Bankaktien steigen – das ist nicht mehr als ein Strohfeuer

Zu Wochenbeginn springen die Kurse der meisten Bankaktien massiv an. Die Aktien der Deutschen Bank schaffen dabei einen Zuwachs von mehr als 5%. Auch der europäische Bankenindex Stoxx 600 Banks gelingt ein guter Wochenstart mit einem Zuwachs von rund 4%.

Was ist passiert? Im Endeffekt sind nur einige neue Umfrageergebnisse aus Großbritannien zum Brexit veröffentlicht worden. Nun sieht es so aus, als ob die Brexit-Gegner klar die Oberhand haben und das Rennen um den britischen EU-Austritt schon gelaufen ist.

Diese Hoffnungen lassen die Bankaktien massiv ansteigen. Dabei vergessen aber viele Investoren, dass gerade die Bankaktien bislang in diesem Jahr zu den großen Verlierern an der Börse gehören. So hat der Bankenindex seit Jahresanfang fast 30% (!!) an Wert verloren.

Die Banken aus Europa holen also jetzt nur kleine Teile des Verlustes aus diesem Jahr wieder auf. Zudem bleibt das Risiko in dieser Anlageklasse weiterhin hoch. Bei der Deutschen Bank lauern noch etliche Prozessfallen, bei denen noch hohe Strafzahlungen möglich sind. Das ist aber nur ein Krisenherd für den Finanzsektor. In Italien mussten in diesem Jahr schon etliche Banken aus dem neuen Rettungsfonds mit frischem Kapital versorgt werden – sonst wären diese Banken  bankrottgegangen.

Die EU als Modell steht vor dem Aus

Mit zeigt die Entwicklung an der Börse aber eins ganz klar: Die EU als Modell hat ausgedient. Die Diskussionen über einen möglichen Austritt werden auch nach der Brexit-Abstimmung in anderen Ländern nicht verstummen.

So stehen auch extrem viele Italiener und Franzosen der EU kritisch gegenüber. Die Regierungen dieser Länder werden sich nur eine begrenzte Zeit dem Willen des Volkes widersetzen können. Gerade in Frankreich kann das sehr schnell gehen mit dem Stimmungsumschwung. Dort stehen im kommenden Jahr Wahlen auf dem Programm, bei denen der EU kritische Front Nationale gute Chancen eingeräumt werden.

Wenn aber ein Land wie Frankreich eine ähnliche Initiative starten sollte wie jetzt Großbritannien, wird das Projekt Europa nicht mehr zu retten sein. Und dann gilt: Zerbricht die EU zerbricht in der Folge auch der Euro.

 

Quelle: Günter Hannich

China: Handelsdaten brechen ein

Wenn Sie an die Börse schauen, können Sie den Andruck erhalten, das alles völlig in Ordnung ist. Doch die Wahrheit über den wirtschaftlichen Zustand erfahren Sie nicht an der Börse. Hierzu müssen Sie auf andere Zahlen zurückgreifen.

Bei meinen Analysen schaue ich beispielsweise extrem häufig auf Handelsdaten. Wenn der Handel zwischen verschiedenen Staaten deutlich zurückgeht, ist das ein klares Zeichen für eine wirtschaftliche Schwäche. Dieser Zusammenhang ist einfach erklärbar und vor allen Dingen auch einfach nachvollziehbar.

Daher erschrecken mich aktuell die Daten der Volksrepublik China bezogen auf die Handelsaktivitäten doch gewaltig. Wie Sie wissen, schaue ich schon seit Monaten mit kritischen Augen auf die wirtschaftliche Entwicklung in China. Doch was jetzt dort an Zahlen veröffentlicht worden ist, gibt noch einmal heftige neue Warnsignale aus. So sind die Exporte im Februar auf Jahresbasis um 25,4 % (!!!) eingebrochen. Bei den Importen fiel der Rückgang mit 13,8 % zwar heftig aber nicht so hoch aus.

