Bargeldverbot ist eine reale Gefahr

Erst vor wenigen Tagen fand wieder ein Lesertreffen meines Börsendienstes „Crash-Investor“ statt. Dort stand zunächst der Besuch des ehemaligen Regierungsbunkers in Ahrweiler auf dem Programm. Danach folgten noch zwei Vorträge zum Thema „Bargeldverbot“. Die Kernpunkte dieser Vorträge möchte ich Ihnen heute vorstellen – denn dieses Thema geht uns alle an.

In meinem Vortrag machte ich deutlich, warum ein Bargeldverbot für Sie fatal wäre. Wie die Entwicklung der globalen Überschuldung zeigt, droht eine neue Finanzkrise. Immerhin sind heute die weltweiten Schulden um 40 % höher als zur Finanzkrise 2008. Dieses Problem wird nicht mehr lange durch die Notenbanken kaschiert werden können.

Das Ausmaß einer neuen Krise wird demnach erheblich über dem von 2008 liegen. Dazu belegen die einbrechenden Rohstoffpreise, dass die Weltwirtschaft schon lange nicht mehr so boomt, wie es die Aktienbörsen suggerieren. Ein Crash wird die Folge sein.

Genau diese Entwicklung ist der Grund, warum immer mehr Experten, wie der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff und der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger, ein Bargeldverbot fordern. Mit einer Abschaffung des Bargelds nimmt man Ihnen die Möglichkeit, durch Abheben vom Konto, Ihr Geld vor einer Bankenkrise in Sicherheit zu bringen. Sie sind dann dem Bankensystem und den Krisenfolgen völlig ausgeliefert.

Weiterhin erklärte ich in dem Vortrag, warum heute von der Gelddefinition her nur Bargeld Geld im engeren Sinn ist. Im Bundesbankgesetz steht dazu: „Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“ Das bedeutet, dass Giral- und Buchgeld nur Forderungen und damit bloße Versprechen auf Bargeld sind. Richtigem Geld mit Annahmezwang entspricht nur Bargeld. Die Vorteile von Bargeld liegen dabei auf der Hand: Es ist anonym verwendbar, krisensicher, unabhängig von Banken, billig und schnell einsetzbar.

Bargeldabschaffung: Überwachungsstaat droht

Eine Abschaffung des Bargelds würde unmittelbar in einen Überwachungsstaat führen, in dem jederzeit festgestellt werden könnte, wann Sie, wo, was, zu welchem Preis kaufen. Ich machte deutlich, dass es ein Irrglauben ist, anzunehmen, Sie wären immer auf der sicheren Seite, wenn Sie die Gesetze einhalten.

Wie die Vergangenheit zeigt, kann es jederzeit zu einer neuen, auch radikalen Regierung kommen, die dann den Überwachungsstaat gestützt auf die heutigen spionagetechnischen Möglichkeiten skrupellos gegen Sie einsetzt

Der zweite Vortrag kam vom Geldexperten Dr. Bernd Striegel. Er begann damit, die Geldeigenschaften und die Herkunft des Geldes darzulegen. Die Grundlage unseres Geldsystems ist auch heute noch das Bargeld. Danach ging er auf die Argumente der Befürworter für die Abschaffung des Bargelds ein und erläuterte die sich daraus ergebenden fatalen Folgen. Als Quintessenz legte Dr. Striegel dar, dass Sie bei einem Bargeldverbot regelrecht Ihre Geschäftsfähigkeit verlieren. Sie sind dann auf Gedeih und Verderb an die Banken gebunden. Verweigern Banken einen Zahlungsvorgang, dann können Sie diesen nicht ausführen. Nach Dr. Striegel wird die Bank dann buchstäblich zu Ihrem Vormund, der willkürlich darüber bestimmt, wofür Sie Ihre Finanzmittel einsetzen können.

Hier sehen Sie ganz klar, welche massiven Folgen für unser aller Leben ein Bargeldverbot tatsächlich hätte. Doch Vorsicht ist auf jeden Fall geboten, denn die Bestrebungen zur Abschaffung des Bargelds sind in vielen Ländern schon weit fortgeschritten.
Quelle: Günter Hannich

Finanzsystem ist instabil – die nächste Krise wird bald kommen

Das Platzen der Immobilienblase USA hat ganz klar gezeigt: Unser aktuelles Finanzsystem ist nicht stabil. Es wird dauerhaft nicht ohne Krisen weitergehen. Was folgte war zunächst die Finanzkrise 2008. Dann die Euro Krise 2011 und jetzt das Drama um Griechenland.

All diese Krisen lassen sich sehr leicht auf ein Grundproblem unseres Geldsystems zurückführen. Geld wird immer nur mit Zins verliehen. Ob es auch andere Möglichkeiten geben würde, wird in der heutigen Zeit nicht mehr hinterfragt.

Doch wenn Geld immer nur mit Zins verliehen wird, bedeutet es das derjenige der Geld verleiht immer mehr Vermögen anhäuft. Auf andere Seite heißt es, dass derjenige, der sich das Geld leiht, immer mehr Schulden anhäuft.

Dabei sind die Schulden innerhalb der vergangenen Jahre exponentiell gewachsen. In der Praxis bedeutet das: Die Schulden wachsen schneller als die Wirtschaftsleistung. Dies kann über einen gewissen Zeitraum gut gehen. Doch am Ende muss ein solches System mit exponentiell wachsenden Schulden zusammenbrechen.

Im Endeffekt ist es so, dass unser aktuelles Geldsystem das auf Zinsen basiert einen Verschuldungszwang produziert. Zu welch hohen Belastungen dies führen kann, zeigt ihnen das folgende Beispiel: Nehmen wir an die gesamte Geldmenge betrüge nur 100 Euro.

Würde man diese Geldsumme mit 5 % Zinsen anlegen, so hätte man nach einem Jahr 105 Euro. Dabei muss ihnen eins klar sein: Diese fünf Euro Zinsgewinn können nur ausgezahlt oder auch nur verbucht werden, indem auch entsprechende Schulden gegenüberstehen.

Schuldenabbau ist in diesem System kaum noch möglich – das macht die Lage so brisant

Damit also auf der einen Seite die fünf Euro Cents Zuwachs ausgezahlt werden können, muss auf der anderen Seite jemand bereit sein, fünf Euro neue Schulden aufzunehmen. Wenn dazu aber die Marktteilnehmer nicht mehr bereit sind, bricht das Spiel zusammen.

Rechnerisch bedeutet das tatsächlich, dass ein wirklicher Schuldenabbau bei einem Zinssystem nahezu ausgeschlossen ist. Sicherlich hat es in der Geschichte immer wieder Phasen gegeben, in denen sich Staaten entschuldet haben. In der Praxis bedeutet das aber nur, dass die Verschuldungsquote im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zurück gefahren wurde.

Dies gelang jedoch in den meisten Fällen nur, weil eben gleichzeitig die Unternehmen und auch die Privathaushalte bereit waren, sich umso stärker mit Krediten zu verschulden.

Für Sie wird aber deutlich: Wenn die immer stärker wachsenden Vermögen, die auf Zinsgewinnen basieren keine rentablen Anlagemöglichkeiten mehr finden, wandert das Geld in die Spekulation. Und genau hier lauern dann große Gefahren für die meisten Vermögen. Was da hinter steckt, erfahren Sie in einer weiteren Ausgabe zum Thema.

 

Quelle: Günter Hannich