Wann kommt der große Knall?

Nur mit Müh und Not gelingt es den Notenbanken, das Finanzsystem noch zusammen zu halten. Doch seit der letzten Krise krachts global an allen Ecken und Enden. Besonderes Problem: Reiche werden immer reicher und unten bleibt nur noch das Hamsterrad.

2016 haben wir es mit einer zunehmend ungerechten Welt zu tun. Das liegt nicht zuletzt an einer massiven, insbesondere zins- bzw. renditebedingten, Vermögens(um)verteilung. Diese hat eine immer stärker zunehmende Vermögens- und Machtkonzentration an der Spitze der Gesellschaft zur Folge.

Der Oxfam-Bericht Anfang 2015 legte offen, dass ein Prozent der Weltbevölkerung mittlerweile mehr als die Hälfte des weltweiten Vermögens besitzt. Gerade die Deregulierung der Finanzmärkte in den USA führte dazu, dass die oberen 10 Prozent der Bevölkerung seither einen überdurchschnittlichen Einkommenszuwachs verzeichnen konnten, während der Großteil der Menschen sich immer schneller im Hamsterrad des Wirtschaftssystems drehen muss um die exorbitanten Renditen weniger Reicher zu erwirtschaften. Wir befinden uns in einer Situation, da der Anteil der oberen 10 Prozent am Gesamteinkommen genauso groß ist wie 1929 – kurz vor der Großen Depression.

Noch deutlicher wird diese Ungleichheit, wenn man betrachtet, dass 146 multinationale Konzerne über mehr als die Hälfte des weltweit zirkulierenden Kapitals verfügen. Damit haben wenige Unternehmen ein Machtgefüge errichtet, dem sich die Politik ob dessen Dominanz nur unterwerfen kann. Heute bestimmt die Weltwirtschaft das politische Geschehen deutlicher als je zuvor und ein Ende dieser Entwicklungen ist nicht in Sicht. Vielmehr ist zu erwarten, dass sich die Situation weiter zuspitzt.

Worin liegen aber tiefere Ursachen der Krisen, die in ständig neuen Worthülsen gekleidet, jedoch stets gleichen Mustern an zerstörerischer Kraft gewinnen und immer wiederkehren?

Wir haben uns auf die Suche der wahren Gründe der Schulden- und Finanzkrise begeben. Die Erkenntnisse waren für studierte Ökonomen nicht einfach zu verdauen. Schließlich bewiesen sie, dass ein wesentlicher Bestandteil, das Fundament der Wirtschaftslehre und insbesondere der Geldpolitik, während des Studiums der Volkswirtschaftslehre – vielleicht sogar ganz bewusst vergessen wurde.

Die wichtigste Erkenntnis war, dass jeder Geldschein, der jemals gedruckt wurde, nichts anderes als einen Schuldschein oder Schulden darstellt. Geld entsteht in unserem Wirtschaftssystem und zwar von Beginn an, ausschließlich durch Schulden bzw. Kreditaufnahme. Schon Privatbanken leihen sich bei der Zentralbank Geld gegen Zinsen und geben es dann an Staaten im Austausch gegen Staatsanleihen weiter.

Denkt man einen Schritt weiter sind Guthaben und Schulden lediglich zwei Seiten derselben Medaille. Zwei Billionen Euro Schulden des deutschen Staates (bzw. der Bürger des deutschen Staates, schließlich bilden sie den Staat) bedeuten, dass auf der anderen Seite zwei Billionen Euro Guthaben stehen.

Unglücklicherweise können diese Schulden lediglich durch neue immer höhere Kredite kurzfristig ausgeglichen werden. Diese sind jedoch erneut mit Zinsen versehen. Das führt in eine unaufhaltsame Spirale der Geldproduktion die die Europäische Zentralbank seit ca. einem Jahr mit dem Aufkauf fauler Staatsanleihen weiter befeuert hat. Einzige Profiteure dieser hochriskanten Strategie sind die Teilnehmer der Finanzmärkte, da der Großteil dieses Geldes niemals dem „einfachen Griechen“ erreichen wird, sondern auf der Suche nach der maximalen Rendite in den nebulösen Sphären der Aktienmärkte spurlos verschwindet.

Alte Schulden können also nur mit neuen „zinsbelasteten“ Schulden „begleichen“ werden. Die Zinsen auf Schulden, in diesem Falle Zinsen auf Staatsanleihen – die Schuldscheine des deutschen Staates -, zahlen wir alle indirekt mit unseren Steuern. De facto sind Zinsen auf Staatsanleihen der zweitgrößte Posten im Bundeshaushalt! Im Jahr 2010 hat der Bund 319,5 Milliarden Euro ausgegeben. 2010 entfielen knapp 39 Milliarden Euro auf Zinsen. Damit übersteigen sie die anderen Ausgabenposten im Bundeshaushalt wie z.B. Verkehr (26 Milliarden), Gesundheit (16 Milliarden) und Familie (6,5 Milliarden) bei weitem!

