Börseneuphorie ist unbegründet

Angetrieben von den guten Wirtschaftsdaten aus China hat der DAX im Wochenverlauf die Marke von 10.000 Punkten wieder zurückerobert. Ich habe Sie in dieser Woche schon einmal darauf hingewiesen, dass dies ein Fehlsignal der Aktienmärkte ist.

Warum ich davon überzeugt bin, möchte ich Ihnen heute noch einmal näher erläutern mit vielen weiteren Krisenanzeichen, die sich derzeit rund um den Globus ergeben. In der öffentlichen Wahrnehmung spielt bei uns in Deutschland Brasilien kaum eine große Rolle. Doch dort braut sich ein wirkliches wirtschaftliches Desaster zusammen.

Das Land ist immerhin die siebtgrößte Volkswirtschaft dieser Erde und erlebt schon jetzt die schwerste Rezession seit 25 Jahren. Schon Goldman Sachs bezeichnete kürzlich die aktuelle Situation in Brasilien als Depression und nicht mehr als Rezession.

Sie müssen sich vorstellen: Ganz aktuell hat die brasilianische Zentralbank ihre eigenen Prognosen zum Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr präsentiert. Mittlerweile erwarten die Notenbanker in Brasilien eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 3,5 %. In der letzten Schätzung hatten die Experten eine Schrumpfung um nur 1,9 % erwartet.

Italiens Banken stehen massiv unter Druck

Und auch bei uns in Europa sieht es alles andere als gut aus in einigen Ländern. In Italien stehen beispielsweise die Banken massiv unter Druck. Als Gruppe gesehen haben die italienischen Banken in diesem Jahr alleine die Hälfte ihres Börsenwertes eingebüßt. Es steht immer noch die Frage im Raum, was mit den notleidenden Krediten im Volumen von 360 Mrd. Euro passieren soll.

Das sind Kredite, die von Banken als nicht mehr zurückzahlbar eingeschätzt werden. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung Italiens entspricht das ungefähr einem Fünftel der Wirtschaftsleistung. Sollten jetzt also die italienischen Banken tatsächlich weitere Hilfen benötigen, müsste die EZB helfen.

Aber sie erinnern sich sicherlich noch an die Schwierigkeiten, die es rund um Griechenland gab. Das Land war jedoch nur Nummer 44 in der Liste der großen Volkswirtschaften. Italien steht dort direkt hinter Brasilien auf dem achten Platz. Eine Rettung Italiens ist also mit den bekannten Hilfsmechanismen nicht möglich.

Ein wichtiger Bankmanager aus Frankreich brachte in diesen Tagen seine Einschätzung auf den Punkt: “Ich bin derzeit sehr viel mehr beunruhigt, als ich es im Jahre 2009 war.“ Das zeigt Ihnen an, wo derzeit Probleme lauern. Die aktuelle Euphorie an den Börsen ist damit alles andere als fundamental begründet.

 

Quelle: Günter Hannich

Die Finanzkrise 2015 läuft – doch kaum jemand nimmt Notiz davon

2015 erleben wir wieder eine Finanzkrise an den Börsen. Jeder Experte der Ihnen sagt, dass es nicht so ist, ist nicht ehrlich mit ihnen. 27 Aktienmärkte rund um den Globus haben schon mehr als 10 % vom Jahreshoch verloren. Dies ist tatsächlich ein weltweites Phänomen.

Besonders heftig ist der Verlust in China mit mehr als 30 %. Doch auch in Lateinamerika sind die Abschläge in Kolumbien und Peru sogar schon bis zu 40 % vom Jahreshoch eingebrochen.

Um solche heftigen Korrekturen zu entdecken, ist es aber nicht notwendig in die Ferne zu schweifen. Auch in Europa gibt es etliche Aktienmärkte die schon deutliche zweistellige Verluste im Jahresverlauf aufweisen. Polen bringt so auf ein Minus von 19 % und in Griechenland sind die Aktienkurse um immerhin 30 % eingebrochen.