Solche Daten hat es zuletzt in den 1930er Jahren gegeben

Die Importe sind damit nun 16 Monate lang infolge eingebrochen. Solche Entwicklung bei einer großen Wirtschaftsnation hat es seit der großen Weltwirtschaftskrise in den 1930 er Jahren nicht mehr gegeben. Dabei ist für Sie ganz wichtig zu verstehen: China ist nicht irgend ein Staat auf der Welt. China ist die Nation mit dem größten Anteil am Welthandel. Sie lässt sogar die Europäische Union und auch die USA hinter sich. Wenn nun in einem solchen Land die Handelsdaten einbrechen, ist das ein absolutes Warnsignal. Damit sinkt auch der Handelsüberschuss Chinas.

Wie kaum anders zu erwarten bleibt die chinesische Führung nicht tatenlos. Jetzt kamen Meldungen heraus, wonach der Abbau von 5 bis 6 Millionen Arbeitsplätzen geplant ist innerhalb der nächsten 2-3 Jahre. Sollte dies tatsächlich so kommen, wäre es das heftigste Programm zum Arbeitsplatzabbau seit zwei Jahrzehnten.

Um die soziale Stabilität aufrechtzuerhalten und keine Unruhen aufkommen zu lassen, wird die chinesische Führung wohl in dieses Programm allein bei der Stahl und Kohleindustrie rund 20 Mrd. Euro innerhalb der nächsten 2-3 Jahre investieren müssen.

Eins müssen Sie dabei bedenken: Bislang lebte das chinesische Wirtschaftswunder auch von immer neuen Jobs. Wenn nun massiv Jobs in Kernbereichen wie der Stahl- und Kohleindustrie abgebaut werden, wird dies wohl kaum ohne größere Probleme abgehen.

Durch die enge Verflechtung der Weltwirtschaft können Sie davon ausgehen, dass die aktuellen Probleme in China auch bei uns deutliche Folgen haben werden von denen sie sich schützen müssen. Wie das geht, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich

Börsenabsturz: Das müssen Sie jetzt wissen

Was für eine Woche erleben wir an der Börse. Die Kurse befinden sich fast im freien Fall. Vor allem bei Bankaktien gibt es kein Halten mehr.

Oder wir würden Sie einen Absturz in dem folgenden Ausmaß nennen? Seit Anfang des Jahres (und das ist nun wirklich noch nicht lange her) haben große europäische Banken zum Teil mehr als 30% an Wert verloren.

Dazu gehören die Deutsche Bank (-36%) aber auch andere große europäische Finanzhäuser wie die Societe Generale aus Frankreich mit 35%. Und dann haben wir da noch Griechenland – das fast vergessene Krisenland am Rande Europas. Dort bricht in diesen Tagen der Aktienmarkt zusammen –anders kann man es nicht ausdrücken.

Allein in dieser Woche stürzten die Kurse des ATHEX 20 Index um 17 % ab – auf ein neues Allzeit-Tief. An der Spitze der Verlierer stehen (Sie ahnen es): Auch dort die Banken. Eigentlich sollte man doch annehmen, dass die griechischen Banken nach den Milliardenhilfen wieder auf einer guten Basis stehen – doch weit gefehlt.

Aktuell sieht es so aus, als ob uns schon in den kommenden Wochen ein neues Endspiel um Griechenland bevorsteht. Ich werde in den nächsten Tagen die Lage näher analysieren und Ihnen schon in der kommenden Woche an dieser Stelle weitere Infos dazu liefern.

Internetwerte fallen ins Bodenlose

Eine andere Branche mit massiven Verlusten sind die Internetwerte. Viele Investoren rieben sich jetzt verwundert die Augen. Das Wachstum im Internet kannte zuletzt auch nur eine Richtung. Doch die Bewertungen vieler Firmen waren in völlig überzogene Regionen angestiegen.

Jetzt bauen sich diese Überbewertungen ab. Hier nur zwei Beispiele: Der ehemalige Internetgigant Yahoo aus den USA hat bis jetzt fast 39% vom 52-Wochen-Hoch verloren. Die Aktien des TV-Streamingdienstes Netflix haben bis jetzt mehr als 35% eingebüßt.