Neben bedenklichen sozialen Konsequenzen verschlimmert diese problematische Funktionsweise des Geldsystems auch eine bereits stark angeschlagene Ökologie. Schließlich müssen die Zinsen für die Schulden immerzu erarbeitet werden, um einen Wirtschaftskollaps zu vermeiden. Außerdem bedeutet eine immer weiter zunehmende Gesamtzinslast, dass sich auch die Wirtschaft immer weiter beschleunigen muss, um dem exponentiellen Charakter des Zinses beizukommen.

In der Kombination der Funktionsweise, dass Geld ausschließlich per Kredit entstehen kann und immer mit Zins versehen ist der sich zu einem Zinseszins akkumulieren kann, liegt eine wesentliche Ursache für die dauerhafte Proklamation von Wirtschaftswachstum. Nur so sind die Zinszahlungen auch weiterhin gewährleistet. Doch unendliches Wirtschaftswachstum in einer endlichen Welt hat schon der Club of Rome schon vor 44 Jahren, 1972, für unmöglich bezeichnet. Dies verdeutlicht eine Grafik aus „Tag auf Tag im Hamsterrad“ (S. 77) sehr deutlich. Während die Wirtschaft nämlich höchstens linear wachsen kann, beschreibt das ökologische Wachstum einen logarithmischen Verlauf und das Zinswachstum einen exponentiellen.

Es ist an der Zeit aufzuwachen und dieser Tatsache ins Auge zu sehen. Es herrscht lediglich ein Informationsdefizit in der Bevölkerung angesichts eines Geldsystems, das eine Halbwertszeit besitzt. Je mehr Menschen sich jedoch auf die Suche nach nachhaltigeren und ethisch und sozial gerechteren Wirtschaftssystemen begeben, umso schneller werden wertvolle Erkenntnisse auf Gesamtgesellschaftlicher oder gar Globaler Ebene Realität.

 

Quelle: Christopher Klein und Jens Helbig

Warnsignal aus den USA: Exporte gehen stark zurück

Die Wirtschaftsdaten verschlechtern sich zusehends. Das gilt nicht nur für die Handelsdaten aus China, die ich Ihnen schon in dieser Woche vorgestellt habe. Das gilt auch für wie viele wichtige Konjunkturdaten aus den USA. Auch dort kühlt sich die Handelsaktivität deutlich ab.

Seit dem letzten Höhepunkt der US-Exporte Ende 2014 ist es bei dieser wichtigen Kennziffer stetig bergab gegangen. Und genau so etwas sieht man normalerweise nur während einer Rezession. Damit bedeutet das: Entweder die USA befinden sich jetzt schon in einer Rezession oder sie sind auf dem dorthin.

Die Belastungsfaktoren für die US-Korrektur liegen auf der Hand. Zum einen ist es der starke Dollar und zum anderen die insgesamt weiter nachlassende globale Nachfrage. Im Ergebnis sind die US Exporte auf ein neues fünfeinhalb Jahrestief abgesunken.

Bei dieser Basis können Sie sich vorstellen, dass auch das US Handelsbilanzdefizit wieder ansteigt. Hier werden die Exporte und Importe ins Verhältnis gesetzt. Traditionell weisen die USA hier ein großes Defizit auf.

Das Land importiert viel mehr Waren und Dienstleistungen als es exportiert. Doch mittlerweile weitet sich das Defizit der US-Handelsbilanz wieder deutlich aus. So hat es jetzt wieder nach einem Anstieg von 2,2 % im Januar den Wert von 45,7 Mrd. Dollar erreicht. Das lag deutlich über den Erwartung der Analysten.

US-Handelsbilanzdefizit nimmt immer weiter zu

Das ausufernde Handelsbilanzdefizit der USA ist ein ganz wichtiger Faktor. Das Land importiert jedes Jahr Waren und Dienstleistungen von einigen 100 Mrd. Dollar. Im Endeffekt steuert die US-Wirtschaft so auf eine massive Krise zu. Solange jedoch China noch bereit war, US Staatsanleihen im großen Stil aufzukaufen, so lang ist das System auch stabil geblieben.

Der Handel war ganz einfach: China liefert Waren in die USA und kaufte dort massiv Staatsanleihen auf. Jetzt könnte sich das Blatt jedoch wenden. Wie ich ihn schon berichtet habe, plant die chinesische Führung 5 bis 6 Millionen Arbeiter auf die Straße zu setzen. Darunter wird sicherlich auch die Handelsaktivität in Richtung USA leiden.