Auch der Blick in die USA ist alles andere als positiv. Seit dieser Woche notieren alle maßgeblichen Indices in den USA im Minus – ausgenommen ist nur der Index der Technologiebörse Nasdaq. Sollte es jetzt nicht noch eine völlig übertriebene Jahresendrallye geben wird auch dort das Börsenjahr mit einem Minus enden.

Vorsicht geboten: Aktuell sieht es so aus wie 2008

Um zu wissen was uns bevorsteht, ist es immer wieder sinnvoll zurückzuschauen. Das habe ich getan und etwas Wichtiges festgestellt: Was wir aktuell erleben ist ähnlich wie 2008. Auch damals brach zunächst die chinesische Börse ein. Dies konnten wir schon im bisherigen Jahresverlauf beobachten.

Die Ausweitung der Verluste auf so viele verschiedene Börse hat es seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr gegeben. Weltweit sind Milliarden Vermögenswerte an der Börse in diesem Jahr vernichtet worden. Also wer jetzt sagt, es passiert nichts an den Börsen, der liegt komplett daneben.

Die Lage hat sich direkt nach der Sitzung der europäischen Währungshüter sogar noch verschärft. Wenn Sie sich die aktuelle Ankündigung der EZB anschauen, heißt das nichts Gutes für den Aktienmarkt.

Die breite Masse der Investoren hat nicht nur eine Verlängerung der Stützungskäufe durch die EZB erwartet. Die breite Masse der Investoren hat sogar auf eine Ausweitung der Käufe gesetzt. Doch genau diese Erwartungen wurden eben nicht erfüllt. Daraufhin ging es an den Börsen erst einmal weiter nach unten.

Ich finde das wirklich unglaublich: Da meldet die EZB eine Verlängerung der bislang nahezu wirkungslosen Anleihenkäufe und die Börsianer sind damit nicht zufrieden und schicken die Kurse in den Keller. Das ist für mich auf jeden Fall ein Warnsignal und deutet weitere heftige Kursauschläge an – immerhin steht noch eine Zinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche an.

 

Quelle: Günter Hannich

Finanzsektor am Abgrund: Massiver Stellenabbau ist ein Warnsignal

Auch wenn die vergangenen Tage etwas rauer an den Börsen waren. Grundsätzlich notieren die Aktienmärkte immer noch auf extrem hohen Niveaus. Dabei gehen die Gewinne der Unternehmen doch deutlich zurück. Ich bin aktuell auf Zahlen aus den USA gestoßen, wo nun schon ein Großteil der Unternehmen ihre Zahlen zum dritten Quartal präsentiert haben.

Fakt ist: Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind die Gewinne aller S&P 500 Unternehmen um rund 7 % niedriger ausgefallen. Dabei müssen Sie einen ganz wichtigen Faktor speziell für die USA beachten. Dort sind in den vergangenen Jahren massive Aktienrückkaufprogramme gelaufen.

Bei Aktienrückkäufen setzen die Unternehmen entweder Eigenkapital oder sogar Kredite ein, um Aktien vom Markt zu nehmen. Der Effekt ist einfach. Wenn weniger Aktien auf dem Markt sind, verbessern sich die Bilanzkennzahlen.

Selbst wenn der Gewinn bei den Unternehmen konstant bleibt, steigt der Gewinn pro Aktie klar an, denn es sind einfach weniger Aktien im Umlauf. Diese Programme sind in den vergangenen Jahren massiv in den USA durchgeführt worden. Wenn jetzt trotz dieser Aktienrückkaufprogramme die Gewinne sinken, ist das auf jeden Fall ein Warnsignal für den operativen Zustand der Unternehmen.

Weit über 30.000 Jobs in der Finanzbranche werden wegfallen – allein in Europa

Ein weiteres wichtiges Warnsignal offenbart sich beim Blick auf die Finanzbranche. Wenn doch alles so in bester Ordnung ist, warum laufen dann bei vielen europäischen Banken aktuell massive Programme zum Arbeitsplatzabbau? Sie haben sicherlich von dem massiven Stellenabbau bei der Deutschen Bank gehört. Mehr als 15.000 eigene Mitarbeiter und Servicemitarbeiter anderer Unternehmen sollen ihren Job verlieren.

