Wann kommt der große Knall?

Nur mit Müh und Not gelingt es den Notenbanken, das Finanzsystem noch zusammen zu halten. Doch seit der letzten Krise krachts global an allen Ecken und Enden. Besonderes Problem: Reiche werden immer reicher und unten bleibt nur noch das Hamsterrad.

2016 haben wir es mit einer zunehmend ungerechten Welt zu tun. Das liegt nicht zuletzt an einer massiven, insbesondere zins- bzw. renditebedingten, Vermögens(um)verteilung. Diese hat eine immer stärker zunehmende Vermögens- und Machtkonzentration an der Spitze der Gesellschaft zur Folge.

Der Oxfam-Bericht Anfang 2015 legte offen, dass ein Prozent der Weltbevölkerung mittlerweile mehr als die Hälfte des weltweiten Vermögens besitzt. Gerade die Deregulierung der Finanzmärkte in den USA führte dazu, dass die oberen 10 Prozent der Bevölkerung seither einen überdurchschnittlichen Einkommenszuwachs verzeichnen konnten, während der Großteil der Menschen sich immer schneller im Hamsterrad des Wirtschaftssystems drehen muss um die exorbitanten Renditen weniger Reicher zu erwirtschaften. Wir befinden uns in einer Situation, da der Anteil der oberen 10 Prozent am Gesamteinkommen genauso groß ist wie 1929 – kurz vor der Großen Depression.

Noch deutlicher wird diese Ungleichheit, wenn man betrachtet, dass 146 multinationale Konzerne über mehr als die Hälfte des weltweit zirkulierenden Kapitals verfügen. Damit haben wenige Unternehmen ein Machtgefüge errichtet, dem sich die Politik ob dessen Dominanz nur unterwerfen kann. Heute bestimmt die Weltwirtschaft das politische Geschehen deutlicher als je zuvor und ein Ende dieser Entwicklungen ist nicht in Sicht. Vielmehr ist zu erwarten, dass sich die Situation weiter zuspitzt.

Worin liegen aber tiefere Ursachen der Krisen, die in ständig neuen Worthülsen gekleidet, jedoch stets gleichen Mustern an zerstörerischer Kraft gewinnen und immer wiederkehren?

Wir haben uns auf die Suche der wahren Gründe der Schulden- und Finanzkrise begeben. Die Erkenntnisse waren für studierte Ökonomen nicht einfach zu verdauen. Schließlich bewiesen sie, dass ein wesentlicher Bestandteil, das Fundament der Wirtschaftslehre und insbesondere der Geldpolitik, während des Studiums der Volkswirtschaftslehre – vielleicht sogar ganz bewusst vergessen wurde.

Die wichtigste Erkenntnis war, dass jeder Geldschein, der jemals gedruckt wurde, nichts anderes als einen Schuldschein oder Schulden darstellt. Geld entsteht in unserem Wirtschaftssystem und zwar von Beginn an, ausschließlich durch Schulden bzw. Kreditaufnahme. Schon Privatbanken leihen sich bei der Zentralbank Geld gegen Zinsen und geben es dann an Staaten im Austausch gegen Staatsanleihen weiter.

Denkt man einen Schritt weiter sind Guthaben und Schulden lediglich zwei Seiten derselben Medaille. Zwei Billionen Euro Schulden des deutschen Staates (bzw. der Bürger des deutschen Staates, schließlich bilden sie den Staat) bedeuten, dass auf der anderen Seite zwei Billionen Euro Guthaben stehen.

Unglücklicherweise können diese Schulden lediglich durch neue immer höhere Kredite kurzfristig ausgeglichen werden. Diese sind jedoch erneut mit Zinsen versehen. Das führt in eine unaufhaltsame Spirale der Geldproduktion die die Europäische Zentralbank seit ca. einem Jahr mit dem Aufkauf fauler Staatsanleihen weiter befeuert hat. Einzige Profiteure dieser hochriskanten Strategie sind die Teilnehmer der Finanzmärkte, da der Großteil dieses Geldes niemals dem „einfachen Griechen“ erreichen wird, sondern auf der Suche nach der maximalen Rendite in den nebulösen Sphären der Aktienmärkte spurlos verschwindet.