Mit die größten Verluste weist jedoch Twitter aus. Der Kurznachrichtendienst hat auch das Geschäftsjahr 2015 wieder mit einem Verlust von 500 Mio. Dollar abgeschlossen – wie schon im Jahr zuvor. Jetzt sinken aber auch noch die Nutzerzahlen. Das ist ein fatales Signal für ein strikt auf Wachstum ausgelegtes Unternehmen wie Twitter. Keine Frage: Die Realität hat die hochtrabenden Pläne bei Twitter erst einmal zunichte gemacht. Eine Wende ist nicht in Sicht.

Twitter ist jedoch nur ein Beispiel, das Ihnen zeigt: Derzeit erleben wir einen massiven Wandel an der Börse. Ich kann Ihnen sagen: Der ist auch noch nicht vorbei. Die massive Korrektur steht uns erst noch bevor – wir haben den Boden an den Märkten noch lange nicht gesehen.

 

Quelle: Günter Hannich

Crash 2016: US-Großaktionär rechnet mit Börsen-Crash 2016

Der amerikanische Großinvestor und Gründer der 118 Milliarden Dollar Vermögen verwaltenden US-Investmentfirma GMO, Jeremy Grantham, warnte kürzlich vor einem schweren Börsen-Crash im neuen Jahr. Der Großinvestor hatte schon den Crash im Jahr 2000 und die Finanzkrise 2008 richtig prognostiziert.

Er rechnet damit, dass der Finanzmarkt reif sei für einen großen Einbruch. Wenn die Notenbanken damit nicht umgehen können, dann werde es zur schwersten Krise seit der Großen Depression 1930 kommen.

Er ist sich zwar nicht sicher, was den Crash auslösen wird, aber er könnte das ganze Finanzsystem zerstören. Ich sehe es ähnlich. Der Finanzmarkt wurde seit der Finanzkrise 2008 extrem aufgebläht, ohne dass dem eine entsprechende Steigerung der realen Wirtschaft gegenübergestanden hätte.

Aber diese Fehlentwicklung wird von den allermeisten Investoren nicht als solche gesehen. Aber hier sehe ich die größte Sprengkraft für unser globales Finanzsystem. Die Börsenentwicklung hat sich in vielen Ländern von der Börse abgekoppelt. Das mag für ein oder zwei Jahre gutgehen.

Konjunktur und Börse passen nicht mehr zusammen – das wird den großen Knall bringen

Langfristig führt so etwas aber in den Crash. Es ist eben nicht nachhaltig, wenn Aktienindizes um 30% und mehr pro Jahr steigen. Hierfür habe ich nur ein kleines Beispiel. Der deutsche Technologieindex TECDAX ist beispielsweise im Jahr 2015 um 33% gestiegen. Schon 2013 war der Index sogar um40% nach oben geschossen.

Jetzt kommt die Quittung mit einemdeutlichen Abrutschen von 13% in diesem Jahr – und hier liegen erst gut zwei Handelswochen hinter uns. Wir erleben derzeit noch keinen Crash – nicht das Sie mich da falsch verstehen. Was wir derzeit erleben sind nur kleine „Vorbeben“. Die Überwertung wird abgebaut.

Diese Fehlentwicklung von wirtschaftlichem Wachstum und Börsenentwicklung erinnert mich an einen Baum, der schneller wächst als die Wurzeln, die ihn halten. Dieser Baum wird umfallen. Und genauso wird auch das Finanzsystem an diesen Naturgesetzen zwangsläufig scheitern.

Für Sie heißt das, dass Sie sich auch 2016 weiter aktiv absichern müssen. Ein probates Mittel sind hierbei Short-ETFs. Wie Ihnen diese Anlageinstrumente bei der aktiven Absicherung helfen, werde ich Ihnen in der kommenden Woche an dieser Stelle erläutern.

 

Quelle: Günter Hannich

Kriegsgefahr nimmt weiter zu: Große Spannungen zwischen Russland und der Türkei

In der vergangenen Woche wurde es für Sie wieder deutlich: Die Kriegsgefahr zwischen dem Westen und Russland ist noch lange nicht behoben – ganz im Gegenteil. Dabei kam es an der syrisch-türkischen Grenze zu einem Zwischenfall, als die Türkei ein russisches Kampfflugzeug abschoss, das sich offenbar ohne Genehmigung im türkischen Luftraum bewegte.