Die Deutsche Bank ist kein Einzelfall. Credit Suisse aus der Schweiz hat angekündigt rund 5.600 Stellen abzubauen. Standard Chartered aus Großbritannien will sogar 15.000 Mitarbeiter oder 17 % seiner gesamten Mitarbeiter schafft kündigen.

Diese großen Zahlen verdeutlichen einmal mehr vor welch großen Herausforderungen die Finanzbranche immer noch steht. Dabei sind schon Milliardensummen in die Sanierung des Bankensektors geflossen – allerdings bis jetzt nur mit sehr geringem Erfolg. Bei der Aktienauswahl bleibe ich einer Sache im Übrigen weiter treu. Seit der Finanzkrise habe ich keine Bank oder Versicherungsaktie zum Kauf empfohlen. Das Geschäftsmodell der großen Finanzinstitute in Europa und USA ist schlicht und einfach zu undurchsichtig und zu instabil.

Welche Investitionen Ihnen jedoch auch in der aktuellen Marktlage noch attraktive Renditen bieten können, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich

Die globale Börsenkrise hat begonnen

An den globalen Aktienmärkten erleben wir derzeit eine heftige Korrekturphase. Dabei umfassen die Korrekturen nicht nur die USA oder Deutschland. Auch alle anderen großen maßgeblichen globalen Aktienmärkte stehen massiv unter Druck. Das Interesse der Öffentlichkeit ist nur gering, denn es herrscht keine Panik.

Aber genau hier sehe ich eine große Gefahr: Wenn jetzt auch ein externes Ereignis mit hinzukommt, kann sich diese fortbestehende negative Stimmung weiter deutlich verstärken. Ein Beispiel für ein Einzelereignis mit großen Folgen ist sicherlich der aktuelle Volkswagen-Skandal. Die Meldungen über die gezielten Manipulationen des deutschen Automobilkonzerns schlugen ein wie eine Bombe.

Investoren und Branchenkenner waren gleichermaßen überrascht. Insbesondere bleibt die Unsicherheit bei Volkswagen extrem groß. Wie so oft bei Krisen, tauchen scheibchenweise neue kleine Details auf. Das Unternehmen selbst gibt auch immer wieder nur so viel zu, wie tatsächlich nötig ist. Das spricht nicht für ein erfolgreiches Krisenmanagement bei Volkswagen.

Volkswagen-Skandal nur ein Thema für die Börsen

Das ist jedoch nur eine Baustelle von vielen. Wie gesagt sind sich alle maßgeblichen großen Indizes massiv auf dem Rückzug. Das soll ein kleiner Überblick zu wichtigen Aktienmärkten zeigen. So hat der Dow-Jones-Index in den USA vom Hoch in diesem Jahr schon über 2.000 Punkte eingebüßt. – das sind mehr als 13%. Insgesamt waren die Schwankungen seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr so hoch.

In China sind die Rückgänge deutlich stärker ausgefallen. Der Shanghai Composite Index hat bis jetzt schon 40 % vom Jahreshoch verloren. Gleichzeitig verschlechtern sich die Konjunkturdaten. Der Index des verarbeitenden Gewerbes in China hat beispielsweise jetzt den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Jahren erreicht.

Auch bei uns in Deutschland haben die Kurse gemessen am DAX vom Jahreshoch bis jetzt schon 22 % an Wert verloren. Das ist definitiv eine klare Trendwende. Kursrückgänge sind auch bei den anderen europäischen Aktienmärkten vorhanden. Frankreich hat beispielsweise vom Jahreshoch bis jetzt schon 18 % verloren und in Großbritannien sind die Kurse um 16 % abgesagt – immer gemessen maßgeblichen Index.

Die Rückgänge sind bis jetzt sehr geordnet und über einen längeren Zeitraum erfolgt. Doch das muss nicht so bleiben. Und wenn dann tatsächlich die Panik noch mit hinzukommt, kann der Absturz sehr schnell sehr heftig werden.