Alte Schulden können also nur mit neuen „zinsbelasteten“ Schulden „begleichen“ werden. Die Zinsen auf Schulden, in diesem Falle Zinsen auf Staatsanleihen – die Schuldscheine des deutschen Staates -, zahlen wir alle indirekt mit unseren Steuern. De facto sind Zinsen auf Staatsanleihen der zweitgrößte Posten im Bundeshaushalt! Im Jahr 2010 hat der Bund 319,5 Milliarden Euro ausgegeben. 2010 entfielen knapp 39 Milliarden Euro auf Zinsen. Damit übersteigen sie die anderen Ausgabenposten im Bundeshaushalt wie z.B. Verkehr (26 Milliarden), Gesundheit (16 Milliarden) und Familie (6,5 Milliarden) bei weitem!

Neben bedenklichen sozialen Konsequenzen verschlimmert diese problematische Funktionsweise des Geldsystems auch eine bereits stark angeschlagene Ökologie. Schließlich müssen die Zinsen für die Schulden immerzu erarbeitet werden, um einen Wirtschaftskollaps zu vermeiden. Außerdem bedeutet eine immer weiter zunehmende Gesamtzinslast, dass sich auch die Wirtschaft immer weiter beschleunigen muss, um dem exponentiellen Charakter des Zinses beizukommen.

In der Kombination der Funktionsweise, dass Geld ausschließlich per Kredit entstehen kann und immer mit Zins versehen ist der sich zu einem Zinseszins akkumulieren kann, liegt eine wesentliche Ursache für die dauerhafte Proklamation von Wirtschaftswachstum. Nur so sind die Zinszahlungen auch weiterhin gewährleistet. Doch unendliches Wirtschaftswachstum in einer endlichen Welt hat schon der Club of Rome schon vor 44 Jahren, 1972, für unmöglich bezeichnet. Dies verdeutlicht eine Grafik aus „Tag auf Tag im Hamsterrad“ (S. 77) sehr deutlich. Während die Wirtschaft nämlich höchstens linear wachsen kann, beschreibt das ökologische Wachstum einen logarithmischen Verlauf und das Zinswachstum einen exponentiellen.

Es ist an der Zeit aufzuwachen und dieser Tatsache ins Auge zu sehen. Es herrscht lediglich ein Informationsdefizit in der Bevölkerung angesichts eines Geldsystems, das eine Halbwertszeit besitzt. Je mehr Menschen sich jedoch auf die Suche nach nachhaltigeren und ethisch und sozial gerechteren Wirtschaftssystemen begeben, umso schneller werden wertvolle Erkenntnisse auf Gesamtgesellschaftlicher oder gar Globaler Ebene Realität.

 

Quelle: Christopher Klein und Jens Helbig

Börseneuphorie ist unbegründet

Angetrieben von den guten Wirtschaftsdaten aus China hat der DAX im Wochenverlauf die Marke von 10.000 Punkten wieder zurückerobert. Ich habe Sie in dieser Woche schon einmal darauf hingewiesen, dass dies ein Fehlsignal der Aktienmärkte ist.

Warum ich davon überzeugt bin, möchte ich Ihnen heute noch einmal näher erläutern mit vielen weiteren Krisenanzeichen, die sich derzeit rund um den Globus ergeben. In der öffentlichen Wahrnehmung spielt bei uns in Deutschland Brasilien kaum eine große Rolle. Doch dort braut sich ein wirkliches wirtschaftliches Desaster zusammen.

Das Land ist immerhin die siebtgrößte Volkswirtschaft dieser Erde und erlebt schon jetzt die schwerste Rezession seit 25 Jahren. Schon Goldman Sachs bezeichnete kürzlich die aktuelle Situation in Brasilien als Depression und nicht mehr als Rezession.

Sie müssen sich vorstellen: Ganz aktuell hat die brasilianische Zentralbank ihre eigenen Prognosen zum Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr präsentiert. Mittlerweile erwarten die Notenbanker in Brasilien eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 3,5 %. In der letzten Schätzung hatten die Experten eine Schrumpfung um nur 1,9 % erwartet.

Italiens Banken stehen massiv unter Druck

Und auch bei uns in Europa sieht es alles andere als gut aus in einigen Ländern. In Italien stehen beispielsweise die Banken massiv unter Druck. Als Gruppe gesehen haben die italienischen Banken in diesem Jahr alleine die Hälfte ihres Börsenwertes eingebüßt. Es steht immer noch die Frage im Raum, was mit den notleidenden Krediten im Volumen von 360 Mrd. Euro passieren soll.

Das sind Kredite, die von Banken als nicht mehr zurückzahlbar eingeschätzt werden. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung Italiens entspricht das ungefähr einem Fünftel der Wirtschaftsleistung. Sollten jetzt also die italienischen Banken tatsächlich weitere Hilfen benötigen, müsste die EZB helfen.