Eine solche Entwicklung bliebe aber auch bei uns nicht folgenlos, denn die Vernetzung der globalen Wirtschaft nimmt immer weiter zu.

 

Quelle: Günter Hannich

„Das große Versagen der EZB – Die Sparer-Enteignung geht weiter!“ (3)

Die Berichterstattung über die Flüchtlingskrise verdrängt ein brandgefährliches Thema: die desaströse Finanzpolitik der EZB! Denn aufgrund ihrer anhaltenden Null-Zins-Politik verlieren Sie als Sparer Tag ein, Tag aus, an Vermögen. Der Leitzins liegt aktuell bei historisch niedrigen 0,05 Prozent.

Während die einen feiern, trockenen die anderen ihre Tränen

Diese Sparerenteignungen sind den EU-Verantwortlichen und der Bundesregierung jedoch herzlich egal. Die deutschen Politiker lassen sich vielmehr für ihren Rekordüberschuss von 12,1 Milliarden Euro alleine für 2015 feiern. Seit 2008 sind das sogar 193 Milliarden Euro an eingesparten Zinsausgaben.

Während die einen also vor Freude weinen, müssen sich die anderen die Tränen abwischen. Sie!

Dabei ist Fakt: Die EZB-Politik fruchtet keineswegs.

Basel III führt die EZB-Geldschwemme ad absurdum

Ich habe Ihnen bereits aufgezeigt, dass die EZB mit ihrem Quantitative Easing monatlich etwa 60 Milliarden Euro in das Finanzsystem pumpt. Doch dieses Instrument versagt, wegen der Basel III-Regelung, die unter anderem auch auf EU-Ebene abgesegnet wurde.

Basel III soll die Stabilität des Bankensektors stärken, stellt hohe Anforderungen an Qualität und Quantität der Risikoabdeckung. Insbesondere was die Aktivitäten auf dem Kapitalmarkt anbelangt. Zudem müssen Banken verschärfte Liquiditätsanforderungen erfüllen. Doch genau diese sind in den heutigen Zeiten immer schwerer zu erfüllen. Die Banken erzielen keine hohen Gewinne mehr, deshalb wird der Aufbau von Eigenkapital erheblich erschwert. Und gerade darum schränken sie auch das Kreditvolumen ein, für die das verfügbare Eigenkapital gemäß den Basel-III-Regeln noch genügt.

Statt Kreditankurbelung eine Kreditbremse

Verstehen Sie: statt einer Kreditankurbelung erfolgt genau das Gegenteil. Eine Kreditbremse. Und dennoch wird auf EU-Ebene sogar über noch höhere Kapitalquoten für Banken diskutiert.

Dabei wissen Sie genauso gut wie ich, dass besonders für kleine und mittlere Unternehmen die Kreditfinanzierungen geradezu überlebenswichtig sind. Denken Sie in diesem Zusammenhang an die laufende Finanzierung der Betriebsmittel. Und natürlich an die Investitionen. All das sind wichtige Faktoren für Konjunktur und Beschäftigung.

Europäische Unternehmen „leben“ von Kreditfinanzierungen

In den meisten europäischen Unternehmen finden sich 75 Prozent Kreditfinanzierung und nur 25 Prozent Eigenkapitalfinanzierung.

Daran können Sie schnell erkennen, wie dramatisch die Kreditbremse durch die falsche EZB-Politik ist. Deshalb wird auch die Flaute in der EU anhalten, denn es gibt kaum Alternativen.

Gefahr: Der Spekulationswahnsinn der Banken geht weiter!

Noch eine Gefahr besteht. Eine ziemlich große. Durch den Regulierungseifer wird zwar die Vergabe von Krediten gebremst, unterbindet aber keineswegs Spekulationen. Ganz im Gegenteil.

Mit riskanten Geschäften versuchen viele Finanzinstitute hohe Gewinne zu machen, um so ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen. Damit beißt sich die sprichwörtliche Katze in den Schwanz.

Die EZB verlängert sogar noch ihre Katastrophen-Politik

Wie unglaublich die EZB versagt, zeigt der Umstand, dass sie erst noch am 3. Dezember 2015 beschloss, die Geldschwemme nicht wie vorgesehen im September 2016 auslaufen zu lassen. Sondern sogar noch bis mindestens Ende März 2017 verlängerte. Da ist man geradezu baff!

Es soll also länger als geplant Monat für Monat weitere 60 Milliarden Euro in das Finanzsystem fließen. Sprich vor allem Staatsanleihen, aber auch gedeckte Schuldverschreibungen und forderungsbesicherte ABS-Papiere gekauft werden. Trotz des offensichtlichen Versagens der EZB-Politik prognostizieren ihre Ökonomen für 2016 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,7 Prozent. Für 2017 von 1,9 Prozent.