 

Quelle: Günter Hannich

Auf diese Krisensignale sollten Sie achten

Der Optimismus vieler Aktieninvestoren ist noch immer sehr groß. Das kann ich persönlich immer weniger nachvollziehen. Bei meinen Analysen nehmen die Warnsignale für die internationalen Aktienmärkte immer mehr zu. Dabei sind die Warnsignale eben nicht nur auf Aktien beschränkt.

Die Anzahl der Krisenherde in der Eurozone aber auch vor allem in anderen Regionen der Welt nimmt stetig zu. Heute möchte ich Ihnen einige dieser Krisensignale kurz vorstellen. Damit bekommen Sie auf jeden Fall einen genaueren Überblick über die sich aktuell verschärfende Krisensituation.

Innerhalb der Eurozone hat zuletzt Griechenland ohne Frage die Schlagzeilen bestimmt. Das könnte sich jetzt ändern, wenn es tatsächlich zu der Einigung über das anstehende Sparprogramm kommt. Doch Griechenland ist wie Sie alle wissen nur ein kleines Land. Massive Probleme bekommt der Euro erst dann, wenn auch eines der größeren Länder in Bedrängnis gerät.

Italien: Der nächste große Krisenherd

Dies deutet sich in Italien an. Dort steigt der Schuldenstand immer weiter an. Zuletzt erreichte die Schuldenquote 135 % der Wirtschaftsleistung. Dabei werden die Schulden eines Landes ins Verhältnis gesetzt zur Wirtschaftsleistung.

Griechenland bringt es hier innerhalb der Euro-Zone mit knapp 180% auf den höchsten Wert. Italien folgt hier mit dem zweithöchsten Wert. Gleichzeitig klettert die Jugendarbeitslosigkeit in dem Land auf den höchsten Stand seit 38 Jahren.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Seit dem Jahre 1977 waren nicht mehr so viele Jugendliche Menschen arbeitslos in Italien. Die Quote ist hier zuletzt auf 44 % gestiegen. Eine hohe Jugendarbeitslosigkeit bedeutet auch immer die Gefahr einer regelrechten Auswanderungswelle, da in anderen Ländern die Chancen für die jungen Italiener größer sind.

Fallende Rohstoffpreise als Krisensignal

Ein weiteres wichtiges Christsignal ist für mich der massive Absturz bei den Rohstoffen. So ist der Ölpreis zuletzt wieder um und 20 % zurückgegangen. Im Juli erlebte Öl den schlimmsten Monat seit Oktober 2008. Und genau zu dem Zeitpunkt wütete die Finanzkrise sehr heftig. Rohstoffe insgesamt hatten im Juli die schwächste Performance seit rund vier Jahren.

Aber ein wichtiger Aspekt wird in der breiten Öffentlichkeit sehr gerne vergessen: Die Allianz aus Aktienkursen und fallenden Rohstoffkursen haben wir auch im Sommer 2008 erlebt. Danach folgte die massive globale Finanzkrise. Auch jetzt deuten immer mehr Krisensignale daraufhin, dass sich eine große Krise zusammenbraut.

 

Quelle: Günter Hannich

Gefahr für kräftige Kurskorrektur nimmt zu

Die Aktienmärkte bleiben angeschlagen. Das gilt vor allen Dingen auch für die wichtigste Börse der Welt, die Wall Street. Dort sind zuletzt die Kurse vier Tage in Folge gefallen. Mittlerweile ist es schon so, dass sich knapp 20 % aller US Aktien in einem Bärenmarkt befinden.

Was steckt hinter dieser Formulierung? In einem Bärenmarkt befindet sich eine Aktie oder ein Index, wenn er mehr als 20 % seit dem letzten Hoch verloren hat. Zuletzt ist die Zahl dieser Aktien auch deutlich angestiegen. Keine Frage: Die Anzeichen für massive Aktienkursrücksetzer in den USA nehmen weiter zu. Das deckt sich auch mit vielen Einschätzungen von Experten zum US-Aktienmarkt.