Aber sie erinnern sich sicherlich noch an die Schwierigkeiten, die es rund um Griechenland gab. Das Land war jedoch nur Nummer 44 in der Liste der großen Volkswirtschaften. Italien steht dort direkt hinter Brasilien auf dem achten Platz. Eine Rettung Italiens ist also mit den bekannten Hilfsmechanismen nicht möglich.

Ein wichtiger Bankmanager aus Frankreich brachte in diesen Tagen seine Einschätzung auf den Punkt: “Ich bin derzeit sehr viel mehr beunruhigt, als ich es im Jahre 2009 war.“ Das zeigt Ihnen an, wo derzeit Probleme lauern. Die aktuelle Euphorie an den Börsen ist damit alles andere als fundamental begründet.

 

Quelle: Günter Hannich

Böse Vorahnungen – In den USA geht es bergab

Die niedrigen Zinsen, die Negativ-Zinsen und die Mengen an Geld, mit denen die Märkte überflutet verfolgt die Politik in Europa und Amerika vor allem ein Ziel:

Die Wirtschaft soll angekurbelt werden. Die Unternehmen sollen Investitionen vereinfacht werden. Depression und Deflation sollen verhindert werden. Wie „erfolgreich“ diese Strategie ist, das zeigt ein Blick auf die aktuellen Daten der USA:

  • Der Auftragseingang in den USA geht zurück. Nach der aktuellen Statistik bekamen die US-Unternehmen im Februar 2016 0,8% weniger Aufträge. Mit anderen Worten: Statt Wachstum steht Schrumpfung auf dem Programm. Die Politik des billigen Geldes funktioniert nicht. Ein Wirtschaftseinbruch wird damit nicht zu verhindern sein.


Unbehagen und böse Vorahnungen dürften die schlechten Zahlen aus den USA auch hierzulande auslösen: Nachdem China als ehemals wichtigstes Abnehmerland ins Straucheln geraten, wankt mit den USA ein weiterer Großkunde. Nach den Problemen in China hatten die deutschen Maschinenbauer darauf gesetzt, in den USA vermehr Abnehmer zu finden. Wenn es bei den negativen Zahlen aus den USA bleibt – und alles sieht danach aus –, wird es damit nichts. Rezession, Deflation, Depression sind dann nicht mehr weit entfernt …

Entsprechend düstere Befürchtungen hatten wahrscheinlich die Verantwortlichen bei der Europäischen Zentralbank (EUB) bereits in diesem März als sie überraschend den Leitzins auf 0,0% senkten, den Geldhahn noch einmal weiter aufgedreht hatte und ankündigte, Anleihen im Wert von jetzt 80 Milliarden statt bisher „nur“ 60 Milliarden Euro im Monat zu kaufen.

Wie die Zahlen aus den USA zeigen: All das hilft wenig. Viele ernsthafte Beobachtet befürchten deshalb schon das Schlimmste für die bevorstehende Berichtssaison in den USA, bei der die großen Aktienunternehmen ihre Zahlen offenlegen:

Die Zeitung Financial Times prognostiziert aktuell, dass die Gewinn der Unternehmen aus dem S&P 500-Index im ersten Quartal 2016 um rund 7,6% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sind.

Wir müssen den Tatsachen in die Augen sehen: Es geht abwärts!

 

Quelle: Günter Hannich

Crash 2016: US-Großaktionär rechnet mit Börsen-Crash 2016

Der amerikanische Großinvestor und Gründer der 118 Milliarden Dollar Vermögen verwaltenden US-Investmentfirma GMO, Jeremy Grantham, warnte kürzlich vor einem schweren Börsen-Crash im neuen Jahr. Der Großinvestor hatte schon den Crash im Jahr 2000 und die Finanzkrise 2008 richtig prognostiziert.

Er rechnet damit, dass der Finanzmarkt reif sei für einen großen Einbruch. Wenn die Notenbanken damit nicht umgehen können, dann werde es zur schwersten Krise seit der Großen Depression 1930 kommen.

Er ist sich zwar nicht sicher, was den Crash auslösen wird, aber er könnte das ganze Finanzsystem zerstören. Ich sehe es ähnlich. Der Finanzmarkt wurde seit der Finanzkrise 2008 extrem aufgebläht, ohne dass dem eine entsprechende Steigerung der realen Wirtschaft gegenübergestanden hätte.

Aber diese Fehlentwicklung wird von den allermeisten Investoren nicht als solche gesehen. Aber hier sehe ich die größte Sprengkraft für unser globales Finanzsystem. Die Börsenentwicklung hat sich in vielen Ländern von der Börse abgekoppelt. Das mag für ein oder zwei Jahre gutgehen.