Ich hingegen prognostiziere Ihnen eines: Wenn Sie weiterhin Geld auf dem Sparbuch liegen haben, werden Sie es bald mit der Lupe suchen müssen!

 

Quelle: Guido Grandt

„Das große Versagen der EZB – Die Sparer-Enteignung geht weiter!“ (1)

Die Meldungen über die Flüchtlingskrise überschatten die desaströsen Verhältnisse innerhalb der EU. Und damit meine ich nicht die Spaltung Europas in die willigen und unwilligen Länder hinsichtlich der Verteilungsquote von Schutzsuchenden. Sondern die finanzpolitische Katastrophe, die die Europäische Zentralbank Ihnen allen, den Sparern, beschert.

Denn immer noch dümpeln die von ihr gesenkten Leitzinsen fast gegen null. Der Leitzins ist der Zinssatz zu dem sich Geschäftsbanken bei den Zentralbanken refinanzieren können. Dieser liegt momentan bei gerade Mal 0,05 Prozent.

Bund, Länder und Gemeinden profitieren von der Sparer-Enteignung

Aufgrund der Null-Zins-Politik der EZB machen sich hierzulande nur die öffentlichen Haushalte die Taschen voll. 2015 sparten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen 43 Milliarden Euro an Zinszahlungen im Vergleich zum Jahr 2007.

Wenn Sie die Zeit von 2008 bis 2015 nehmen, sind das insgesamt 193 Milliarden Euro an eingesparten Zinsausgaben!

Bundesregierung feiert die Sparer-Enteignung

Während also der Schuldenhaushalt schrumpft und sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble freudig die Hände reibt, verlieren Sie, der Sparer Milliarden. Wissen Sie, was der österreichische Banken-Chef Andreas Treichel zur Niedrigzinspolitik der EZB gesagt hat? Genau das, was es auch ist: Eine „Enteignung aller Sparer in Europa.“

Dafür lässt sich die Bundesregierung perfider Weise feiern. Und verkauft dem enteigneten Sparer ihren Rekordüberschuss von 12,1 Milliarden Euro auch noch als großen Erfolg. Unglaublich!

Das EZB-Desaster

Als regelmäßiger Unangreifbar Leben-Leser kennen Sie den Hintergrund für die seit langer Zeit anhaltenden Enteignung durch die Null-Zins-Politik der EZB: sie soll die Kreditvergabe von Banken an Unternehmen steigern. Doch ich sage Ihnen – diese expansive Geldpolitik hat versagt. Und das kann ich Ihnen auch belegen.

Beispielsweise wurden im Dezember 2015 lediglich 0,3 Prozent mehr Darlehen an die Wirtschaft vergeben. Im November waren es 0,7 Prozent. Das alles ist alles andere als ein Erfolg der EZB, sondern genau das Gegenteil: ein Desaster.

Die Geld-Politik der EZB hat versagt

Sie wissen: die EZB versucht mit dem Kauf von Staatsanleihen die Konjunktur anzukurbeln, die niedrige Inflation anzuheben. So werden monatlich etwa 60 Milliarden Euro in das Finanzsystem gepumpt. Doch, wie erwähnt, vergeben die Finanzinstitute kaum mehr Kredite an die Privatwirtschaft.

Damit hat die EZB-Politik zu Lasten der Sparer versagt. Das Billig-Geld kann die Realwirtschaft kaum beleben, führt stattdessen zu Blasen auf den Vermögens- und Immobilienmärkten.

Vergessen Sie in diesem Zusammenhang auch nicht, dass Spekulationen dagegen weiter getätigt werden können. Und zwar völlig ungebremst.

Wirkungsloses Quantitative Easing

Nun werden Sie mich fragen, weshalb die Geldschwemme der EZB, das sogenannte Quantitative Easing, versagt. Anderswo, beispielsweise in den USA, hat sie doch funktioniert. Die Antwort darauf liegt auf der Hand. Sie werden überrascht sein, denn Sie werden schnell erkennen, dass sich die Finanzpolitik in der EU selbst aushebelt. Mit weiter verheerenden Folgen für Sie und Ihr Vermögen!

Lesen Sie im 2. Teil weiter und schütteln Sie mit mir den Kopf über die destruktive Politik der EZB, die das Privatvermögen weiter in der EU weiter zerstört.

 

Quelle: Guido Grandt

Dauerkrise in Japan: Jetzt auch noch Negativzinsen

Wenn Sie wissen wollen, wie lange eine Krise dauern kann, müssen Sie nach Japan schauen. Dort herrscht seit nahezu 20 Jahren ein deflationäres Umfeld. Die japanische Notenbank möchte wie auch die europäischen Währungshüter ein Inflationsziel von 2 % erreichen. Doch das liegt in weiter Ferne.

