„Finanzkoloss“ Sparkasse! – Ein Blick hinter die Kulissen (3)

Jeder kennt Sie und fast jeder hat ein Konto bei ihr: die Sparkassen-Gruppe ist äußerst präsent in der öffentlichen Wahrnehmung.

Kein Wunder, zählt sie doch mit rund 350.000 Mitarbeitern, 12.000 Filialen und einer Bilanzsumme von 2,3 bis 2,8 Billionen Euro zu den größten Finanzkonzernen Europas.

Es lohnt sich also allemal, ein Blick hinter die Kulissen des „roten“ Finanzgiganten zu werfen.

Sind die Sparkassen besser als die „Zockerbanken“?

Doch das ist nicht alles.

Bei Unangreifbar Leben gehe ich auch der Frage nach, ob die Sparkassen tatsächlich besser sind, als der Ruf der gemeinhin „bösen“ Zockerbanken.

Also der Konkurrenz, wenn man so will.

Die Probleme der Sparkassen

Ich habe Ihnen bereits aufgezeigt, dass auch die Sparkassen-Gruppe große Probleme hat.

Vor allem mit dem Zinstief.

Das ist der eigentliche Dämon der Finanzbranche.

Denn auch für den Finanzgiganten sind die andauernden Niedrigzinsen eine fast gar existentielle Bedrohung.

Warum, das verrate ich Ihnen nachfolgend.

Angewiesen auf Erträge aus dem Zinsgeschäft

Private Banken erzielen durchschnittlich 60 Prozent ihrer Erträge aus dem Zinsgeschäft.

Bei den Sparkassen sieht das noch extremer aus.

Sage und schreibe durchschnittlich 75 Prozent Erträge werden normalerweise aus Zinsen erwirtschaftet.

Darauf sind sie also angewiesen.

Das Desaster mit den Niedrigzinsen

Versteht sich von selbst, dass bei einer solchen „Abhängigkeit“ ein Zinstief ein wahres Desaster ist.

Denn aus den Spareinlagen lassen sich längst schon kaum mehr Erträge erzielen.

Und auch die Verzinsung des Eigenkapitals geht zurück.

Eigentlich ein „Super-Gau“, der als solcher von außen gar nicht (richtig) erkannt wurde.

Mehr Regulierungen durch EU und EZB

Vergessen Sie auch diesbezüglich nicht: Die EZB will immer höhere Eigenkapitalanforderungen der Finanzinstitute.

Aus Sicht der Bankkunden und Sparer natürlich völlig zu recht. Aber dennoch zum Schrecken der Geldhäuser.

Diese EU-Regulierungen werden weitergehen.

Wie zu hoffen ist.

Denn mit ihnen soll unter allen Umständen das Problem mit dem „Too-big-to-fail“ gelöst werden.

Sparkassen-Gruppe: Ein „Too-big-to-fail“-Kandidat

Gemeint damit ist, dass die Politik aus der Finanzkrise gelernt hat. Nämlich, dass Banken, die „zu groß, zum scheitern“ sind, die Stabilität des gesamten Finanzsystems bedrohen können.

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, müssen solche Pleitekandidaten dann mit zig-Milliarden aus Steuergeldern gerettet werden.

Deshalb müssen diese Unternehmen „reguliert“ werden. Beispielsweise mit einem höheren Eigenkapital, als bisher.

Längst ist natürlich auch die Sparkassen-Gruppe ein „Too-big-to-fail“-Kandidat.

Sparkassen werden massiv Filialen schließen

Aufgrund der Regulierungen sowie der bisher genannten Probleme werden in den nächsten Jahren bis zu einem Fünftel der Sparkassen-Institute ernsthafte Probleme bekommen.

Deshalb muss der „rote Riese“ reagieren.

Inzwischen gibt es Schätzungen, dass die Sparkassen-Gruppe in den nächsten fünf Jahren gerade dieses Fünftel an Filialen schließen wird.

Wiederum andere sehen es bei weitem düsterer.

Sie gehen von bis zu einem Drittel aus.

Im 4. und letzten Teil zeige ich Ihnen auf, wie die Sparkassen Ihre Probleme bewältigen wollen. Seien Sie also gespannt.