Konjunktur und Börse passen nicht mehr zusammen – das wird den großen Knall bringen

Langfristig führt so etwas aber in den Crash. Es ist eben nicht nachhaltig, wenn Aktienindizes um 30% und mehr pro Jahr steigen. Hierfür habe ich nur ein kleines Beispiel. Der deutsche Technologieindex TECDAX ist beispielsweise im Jahr 2015 um 33% gestiegen. Schon 2013 war der Index sogar um40% nach oben geschossen.

Jetzt kommt die Quittung mit einemdeutlichen Abrutschen von 13% in diesem Jahr – und hier liegen erst gut zwei Handelswochen hinter uns. Wir erleben derzeit noch keinen Crash – nicht das Sie mich da falsch verstehen. Was wir derzeit erleben sind nur kleine „Vorbeben“. Die Überwertung wird abgebaut.

Diese Fehlentwicklung von wirtschaftlichem Wachstum und Börsenentwicklung erinnert mich an einen Baum, der schneller wächst als die Wurzeln, die ihn halten. Dieser Baum wird umfallen. Und genauso wird auch das Finanzsystem an diesen Naturgesetzen zwangsläufig scheitern.

Für Sie heißt das, dass Sie sich auch 2016 weiter aktiv absichern müssen. Ein probates Mittel sind hierbei Short-ETFs. Wie Ihnen diese Anlageinstrumente bei der aktiven Absicherung helfen, werde ich Ihnen in der kommenden Woche an dieser Stelle erläutern.

 

Quelle: Günter Hannich

Rohstoff-Crash deutet großen Crash an

Das Jahr 2015 wird bei den Rohstoffen in die Geschichte eingehen. Selten zuvor sind die Preise so stark abgestürzt wie im laufenden Jahr. Erst in diesen Tagen ging es erneut deutlich nach unten. So erreichte der Bloomberg Commodity Index nun den niedrigsten Stand seit 16 Jahren.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Rohstoffe sind aktuell günstiger als zum Höhepunkt der Finanzkrise 2009. Das gilt vor allem für Öl. Wie Sie als Autofahrer aktuell merken, befindet sich der Ölpreis nahezu im freien Fall.

Wenn Sie ein Dieselfahrzeug besitzen, können Sie aktuell schon einen Liter Treibstoff für weniger als 1 Euro bekommen. Zuletzt notierte der Dieselpreis zum Höhepunkt der Finanzkrise 2009 so niedrig. Auch damals sackte der Ölpreis unter die Marke von 40 Dollar pro Fass. Das war damals ein Vorbote für den anstehenden Crash. Genau das erwarte ich auch jetzt wieder.

Hinzu kommen ja auch noch die dramatischen Preisrückgänge bei den anderen Rohstoffen: Kupfer und Nickel haben zuletzt auch deutlich im Preis nachgegeben. Die Rohstoffschwäche nährt sich aus zwei Quellen: Es gibt zu viele Rohstoffe in vielen Bereichen. Das ist eine Folge der massiven Investitionen in neue Minen in den vergangenen Jahren. Dieses Überangebot trifft nun auf eine schwächere Nachfrage. Die wird vor allem durch die nachlassende Konjunktur in China ausgelöst.

Chinas Handel bricht stark ein – mit massiven Folgen für die Weltwirtschaft

Die ehemalige Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft ist mittlerweile fast zum Stillstand gekommen. Das zeigen auch zahlreiche Konjunkturdaten aus den vergangenen Wochen. So befindet sich der chinesische Export im freien Fall: Auf Jahressicht ging es hier um fast 7% nach unten.

Noch heftiger ist die Entwicklung bei den Importen. Hier ging es sogar um fast 9% im Jahresvergleich nach unten. Der aktuelle Handel geht noch stärker zurück. So ist der wichtige Index für die Containerumschlagzahlen in China jetzt auf den niedrigsten Stand aller Zeiten gefallen.

Der Absturz in China allein wäre schon schlimm. Doch die Konjunkturschwäche erfasst weltweit immer mehr Länder. Die Experten von Goldman Sachs warnen aktuell vor einer Depression in Brasilien.

Diese Schwäche in den aufstrebenden Wirtschaftsnationen wird auch uns im kommenden Jahr vor große Probleme stellen. Daher kommt der aktiven Sicherung Ihres Vermögens eine ganz wichtige Rolle zu.

 

Quelle: Günter Hannich