Eurokrise: In Griechenland drohen Kapitalverkehrskontrollen

Derzeit gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass sich die Eurokrise in Griechenland nochmals verschärfen wird. Das wird sicherlich passieren, wenn es keine Lösung mit der griechischen Regierung gibt.

Und genau danach sieht es aktuell aus. Da tauchen regelmäßig neue Reformvorschläge der griechischen Regierung auf. Doch die Geduld der Geldgeber auf der anderen Seite nimmt immer mehr ab.

Mittlerweile liegen auch die Nerven blank zwischen den Geldgebern und der griechischen Regierung. Das haben die Entwicklung der vergangenen Tage einmal mehr gezeigt. EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker jedenfalls hat am Wochenende kein Interesse gezeigt, weitere Gespräche mit dem griechischen Ministerpräsidenten Zebras zu führen.

Zudem bröckelt auch die Unterstützung in Deutschland: Mittlerweile sieht es tatsächlich so aus, als ob immer mehr Bundestagsabgeordnete einem weiteren Rettungspaket für Griechenland nicht mehr zustimmen werden.

Doch auch für Griechenland selbst ergeben sich immer neue Gedankenspiele. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble deutete in einem Gespräch mit dem US-Wirtschaftsprofessor Kenneth Rogoff schon indirekt die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen an, als er sagte, dass die Entscheidung darüber allein den Mitgliedsstaaten obliege.

Kapitalverkehrskontrollen gefährden den Fortbestand des Euros

Solche Kapitalverkehrskontrollen würden bedeuten, dass nicht mehr ohne weiteres Kapital von Griechenland aus in andere Länder transferiert werden könnte. Faktisch wäre dann ein griechischer Euro weniger wert, als ein Euro in einem anderen Land. Das käme einem erneuten Schlag gegen das Eurosystem gleich.

Hier sehen Sie ganz klar: Die Probleme um Griechenland hören einfach nicht auf. Die Lage wird nicht besser. Die Lage wird immer schlimmer. Und dieses kleine Land mit einem Anteil von rund 3 % der Wirtschaftsleistung der gesamten Europäischen Union hat tatsächlich das Potenzial diese europäische Union ins Wanken zu bringen.

Am Ende wird es so kommen, wie ich Ihnen bereits mehrfach geschrieben habe: Griechenland muss aus dem Euro aussteigen und der ganze Euroverbund löst sich danach sukzessive auf. Deshalb ist es für Sie wichtig, dass Sie sich auch weiterhin gegen eine Eurokrise wappnen.

Das tun Sie mit einer flexiblen Struktur Ihres Vermögens. Dabei sollten Sie auf Fremdwährungen, sichere Fremdwährungsanleihen und auch Edelmetalle und qualitativ hochwertige Aktien setzen. Mehr zur konkreten Kapitalabsicherung finden Sie regelmäßig an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich

Großbritannien: Der EU-Austritt rückt immer näher

Seit 40 Jahren sind die Briten in der EU. Doch fast genauso lange gibt es immer wieder Bestrebungen für ein Ausscheiden aus der EU.

Durch den Wahlsieg des konservativen in Großbritannien bekommt diese Debatte nun wieder neuen Zündstoff. Amtsinhaber Cameron hatte im Wahlkampf damit geworben, bei einem Wahlsieg ein Referendum über die weitere britische EU-Zukunft durchzuführen.

Laut aktueller Meinungsumfragen sind etwa ein Viertel der Briten klar für die EU. Ein weiteres Viertel ist klar gegen die EU. Was bleibt ist eine Hälfte der Bevölkerung die unentschlossen ist – und um die wird dann im Vorfeld des Referendums gekämpft werden müssen.

Doch das ist nur die politische Ebene. Was würde denn tatsächlich passieren, wenn Großbritannien aus der EU austreten würde? Genau diese Frage wird zurzeit in Großbritannien heiß diskutiert.

Eine ganz klare Meinung hat hier der britische Ökonom Roger Bootle von Capital Economics, einem renommierten Wirtschaftsforschungsinstitut des Landes. Er empfiehlt jetzt den Politikern seines Landes den Austritt aus der EU. Seiner Ansicht nach wäre ein Austritt Großbritanniens aus der EU ein sinnvoller Schritt. Die negativen Auswirkungen für das Land würden deutlich überbewertet.

Ökonom überzeugt: „Brexit“ wird die Konjunktur ankurbeln

Stattdessen könnte eine Deregulierung infolge eines „Brexits“ die britische Wirtschaft ankurbeln. Daneben betont der Ökonom, dass auch die gesamte Eurozone ein fehlgeschlagenes Konstrukt sei, das Länder zusammenführt, die nicht zusammen gehörten. Der Euro sei ein komplettes Desaster, da die Südländer wegen fehlender Wechselkurse überhaupt nicht mehr mit den Nordländern konkurrieren könnten.

Das entspricht auch vollkommen meiner Einschätzung. Nicht nur der Euro steht auf dem Prüfstand, sondern die gesamte EU. Sinnvoll wäre eine Zusammenarbeit der europäischen Länder wie früher in Form der Europäischen Wirtschafts-Gemeinschaft (EWG), aber kein von Brüssel gelenkter Zentralstaat ohne direkte demokratische Legitimierung.

Genau für das klassische Modell aus Zeiten der EWU tritt nun der britische Premier Cameron ein. In diesen Tagen befindet er sich auf einer Art Werbetour in den europäischen Hauptstädten. Hier steht er jedoch einer massiven Kritik gegenüber.

In jedem Fall steht der Euro kurz vor einer Zerreißprobe und Sie sollten sich auch weiterhin mit aktiv gegen einen Eurokollaps absichern. Das tun Sie beispielsweise, indem Sie in sichere Fremdwährungen, Fremdwährungsanleihen und Edelmetalle investieren.

 

Quelle: Günter Hannich