Die harte Realität sieht anders aus. Daher sehen sich jetzt japanischen Währungshüter dazu gezwungen, zu ungewöhnlichen Maßnahmen zugreifen. Ab jetzt gelten Negativzinsen. Faktisch müssen die japanischen Banken nun der japanischen Zentralbank 0,1 % Zinsen zahlen, damit das Geld weiterhin bei der Notenbank geparkt werden darf.

Damit reihen sich die Japaner ein. Schon etliche Notenbanken weltweit haben auf die Einlagezinsen eine Gebühr erhoben. Dazu zählt auch die europäische Zentralbank. Doch anders als in Europa dauert die Krise in Japan schon sehr viel länger.

Dort begann der Abstieg mit dem Platzen der Aktienblase im Jahr 1989. Danach folgt nicht nur ein rasanter Abstieg am Aktienmarkt. Auch die eigene Währung verlor zwischenzeitlich massiv an Wert. Auch hier hatte die Notenbank aktiv die Hände im Spiel. Die Idee dahinter ist einfach: Durch Abwertung der eigenen Währung sollen die Exporte angekurbelt werden.

Japan steckt seit mehr als 20 Jahren in der Dauerkrise

Zudem legten die japanischen Währungshüter immer wieder neue Konjunkturprogramme auf. Ein Ergebnis hatten diese Programme auf jeden Fall. Der Abstieg wurde aufgehalten. Doch die Trendwende zum Besseren blieb aus. Japan befindet sich nun schon seit zwei Jahrzehnten in diesem deflationären Umfeld.

Der Ausweg daraus ist extrem schwierig und der nun bekanntgegebene Negativzins ist ein weiterer Schritt, um das Land wieder in die Erfolgsspur zurück zu bringen. Wie Sie sich vorstellen können, reagierten die japanischen Staatsanleihen direkt auf diese Ankündigung. Aktuell liegt die Rendite für zehnjährige japanische Anleihen bei nur noch 0,185 %. Das ist ein neues Rekordtief. Bei japanischen Anleihen mit einer Laufzeit bis zu vier Jahren ist die Rendite sogar negativ.

Auch für uns in der Euro-Zone sehe ich die Gefahr eines starken deflationären Umfelds als sehr wahrscheinlich an. Die Maßnahmen der EZB zur Ankurbelung der Inflation laufen ja auch schon seit längerer Zeit ins Leere. Hierbei müssen Sie Ihr Vermögen flexibel halten. Wie das geht, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich

Komm das Goldverbot in Indien?

Gold ist ein beliebtes Edelmetall und dient weltweit als Krisenschutz. Wie Sie wissen rate, ich auch Ihnen zu einem Goldanteil bei Ihrem persönlichen Vermögenaufbau. Dabei ist eine Obergrenze von 10% sinnvoll. Mehr sollte es nicht sein, denn sonst werden Sie zu abhängig von der Preisentwicklung beim Gold.

Dabei ist eins klar: es geht nicht stetig nach oben beim Gold. Seit mittlerweile fast vier Jahren sackt der Goldpreis ab. Erst vor wenigen Tagen erreichte das Edelmetall den niedrigsten Stand seit mehr als 5 Jahren.

Doch in vielen Ländern kaufen die Bürger Gold noch immer als Krisenschutz. Einer der größten Goldmärkte ist hier Indien. Dort lagern nach Schätzungen von Experten insgesamt rund 20.000 Tonnen Gold. Vor allem der Anteil an Goldschmuck ist in Indien extrem hoch. Genau auf dieses Gold hat es jetzt die Regierung der größten Demokratie der Welt abgesehen.

Indische Bevölkerung macht beim Tauschprogramm nicht mit

Vor einer Woche startete in Indien eine Aktion, die schon aufhorchen lässt: Die Regierung möchte die eigenen Bürger dazu ermutigen, Gold gegen Staatsanleihen zu tauschen. Die Idee dahinter: Die Inder erhalten für Ihr Gold Staatsanleihen mit festen Zinsen.

Immerhin erhält man ja beim Gold keine Zinsen. Insofern könnte es spannend sein, so etwas umzusetzen. Doch die indische Bevölkerung sieht das ganz anders. Das Programm ist ein Flop. Nach einer Woche ist es erst bei 30 Kilogramm Gold tatsächlich zum Tausch gekommen, berichten indische Medien.

Das zeigt Ihnen ganz klar, wie wenig Vertrauen die indische Bevölkerung zur eigenen Regierung hat. Hinzu kommt sicherlich auch der niedrige Zinssatz für die Anleihen: Hier werden eben nur 2,75% angeboten. Das ist in Indien viel zu wenig. Die jährliche Inflation liegt schon deutlich darüber, so dass die indischen Goldbesitzer bei dem Tausch faktisch ein schlechtes Geschäft machen würden.