Hier in Europa schauen wir jedoch zunächst auf die Entwicklung in Deutschland und dann in der Eurozone. Doch eines sollten Sie nicht vergessen: Der mit Abstand größte Aktienmarkt ist immer noch die USA.

Dort haben sich die Vorzeichen zuletzt deutlich verschlechtert. Einen massiven Absturz der Börse halten immer mehr Experten für möglich gehalten. So hält der auch in Deutschland bekannte Krisenexperte Marc Faber eine kurzfristige Korrektur der US-Aktien im Bereich zwischen 20 und 40 % für möglich.

Immer mehr Aktien im Abwärtstrend

Dabei hat er eine wichtige Tatsache beobachtet. Laut Fabers Analyse notieren immer mehr Firmen unter dem 200-Tage-Kursdurchschnitt. Diese Durchschnittslinie wird von vielen Aktieninvestoren herangezogen, um einen Aufwärts- oder Abwärtstrend zu bestimmen. Die Strategie dahinter ist einfach: Notiert eine Aktie oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts befindet sie sich im Aufwärtstrend. Notiert die Aktie darunter, dann befindet sie sich im Abwärtstrend.

Gleichzeitig markierten zuletzt immer mehr Aktien ein 12-Monats-Tief. Das ist ebenfalls ein klares Signal für eine bestehende Marktschwäche. Dies alles sind Warnsignale, die derzeit verstärkt auftauchen. Zudem erinnern immer mehr Signale an die fatale Entwicklung des Jahres 2008. Damals kam die weltweite Finanzkrise.

Gerade im August drehten sich damals die Vorzeichen an den Börsen schon massiv um. Als Katalysator wirkt dann der Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers Mitte September. Sehen Sie die Parallelen? Auch jetzt gehen die Kurse im August schon zurück. Kommt jetzt noch ein äußerer Anlass, wie die damalige Pleite der US Bank mit hinzu, kann es an den Börsen eben nicht nur in den USA, sondern auch bei uns sehr schnell massiv nach unten gehen.

 

Quelle: Günter Hannich

Bargeldsperren und Lebensmittelknappheit: Das ist auch in Deutschland möglich

Stellen Sie sich folgende Szene vor: Es ist 6 Uhr morgens. Ein kalter Wind pfeift durch die Straßen einer beliebigen deutschen Stadt. Der Verkehr läuft extrem ruhig – nur an den Tankstellen bilden sich schon Schlangen.

Sie haben schon längst auf ein Fahrrad umgestellt. Das ist nicht nur gesünder – das ist auch die schnellste Form der Fortbewegung, seit dem das Benzin an den Tankstellen rationiert worden ist. Zu dieser frühen Uhrzeit radeln Sie zu Ihrer Bank.

Ihre Hoffnung: Durch die Notkredite der Europäische Zentralbank (EZB) können Sie heute wieder Geld aus dem Automaten bekommen – wenn auch nur 60 Euro pro Tag. Doch diese Summe ist besser als nichts.

Leider gehen Sie wieder leer aus – zumindest bei der ersten Bank. Dort ist der Automat schon wieder leer. Sie radeln zur nächsten Bank und haben mehr Glück und bekommen 60 Euro. Leider ist jetzt schon Mittagszeit.

Düstere Aussichten für Deutschland  

Sie gehen in den nächsten Supermarkt – doch hier kommen Sie zu spät. Nun haben Sie zwar Geld. Die Regale sind aber schon wieder leer. Der Leiter des Supermarkts zuckt mit den Schultern: „Milch kommt erst wieder in zwei Tagen. Bei den Eiern und Tomaten müssen Sie sich noch länger gedulden.“

Sie gehörten eben nicht zur Elite des Landes, die sich frühzeitig auf den Zusammenbruch vorbereitet hatte. Nun müssen Sie mit der Masse der Bürger eben die harten Lehren ziehen.