Schon Anfang Oktober protestierte die NATO gegen mehrfache Luftraumverletzungen Russlands und sprach von einer „extremen Gefahr“. Die Türkei kündigte damals an, keine Luftraumverletzung mehr hinzunehmen. Russland dagegen behauptet, das Flugzeug sei über syrischem Gebiet abgeschossen worden.

Russland will aufgrund dieses Vorfalls die diplomatischen Beziehungen zur Türkei einschränken. Gleichzeitig rief der russische Außenminister Bürger seines Landes dazu auf, die Türkei zu verlassen, und warnte vor Reisen in die Region.

Der jetzige Vorfall gilt als einer der schwersten Konflikte zwischen der NATO und Russland in den letzten fünfzig Jahren. Das bestätigt meine Erwartung, dass sich zwischen dem Westen und Russland ein großer Konflikt anbahnt.

Noch reagieren die Börse nur moderat – doch das wird sich ändern

Gleichzeitig konnten Sie an der Reaktion der Aktienbörse sehen, welche Folgen solche noch kleinen Konflikte auf den Finanzmarkt haben. Der DAX sank direkt nach der Bekanntgabe der Meldung am Dienstag durch die ausgelöste Unsicherheit um über 1,4 Prozent. Zwar ging es danach wieder nach oben, aber die Lage kann sehr schnell eskalieren und dann kann sich auch die Aktienbörse dem nicht mehr entziehen.

Das zeigt Ihnen, wie schnell ein externer Auslöser zu einem Crash an den Aktienbörsen führen kann. Sie sehen also: Nicht nur die sich insgesamt drastisch verschlechternde weltwirtschaftliche Situation, sondern auch geopolitische Einflüsse gefährden den Finanzmarkt. Die aktuelle Häufung von kriegerischen Konflikten und immer neuen Terrorattacken zeigen ganz klar, wie groß die Gefahr wirklich ist.

Das bestätigt meine Strategie in solch unsicheren Zeiten wie heute, keinesfalls in großem Stil auf zyklische Aktien wie Automobilwerte zu setzen. Sie sollten deshalb Ihren Aktienanteil strikt begrenzen und nur in ausgewählte Qualitätsaktien aus sicheren Branchen investieren.

 

Quelle: Günter Hannich

„Der Terror-Schock“ – Diesen Preis müssen Sie bezahlen! (3)

Ich habe Ihnen bereits aufgezeigt, dass sich die Terroranschläge von Paris auf die Börse auswirkten. Vor allem auf Aktien von Unternehmen aus der Tourismus- und Luftfahrtbranche.

Ebenso auf die Gastronomie, die Unterhaltungsbranche und den Einzelhandel.

Doch die Folgen des Terrors wirken sich auch volkswirtschaftlich aus.

Terrorismus und Außenhandel

Terroranschläge fügen dem Außenhandel eines Landes erhebliche Schäden zu. Das besagt auch eine Studie hinsichtlich internationaler Handelsströme zwischen mehr als 200 Ländern im Zeitraum von 1960 bis 1993. Demnach ging das Handelsvolumen zwischen zwei Ländern bei einer Verdoppelung der Anzahl terroristischer Angriffe um vier Prozent zurück.

Ganz abgesehen davon, dass immer ein Risiko der unmittelbaren Zerstörung der gehandelten Güter besteht. Ebenso von Lieferbeziehungen und bestimmte Transportwegen, um die Handelsströme zu schädigen.

Volkswirtschaftlich unproduktive Investitionen

Denken Sie noch an einen Aspekt, der gemeinhin nicht beachtet wird. Vorausgesetzt man beschäftigt sich überhaupt mit den Auswirkungen des Terrors auf die Wirtschaft.