Vor allem zeigt mir dieses Programm der indischen Regierung, dass es wieder konkrete Pläne eines Staates gibt, auf die Goldbestände der eignen Bevölkerung Zugriff zu bekommen. Noch läuft das Programm auf Freiwilligkeit – doch hier kann keiner sagen, wie lange das noch gutgeht.

Wenn nun so viele Bürger sich diesem Programm widersetzen, ist es eben auch möglich, dass die indische Regierung über ein konkretes Goldbesitzverbot nachdenkt. Das Edelmetall hat schon immer Begehrlichkeiten bei den Regierungen geweckt – genau das passiert heute wieder

 

Quelle: Günter Hannich

Die dunkle Seite der Griechenland-Krise

An sich sind die aktuellen Probleme Griechenlands ein lokales Ereignis. Durch die Vernetzung der globalen Finanzmärkte erreicht das Schuldendrama aber eine deutlich größere Wirkung. Und selbst in den USA ist der Einfluss Griechenlands doch größer als es auf den ersten Blick scheint.

Jetzt werden sie sich bestimmt fragen: Was haben die USA mit Griechenland zu tun? Eine ganze Menge, lautet da eine Antwort. Das liegt vor allem an vielen Spekulanten, die in Griechenland aktiv sind. Vor wenigen Tagen veröffentlichte die New York Times Zahlen von US Hedgefonds Managern. Diese Zahlen können einen schon beunruhigen.

So wie es aktuell aussieht, haben diese Investoren mit so klangvollen Namen wie John Paulson oder David Einhorn darauf gesetzt, dass es zu einer Rettung kommen wird. Daher haben sie mit rund 10 Mrd. Euro auf griechische Staatsanleihen, Bankaktien und weitere Investments in Griechenland gesetzt.

Jetzt sind aktuell die Börsen geschlossen, die Lage undurchsichtig und die Investoren können nicht an ihr Geld. Gerade für US-Amerikaner, die als Anhänger des freien Marktes keine Beschränkungen gewohnt sind, bedeutet die Schließung von Finanzmärkten eine kleine Katastrophe.

Eine Sache ist allerdings jetzt schon klar: Wenn die Börsen in der kommenden Woche wieder öffnen, werden sie zunächst massiv absinken. Diese Tendenz hatte die Börse in Athen auch schon vor der Schließung am Anfang dieser Woche.

Ich bin mir sicher, dass sich etliche Spekulanten in Griechenland in den nächsten Tagen eine blutige Nase holen werden. Gerade bei den Hedgefonds Managern, die weltweit immer auf der Suche nach der heißen Spekulation sind, hält sich doch mein Mitleid in Grenzen.

Privatinvestoren sollten Griechenland derzeit für Investitionen meiden

Grundsätzlich kann ich Ihnen nur sagen: Privatinvestoren sollten derzeit einen großen Bogen um den griechischen Markt machen. Die Lage ist schwer vorhersehbar und das Risiko ist schlicht und einfach nicht kalkulierbar.

Als Investor sollten Sie jetzt viel mehr direkt den Schutz ihres Kapitals in den Fokus stellen. Die Grundregel beim Kapitalschutz heißt: Streuen Sie ihr Vermögen bereit. Vermeiden Sie einseitige Investments. Zu meinen Empfehlungen einer breiten Streuung der Vermögenswerte gehören immer auch Fremdwährungen, Edelmetalle und ausgesuchte Aktien, die vergangenen Krisen sehr gut überstanden haben.

Eine solche Mischung lässt sie auf jeden Fall erst einmal ruhig schlafen – diesen ruhigen Schlaf werden viele Hedgefonds Manager in diesen Tagen nicht haben. Das ist nachvollziehbar, wenn kurzfristig Milliardenverluste drohen.

 

Quelle: Günter Hannich

Griechisches Finanzsystem kurz vor dem Zusammenbruch

Das griechische Finanzsystem steht kurz davor komplett zu implodieren. Der Rest Europas wird bald folgen. Aktuell prallen die Meinungen massiv aneinander: Weder die Griechen auf der einen Seite noch die Geberländer auf der anderen Seite sind bereit nachzugeben. Die Chancen auf eine Einigung im aktuellen Steuerstreit um neue Finanzmittel für Griechenland bis Ende Juni sind extrem gering.

In der Folge ist es wahrscheinlich, dass wir einen griechischen Staatsbankrott oder sogar den Grexit sehen werden. Die griechischen Staatsanleihen sehen auf jeden Fall den griechischen Staatsbankrott als immer wahrscheinlicher an. Die Aufschläge für die Absicherungen der Anleihen in Griechenland sind seit Jahresbeginn um unglaubliche 456 % gestiegen. Was heißt das? In der Praxis schätzen nun die Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit eines griechischen Staatsbankrotts mit 75% ein.