Zugegeben: Von diesem Szenario sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Doch was Sie hier lesen, ist die aktuelle Lage in Griechenland – mit wenigen Ausnahmen. Benzin ist noch nicht rationiert. Aber schon tauchen Meldungen von griechischen Ferieninseln auf, wo schon keine Autos oder Motorräder mehr verliehen werden, weil es auf der Insel nicht mehr genügend Treibstoff gibt.

Der Sommer hat viele Touristen angelockt. Die Frage ist nur, ob diese Touristen auch alle wieder ohne Probleme nach Hause kommen. Griechenland hat mehr als 100 bewohnte Inseln – von denen viele touristisch genutzt werden. Fähren sind ein gängiges Verkehrsmittel in der Ägäis. Wenn den Reedern aber der Sprit ausgeht, sitzen die Touristen buchstäblich auf dem Trockenen.

In Griechenland drohen Gefahren für Leib und Leben

Aber die Gefahren gehen weiter: Selbst das Auswärtige Amt rät deutschen Urlaubern dazu, einen großen Bargeldvorrat mitzunehmen. Das wissen auch die Kriminellen in Griechenland. Die Gefahr liegt auf der Hand: Die Zahl der Raubüberfälle auf offener Straße wird zunehmen.

Die Sicherheitslage in Athen oder anderen großen griechischen Städten wird immer angespannter. Gut möglich, das schon bald eine Reisewarnung für das Land ausgegeben wird. Die dortige Entwicklung ist nicht wirklich absehbar.

Finanzmärkte stehen vor massivem Sturm

Was aber absehbar ist, sind die massiven Folgen der akuten Griechenland-Krise auf die Euro-Zone. Hier müssen wir uns auf eine stürmische zweite Jahreshälfte einstellen. Hier nur drei Dinge, die uns in der zweiten Jahreshälfte 2015 erwarten:

  1. Die Aktienmärkte werden massiv einbrechen. Die aktuellen Rücksetzer sind nur ein erster Vorgeschmack.
  2. Die Renditen der Anleihen werden wieder steigen.
  3. Die deflationären Gefahren nehmen massiv zu. Ein klares Zeichen für die steigende Krisengefahr.

Bei dieser explosiven Mischung sind Sie auf einen umfassenden Kapitalschutz angewiesen, sonst schmilzt Ihr Vermögen so schnell wie Eis unter der heißen Sonne Griechenlands.

 

Quelle: Günter Hannich

Börsen jubeln über das Rettungsprogramm – das ist völlig übertrieben

Beim Blick auf die Börsen heute habe ich mir verwundert die Augen gerieben: Nach dem deutlichen Plus gestern kletterte der DAX und die weiteren Indizes weiter deutlich an: Um rund 2% ging es in der Spitze nach oben.

Der Grund für die positive Stimmung zum Wochenausklang ist klar: Jetzt liegt endlich das neue Reformpaket aus Griechenland vor. An den Börsen wird das wie der große Wurf gefiert. Doch das hatten wir vor wenigen Wochen auch schon einmal.

Damals hatte die Regierung Tsipras auch neue Reformvorschläge präsentiert. Die europäischen Aktienmärkte sprangen daraufhin in der Spitze um fast 5% an. Von dem Boom ist nicht viel geblieben. Genau so etwas erwarte ich auch jetzt wieder.

Bislang liegen nur Vorschläge der griechischen Regierung vor. Immerhin ist es wohl so gewesen, dass französische Regierungsbeamte am neuen Reformwerk mitgewirkt haben. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Geldgeber das Programm auch annehmen werden.

Doch das heißt erst einmal noch nicht viel. Zunächst muss Alexis Tsipras seine eigene Partei von den Reformvorschlägen überzeugen. Falls ihm das gelingt (was aktuell noch nicht klar ist) muss das Reformpaket durchs Parlament. Auch hier ist eine Zustimmung keineswegs sicher.

Dann wird am Samstag die Euro-Gruppe über die Vorschläge beraten und schließlich am Sonntag die Staats- und Regierungschefs. Es bleibt extrem spannend.