Und zwar an die zusätzlichen Investitionen in die Sicherheit. Wie etwa stärkere Grenzkontrollen, mehr Polizisten, zusätzliche Security-Mitarbeiter. Diese Investitionen sind aus volkswirtschaftlicher Sicht unproduktiv.

Und zwar gleichermaßen für den Staat wie auch die davon betroffenen Unternehmen.

Steigende Transaktionskosten im Verkehr

Jede Verschärfung von Sicherheitsmaßnahmen bedeutet höhere Kosten. Und dadurch sinkt wiederum die Produktivität. Und diese muss ausgeglichen werden.

Nach den 9/11-Anschlägen 2001 in New York stiegen die Transaktionskosten im Verkehr, Tourismus und internationalen Handel deutlich an.

Das bedeutet für Sie: Reisen und Flugtickets können teurer werden. Durch die Mehrbelastung der Verbraucher sinkt wiederum die Kaufkraft sowie die Nachfrage der Konsumenten.

Ein wahrer Teufelskreis

Der Staat verliert Milliarden

Auch der Staat verliert aufgrund seiner Mehrausgaben für die Sicherheit Milliarden. Geschätzt wurde nach den Terroranschlägen in New York, dass durch die erhöhten Sicherheitsausgaben die Arbeitsproduktivität die US-amerikanische Wirtschaft um 1,12 Prozent gesenkt wurde.

Das entspricht einem Verlust von etwa 70 Milliarden US-Dollar am Bruttosozialprodukt (BIP).

Einsparungen und Defizite

So wird der Staat aufgrund immenser Sicherheitskosten an anderer Stelle einsparen müssen. Vielleicht bei der Bildung oder anderswo. Und auch das wirkt sich direkt auf Sie beziehungsweise Ihre Kinder aus.

Zudem macht dadurch der Staatshaushalt mehr Defizite.

Vielleicht werden diese Mehrkosten ja auch an die Steuerzahler weitergereicht. Es wäre nicht das erste Mal.

Hohe Militärausgaben

Ganz zu schweigen von den immensen Kosten, die militärische Einsätze nach sich ziehen. Wenn beispielsweise Frankreich nun seine Präsenz in Syrien verstärken wird.

Vielleicht ziehen sogar die Deutschen nach. Noch wissen wir das nicht genau. Eventuell entlastet die Bundeswehr die Franzosen im westafrikanischen Mali.

Auch durch Militärausgaben verschlechtern sich Staatsbudgets. Schlecht für die Steuerzahler. Für Sie.

 

Quelle: Guido Grandt

Die Krise der Deutschen Bank: Das müssen Sie jetzt wissen

An der Börse in Frankfurt werden extrem viele Aktien gehandelt. Doch nur wenige haben auch so eine starke Außenwirkung wie die Aktie der Deutschen Bank. Daher sind die gestrigen Bilanzdaten der Deutschen Bank auch eingeschlagen wie eine Bombe.

Allein im dritten Quartal liefen bei der Deutschen Bank Verluste in Höhe von 6 Mrd. Euro auf. Am Ende des Geschäftsjahres wird die Deutsche Bank nach eigenen Angaben wohl auf jeden Fall einen Verlust schreiben.

Das werden auch die Aktionäre zu spüren bekommen: Für das laufende und das nächste Jahr hat die größte deutsche Bank die Dividende gestrichen. Erstmals seit 60 Jahren werden also die Aktionäre der Deutschen Bank am Ende des Geschäftsjahres leer ausgehen.

Der neue Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat zudem ambitionierte Sparziele. Bis 2018 will Cryan 3,8 Mrd. Euro einsparen. Dazu sollen Filialschließungen und vor allem auch ein weitreichender Stellenabbau dienen. Neben 9.000 Mitarbeitern der Bank von denen 4.000 in Deutschland arbeiten sollen weitere 6.000 Servicemitarbeiter gekündigt werden. Insgesamt will die Bank so 15.000 Stellen streichen.

Deutsche Bank brauchte hohe Rückstellung für Prozesskosten

Spannend ist tatsächlich auch, wo hier hauptsächlich der große aktuelle Verlust bei der Deutschen kommt. Nach etlichen Skandalen sieht sich die Deutsche Bank zahlreichen Klagen gegenüber. Hier ist eine der großen Baustellen der Deutschen Bank.

