wenn Sie dann kein Bargeld haben, würden Sie buchstäblich auf dem Trockenen sitzen. Wie in der Zypern-Krise 2013 werden dann z. B. in Supermärkten oder Tankstellen keine Kreditkarten mehr akzeptiert und Sie können nur noch bar bezahlen. Deshalb ist es für Sie wichtig, dass Sie einen Vorrat an Euro-Bargeld besitzen, der mindestens 2 Monate Ihres Lebensstandards abdeckt.

Diese Reserve sollten Sie in einer möglichst kleinen Stückelung bis maximal zur 50 Euro-Banknote halten. Besser wären allerdings 20-, 10- und 5-Euro-Scheine sowie Münzen. Stückelungen in Form der 100- und 200-Euro-Scheine könnten in einer Krise größeren Ausmaßes von einem Bargeldverbot bedroht sein, wie es in letzter Zeit ja bereits immer häufiger diskutiert wird. Hier sehen Sie deutlich: Mit der richtigen Vorbereitung können Sie auch handfeste Krisen überstehen.

 

Quelle: Günter Hannich