 

Quelle: Guido Grandt

Griechenland und die EU: Verschwiegene Fakten (1)

Nicht nur die FIFA steht am Pranger, beherrscht die Schlagzeilen, sondern auch EU-Dauerkrisen-Kandidat Griechenland.

Wieder einmal.

„Verschwiegene Fakten“

An dieser Stelle möchte ich mich jedoch nicht damit beschäftigen, wie schlecht es dem Land tatsächlich geht, ob es pleite ist oder wie eine Rettung vor dem Staatsbankrott aussehen könnte.

Das lesen Sie täglich in der Mainstream-Presse.

Ich möchte mich vielmehr mit den „verschwiegenen“ Fakten beschäftigen.

„Dauerbrenner“ Griechenland

Nämlich damit, dass Ihnen hinsichtlich der Hellenen nicht die ganze Wahrheit gesagt wird.

Gewiss, die Griechen gehören mit den USA und Japan zu den globalen Pleitekandidaten.

Mit ihren Staatsschulden von 174 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) stehen sie an letzter Stelle in der EU.

Oder anders ausgedrückt: An erster Stelle der EU-Staatsschuldentabelle. So wird es auch in der Öffentlichkeit gepredigt.

Die „EU-Staatsschulden-Tabelle“

Damit Sie sich einen Überblick verschaffen können, habe ich Ihnen nachfolgend achtzehn EU-Länder und ihre Staatsschulden gemessen in Prozent am BIP aufgeführt:

1.  Griechenland: 174 %

2.  Italien: 133,1 %

3.  Portugal: 125,3 %

4.  Irland: 121,0 %

5.  Belgien: 101,2 %

6.  Spanien: 99,1 %

7.  Großbritannien: 95,3 %

8.  Frankreich: 94,8 %

9.  Ungarn: 80,0 %

10. Deutschland: 78,1 %

11. Niederlande: 75,6 %

12. Österreich: 74,8 %

13. Finnland: 59,8 %

14. Slowakische Republik: 57,5 %

15. Tschechische Republik: 48,9 %

16. Dänemark: 47,8 %

17. Schweden: 42,2 %

18. Norwegen: 34,1 %

„Nichts Neues unter der Sonne“ – oder doch?

Nichts Neues unter der Sonne also. Das werden Sie denken, wenn Sie Spitzenreiter Griechenland und dann die stark verschuldeten anderen Krisenländer Italien, Portugal, Irland und Spanien sehen.

Dass die Skandinavier (Norwegen, Schweden, Finnland) und auch die Dänen eine geringe Staatsverschuldung aufweisen, mag auch nicht verwundern.

Belgien mit Problemen – Deutschland nur „Mittelmaß“

Belgien auf dem 5. Schuldenplatz mag Sie vielleicht überraschen.

Auch dass Deutschland „nur“ Zehnter ist und 2,3-mal so hoch verschuldet ist wie beispielsweise Norwegen.

Globale Verlierer und Gewinner bei den Staatsschulden

Übrigens das am höchsten verschuldete Land ist Japan mit 242,3 % des BIP. Damit ist seine Verschuldung mehr als doppelt so hoch wie seine Wirtschaftsleistung.

Ein wahres Desaster.

Das Land mit der geringsten Staatsverschuldung ist Saudi Arabien mit 2,8 %.

Russland vs. USA

Und auch der „neue/alte“ vom Westen aufgebaute Gegner Russland kann glänzen: Putins Staatsverschuldung beträgt mickrige 14,6 %.

Davon können nicht nur die Deutschen, sondern auch die Amerikaner träumen.

Die USA liegt mit 107,3 % Staatsschulden über siebenmal so hoch wie die Russen.

Punktsieg für Putin also. Wenn man so will.

Die „verzerrte“ Griechenland-Wahrheit

Doch die Schuldenmedaille hat bekanntlich zwei Seiten. Während die eine öffentlich ausgeschlachtet wird, hört man von der anderen kaum etwas.

Doch gerade diese ist es, die genauso wichtig ist wie die Staatsverschuldung.

 

Quelle: Guido Grandt