Im Endeffekt kann man dem größten deutschen Kreditinstitut noch nicht einmal massive Vorwürfe machen. Doch in der Konsequenz war es so, dass die Deutsche Bank eben bei allen möglichen Geschäften im Investmentbanking mit dabei war. Daraus haben sich nun etliche Skandale entwickelt.

Das Image der Deutschen Bank hat den vergangenen Jahren deutlich gelitten – und eben auch die Erträge. Jetzt sollen es die Privatkunden einmal mehr bringen für die Deutsche Bank. Seit der Finanzkrise gilt für mich ganz klar: Hände weg von Bankaktien. Die Bilanzen der großen Kreditinstitute sind immer undurchschaubar geworden.

Wie ernst die Lage selbst bei angesehenen Marktakteuren wie der Deutschen Bank ist, verdeutlicht jetzt das angekündigte Sparprogramm. Es zeigt Ihnen aber auch, dass es weiterhin angesagt ist, diese Anlageklasse links liegen zu lassen. Die Risiken bei Banken sind einfach zu groß.

 

Quelle: Günter Hannich

Börsen: Aktueller Optimismus völlig überzogen

Der Oktober liegt nun fast hinter uns – und der große Sturm an den Börsen ist erst einmal ausgeblieben. Nach den heftigen Verlusten an den Börsen Anfang September hat sich die Lage wieder stabilisiert.

Das reicht jetzt schon wieder für jede Menge optimistische Prognosen für die nahe Zukunft. Der DAX hat auch die Marke von 10.000 Punkten spielend leicht überwunden. Jetzt erwarten schon die ersten Experten eine wahre Jahresendrallye und den Sprung auf neue Rekordstände.

Bei so viel Optimismus bleibt mir nicht vielmehr übrig als den Kopf zu schütteln. Mir ist es wirklich ein Rätsel, wie jetzt überallwieder der Optimismus herkommt. In den vergangenen Wochen hat sich die konjunkturelle Lage in vielen Teilen der Welt nicht verbessert. Schlimmer noch: Die aktuellen Daten aus den USA und vor allem aus China zeigen ganz klar. Dort geht es deutlich zurück mit dem Wirtschaftswachstum.

An den Börsen wird aber in diesen Tagen schon wieder eine Party gefeiert – so als ob wir vor dem nächsten großen Aufschwung stehen. Hier kann ich Ihnen nur sagen: Davon sind wir weit entfernt. Die Euphorie an den Börsen ist durch die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung überhaupt nicht abgedeckt.

Das fragile Finanzsystem kann sehr schnell zusammenbrechen

Im Endeffekt ist es doch so: Wir leben in einem sehr fragilen System. Schon kleine Abweichungen können hier für massive Auswirkungen sorgen. Dazu möchte ich Ihnen ein kleines Beispiel aus dem persönlichem Umfeld aufzeigen.

Sie werden mir sicher zustimmen, dass die Summen mit denen die Banken in Deutschland und in aller Welt jonglieren immer größer werden. Billionen-Summen in den maßgeblichen Währungen wie Dollar, Euro oder britischem Pfund werden rund um den Globus transferiert.

Doch am anderen Ende tauchen wir alle als Privatkunden bei der Bank auf. Wenn dann ein solcher Privatkunde „nur“ 10.000 Euro in bar haben möchte, muss eine solch „große Transaktion“ bei den Banken angemeldet werden. In der Regel benötigen die Banken dazu 24 Stunden, um diese Summe auch wirklich in bar bereitstellen zu können.

So etwas mach mich stutzig und das sollte Sie auch zum Nachdenken anregen. Es zeigt Ihnen auf jeden Fall klar auf, wie fragil das aktuelle Finanzsystem tatsächlich ist. Wie Sie wissen, ist der Herbst bekannt für seine Stürm. Also machen wir uns alle auf etwas gefasst in den kommenden Wochen und Monaten.

 

Quelle: Günter Hannich