In den vergangenen vier Wochen sind die Renditen für zweijährige griechische Staatsanleihen von 20% auf weit mehr als 30 % gestiegen. Der griechische Aktienmarkt wiederum hat innerhalb weniger Tage mehr als 10 % an Wert verloren. Heute erleben wir eine Gegenreaktion – doch die wird nicht lange anhalten.

Keine Frage: So sieht ein finanzieller Kollaps aus. Wenn Griechenland nun noch den Euro verlassen muss, wird das weitere massive Folgen auf Europa als Ganzes haben. Von offizieller Seite ist nun immer häufiger zu hören, dass man sich auf den Ernstfall vorbereiten müsse.

Grexit wird sich kaum noch verhindern lassen

Mir ist klar: Dieser Ernstfall ist schon lange eingetreten. Noch vor nicht allzu langer Zeit war es völlig undenkbar für angesehene Politiker der Eurozone, überhaupt ein Ende Griechenlands im Euro zu prognostizieren. Mittlerweile ist das die Mainstream Meinung.

Das gilt eben auch für das Regierungslager. Sollte also die Bundesregierung einer wie auch immer gearteten Ausweitung der Hilfen zustimmen, ist zum aktuellen Zeitpunkt gar nicht gewährleistet, dass der Bundestag hier auch mitziehen wird. In anderen Euro Staaten sieht es ähnlich aus.

Die Geduld der Parlamentarier ist erschöpft. Das gilt auch für die Geduld der meisten EU-Bürger. Unverständnis über die aktuelle Position der griechischen Regierung hat sich breitgemacht. Für mich sieht es so aus, als hätten wir das Ende eines Weges erreicht. Jetzt muss eine Entscheidung her.

Auch wenn viele Investoren noch nicht wissen wie diese Entscheidung aussehen wird. Eins ist für mich klar: Es wird keine schöne Entscheidung sein. Daher kann ich Ihnen nur raten, sich aktiv abzusichern.

 

Quelle: Günter Hannich

Rettet sich wer kann! – Das EU-Banken-Desaster (3)

Auch wenn die ganze Diskussion sich um einen möglichen „Grexit“ dreht, sage ich Ihnen, dass es noch eine weitere Gefahr in der EU gibt: der teilweise desolate Zustand vieler Banken.

Der Stresstest vom letzten Jahr offenbarte, dass in ihren Kellern oftmals eine horrende Anzahl an faulen Krediten schlummert. Also Darlehen, die mit einem sehr hohen Ausfallsrisiko verbunden sind oder komplett ausfallen (können).

Die Rede ist von rund 1000 Milliarden Euro. Einer Billion!

Geschäfte mit faulen Krediten

Mitunter lassen sich Banken etwas einfallen, um die notleidenden Kredite loszuwerden. Verkaufen diese mit Rabatten in so genannten „Loan-to-own“-Deals an Hedge Fonds oder Schattenbanken, die nicht reguliert sind.

„Loan to own“ heißt so viel wie „Schuldenankauf in Eigentum-Umwandlung“.

Die Vermögensenteignung

Die Käufer prüfen die Kredite und Schuldner. Und kassieren die für die Darlehen hinterlegten Sicherheiten ab, wenn die Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.

Dabei geht es überwiegend um Privatimmobilien oder Firmengrundstücke. Anders ausgedrückt: die Käufer enteignen die Schuldner von ihrem Eigentum, um die Immobilien mit Gewinn weiterzuverkaufen.

Doch dieses Prozedere ist oftmals nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Problem mit den faulen Krediten muss in einem großen Maßstab „geregelt“ werden.

Wie reagiert die EZB?

Deshalb stellt sich die Frage, wie die EZB auf diese „Faulen-Kredite“-Bomben reagiert?

EZB-Chef Mario Draghi hat reagiert. Jedoch in erster Linie für jenes Land, dessen Staatsbürgerschaft er trägt: Italien.

Dort wollen die Finanz-Eliten mit Staatsgarantien für Schrottpapiere sicherstellen, dass die EZB den italienischen Banken die faulen Kredite abnimmt.

ABS und Staatsanleihen

Unter anderem auch deshalb wurde ein neues EZB-Programm gestartet. Das sogenannte ABS-Ankaufprogramm.

Unter anderem nimmt die EZB den Banken in den Krisenstaaten, deren Bilanzen mit faulen Krediten überladen sind, Ausfallrisiken ab. Dabei werden diese notleidenden Kredite in ABS-Pakete gebündelt.