Griechenland will drastisch sparen und mehr einnehmen

Immerhin bringen die neuen Reformen mehr Steuereinnahmen auf der einen Seite und weniger Ausgaben auf der anderen Seite. Die Details sind an dieser Stelle gar nicht so wichtig. Doch eins muss allen Beteiligten klar sein: Griechenland muss jetzt tatsächlich auch Erfolge bei der Umsetzung präsentieren.

Allgemeine Hinweise wie ein entschlossenes Vorgehen gegen Korruption reichen hier nicht mehr aus. So etwas hört man schon länger aus Athen – doch passiert ist bisher wenig. Geht dieses Programm tatsächlich durch und es wird dann ein drittes Hilfspaket auf Basis der Reformen auf den weg gebracht, ist Griechenland keineswegs gerettet.

Die maroden Staatsfinanzen sind nicht mit einigen kleinen Reformen zu retten. Griechenland ist faktisch bankrott. So stellt sich die Realität im Sommer 2015 dar. Es geht nur um ein Herauszögern des Unvermeidlichen – mehr ist aktuell nicht möglich.

 

Quelle: Günter Hannich

Dieses Land in der Karibik ist pleite – aber alle reden nur von Griechenland

Jetzt beginnt die zweite Jahreshälfte 2015. Ich erwarte an den internationalen Finanzmärkten deutlich größere Schwankungen als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 Viele Parallelen ergeben sich zum Krisenjahr 2008.

Damals brachen die Aktienmärkte im zweiten Halbjahr massiv ein. So etwas ist in diesem Jahr auch wieder möglich. Seit der Finanzkrise 2008 hat es eben weltweit nicht mehr so viele bekannt Krisenherde gegeben wie gerade jetzt.

Aktuell schauen wir in Europa naturgemäß nur auf die Probleme in Griechenland. Dort ist die Lage tatsächlich angespannt. Aber Sie können mir glauben, dies ist nicht der einzige Krisenherd weltweit. Doch bei der engen Betrachtung der Europäer spielen die Krisen in anderen Regionen der Welt an den Finanzmärkten nur eine geringe Rolle.

Heute möchte ich Ihnen nur zwei Beispiele kurz nennen, wo derzeit auch die finanzielle Lage alles andere als rosig ist. Das erste Beispiel ist China. Dort befindet sich die Börse offiziell in einem Bärenmarkt. Was heißt das genau?

China ist im Bärenmarkt und Puerto Rico fast pleite

Man spricht von einem Bärenmarkt, also einem massiv abwärts gerichteten Trend an den Börsen, wenn die Indizes vom zuletzt erreichten hoch 20 % verloren haben. Genau das ist in den vergangenen Tagen an der chinesischen Börse passiert. Damit hat der grundlegende Trend der Börse in China gedreht. Um ihnen eine Vorstellung davon zu geben: Der aktuelle Absturz der chinesischen Börse bringt die größten Verluste bei Aktien seit 19 Jahren.

Und dann ist da noch Puerto Rico. Das kleine Land in Mittelamerika steht vor dem Staatsbankrott. Der Gouverneur des zu den USA gehörenden Landes hat erklärt, dass die Schulden nicht mehr rückzahlbar sind. Puerto Rico hat Schulden in Höhe von 72 Mrd. Dollar angehäuft. Ohne einen Schuldenschnitt hält der Gouverneur von Puerto Rico es für unmöglich, dass sein Land dies finanziell übersteht.

Griechenland ist nicht allein mit seinem Schuldendrama

An diesen beiden kurzen Beispiel erkennen Sie sehr schnell: Griechenland ist nur ein Krisenherd an den internationalen Finanzmärkten. Nun ist Puerto Rico nicht gerade der Nabel der Welt. Doch auch der wirtschaftliche Einfluss Griechenlands hält sich global betrachtet in recht engen Grenzen.

So kommt es sehr oft auf die psychologische Wirkung an, die solche finanziellen Schieflagen auf die internationalen Finanzmärkte haben. Hier brodelt es gewaltig unter der Oberfläche. Das zweite Halbjahr 2015 verheißt dabei nichts Gutes.

 

Quelle: Günter Hannich