Asset Backed Securities sind forderungsbesicherte Wertpapiere. Bisher nicht liquide Vermögensgegenstände, in der Regel Kreditforderungen, werden damit in festverzinsliche, handelbare Wertpapiere umgewandelt.hler

Risiken werden auf den Steuerzahler abgewälzt

Dadurch werden auch die faulen Kredite – wie soll es anders sein – auf den europäischen Steuerzahler umverteilt.

Das Programm geht einher mit der Erweiterung auf Staatsanleihenkäufe. So verlagern sich in zweifacher Hinsicht die Risiken auf die Steuerzahler.

Oder vereinfacht ausgedrückt: wenn ein Staat seine Schulden nicht zurückzahlt, dann machen nicht mehr die Banken, die diese Anleihen bisher gehalten haben, den Verlust, sondern die EZB.

„Bad Bank“ EZB

Damit wird die EZB selbst zu einer „Bad Bank“, wie ich meine.

Ungeachtet dessen: Die Ankäufe von ABS und Staatsanleihen werden ein Volumen von einer Billion Euro umfassen. Also monatlich 60 Milliarden bis Ende September 2016.

Vertrauen Sie keiner Bank!

Wenn Sie all das lesen, dann muss für Sie eines klar sein: Sie können keiner Bank mehr trauen! Klammheimlich wurden und werden die Risiken aus Schrottpapieren auf den Steuerzahler und damit auf Sie umgewälzt.

Handeln Sie!

Verringern Sie deshalb Ihre Bargeldeinlagen auf ein Minimum. Lassen Sie lediglich die Beträge auf Ihrem Konto, die Sie für Ihren täglichen Zahlungsverkehr benötigen. Ohnehin bekommen Sie für beispielsweise ein Sparbuch nur noch „Asche“.

Nehmen Sie somit ihr Bargeld aus dem „Feuer“. Wenn es hart auf hart kommt, kann man Sie in dieser Hinsicht dann jedenfalls nicht mehr rasieren.

 

Quelle: Guido Grandt

Das Experiment der Zentralbanken steht vor dem Ende

Das große Experiment der Zentralbanken geht bald zu Ende. Dieses Experiment konnte von Beginn an nicht gut gehen. Doch haben die Lenker der Zentralbanken es über Jahre hinweg geschafft, Investoren davon zu überzeugen, dass es gut gehen kann.

Bei dem Experiment von dem ich spreche, ist das Experiment der Nullzinsen gemeint. Schon seit Jahren notieren die Zinssätze der großen Notenbanken nahe der Nulllinie. Die Notenbanken und Politiker haben es seit Jahren immer wieder verstanden, die Investoren von der absoluten Notwendigkeit dieser Strategie zu überzeugen.

Doch zu langsam setzt das Umdenken bei vielen Investoren ein. Das habe ich schon lange Zeit erwartet. Denn wenn sie sich die aktuelle Situation genauer anschauen, können Sie auch nur zu dem Schluss kommen: Das kann nicht ewig gut gehen.

Aktuell erhalten die Käufer von Bundesanleihen oder amerikanischen Staatsanleihen Renditen, die deutlich unterhalb der schon niedrigen Inflationsraten liegen. Die Notenbanken haben es geschafft, dass Investoren jahrelang Anlagen gekauft haben, die sie faktisch ärmer machen.

Die nächste Bombe platzt bei den Anleihen

Das ist auf jeden Fall ein strategisches Meisterwerk. Doch ganz aktuell erleben wir eine deutliche Wende an den Finanzmärkten. Am Anleihenmarkt hat sich zuletzt eine massive Trendwende abgespielt. So ist Bund-Future in wenigen Wochen regelrecht abgestürzt. Dieser Index ist ein ganz wichtiger Gradmesser für die Stimmung bei den Anleihen.

Diese Entwicklung hatte ich vorher gesehen. Und ich bin mir sicher, dass die Kurse der Anleihen weiter sinken und die Renditen der Anleihen weiter steigen werden. Ein Zeichen für die Trendwende ist auch die deutlich gestiegene Volatilität an den Finanzmärkten.

Das ist alles andere als positiv. Zeiten mit hoher Volatilität sind auch die Zeiten für den Crash an den Finanzmärkten. Das hat die Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt. Noch wähnen sich viele Investoren in Sicherheit. Bei den vielen Krisensignalen kann ich Ihnen aber nur sagen: Das ist ohne Frage eine trügerische Sicherheit.

Hier kommt es jetzt auf jeden Fall auf die richtige Strategie an. Haben Sie Ihr Vermögen schon krisenfest aufgebaut? Wenn Sie diese Frage nicht mit einem klaren Ja beantworten können, ist baldiges Handeln von Ihrer Seite notwendig. Wie das konkret geht, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich