EU & die Krisenländer: Der „Alles-ist-gut-Bluff!“

Das Griechenland-Fiasko geht weiter oder beginnt erst gerade aufs Neue. Egal, wie Sie es drehen oder wenden wollen.

Die EU-Krisenstaaten haben es scheinbar „geschafft“

Im Zuge der so genannten „Griechenland-Rettung“ beteuern die Politiker Europaweit, dass es die anderen Krisenstaaten geschafft hätten, sich aus dem Krisensumpf zu ziehen.

Erst kürzlich wieder bei einer TV-Talkshow wurde dieses Argument benutzt, um die rigorosen Spardiktate in Griechenland zu rechtfertigen.

Ich sage Ihnen: das ist schlichtweg die Unwahrheit!

So sieht es tatsächlich aus

Aus diesem aktuellem Anlass möchte ich Ihnen deshalb einmal Zahlen und Fakten liefern, wie toll es den anderen EU-Krisenstaaten tatsächlich geht.

Dabei handelt es sich um wichtige volkswirtschaftliche Eckdaten der EU-Kommission sowie des IWF.

Und nun – schnallen Sie sich an für eine turbulente Fahrt durch die ach so erfolgreichen EU-Krisenländer.

Exorbitante Staatsverschuldung

Wie Sie vielleicht wissen erlauben die Maastricht-Verträge lediglich eine Staatsverschuldung von maximal 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Und so sieht es in den Ländern aus, die es anscheinend „geschafft“ haben:

Staatsverschuldung (in Prozent vom BIP):

Griechenland: 172,7 %

Spanien: 99,4 %

Portugal: 126,3 %

Irland: 107,7 %

Noch Fragen? Diese hohen Staatsverschuldungsorgien der Öffentlichkeit noch als „Erfolg“ zu verkaufen ist, salopp gesagt, eine Frechheit!

Denn die Länder werden noch viele Jahre – und sicher auch weitere Hilfen – benötigen, um diese enormen Schulden in den Griff zu bekommen.

Wenn überhaupt.

Ausufernde Arbeitslosigkeit

Die nachfolgenden Zahlen beleuchten keineswegs die „Jugendarbeitslosigkeit“, die in den Krisenländern oftmals viel höher liegt. Mitunter doppelt so hoch.

Die genannten Arbeitslosenzahlen sind Durchschnittswerte:

Griechenland: 25,6 %

Spanien: 22,4 %

Portugal: 13,4 %

Irland: 9,6 %

Sie sehen: In Griechenland und Spanien ist fast jeder vierte Erwerbstätige ohne Arbeit.

Ein Desaster! Und nichts anderes.

EU-Hilfen an die Krisenländer

Aufgrund der oberen Zahlen habe ich mir mal angesehen, wie viele Milliarden an EU-Hilfen an die Krisenländer geflossen sind. Diese sollten und sollen die Wirtschaft auf Vordermann bringen.

Doch wie Sie oben ersehen können, liegt diese noch immer am Boden.

Interessiert hat mich vor allem dabei, wie viel die Krisenländer von diesen Hilfsmilliarden an die EU zurückbezahlt haben.

Griechenland:

Erhalten: 226,7 Mrd.

Zurückbezahlt: 11,2 Mrd.

Differenz: – 215,5 Mrd.

Spanien:

Erhalten: 41,3 Mrd.

Zurückbezahlt: 2,1 Mrd.

Differenz: – 39,2 Mrd.

Portugal:

Erhalten: 76,6 Mrd.

Zurückbezahlt: 6,0 Mrd.

Differenz: 70,6 Mrd.

Irland:

Erhalten: 85,0 Mrd.

Zurückbezahlt: 18,5 Mrd.

Differenz: 66,8 Mrd.

Anders ausgedrückt: Bei einem „EU-Hilfseinsatz“ von insgesamt 429,6 Milliarden Euro, haben die vier oben genannten Krisenländer gerade mal 37,8 Milliarden Euro zurückbezahlt.

Das ergibt eine Minusdifferenz von sage und schreibe 391,8 Milliarden Euro!

Ein Armutszeugnis

Diese Bilanz ist letztlich ein Armutszeugnis für die Austeritäts-Politik der EU.

Die Eurokraten haben auf der ganzen Linie versagt. Und verkaufen Ihnen dieses Versagen auch noch als Erfolg. Das ist unglaublich.

Aus Dilemma wird ein Erfolg gemacht

Wie? Das sage ich Ihnen:

Irland hätte Fortschritte gemacht. Die Arbeitslosigkeit konnte in weiten Teilen bekämpft werden. Der Staatshaushalt – sprich die Staatsschulden – wären weniger strapaziert. Die Reformen würden hie und da nicht so greifen wie geplant.

Sehen Sie, wie falsch das „EU-Game“ gespielt wird?

 

Quelle: Guido Grandt

Rettet sich wer kann! – Das EU-Banken-Desaster (2)

Alle Welt spricht von Griechenland und einem möglichen Grexit. Völlig ausgeblendet wird dabei, dass sich viele Banken in Europa in einem Desaster befinden.

Denn in Ihnen schlummern jede Menge faule Kredite. Also Darlehen, die mit einem sehr hohen Ausfallsrisiko verbunden sind oder komplett ausfallen (können).

1 Billion fauler Kredite in EU-Banken

Beim Bankenstresstest stellte sich nämlich heraus, dass sich die faulen Kredite in den geprüften EU-Banken auf 880 Milliarden Euro belaufen.

Dahingehend spricht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC im vergangenen Sommer noch davon, dass in den europäischen Banken – sage und schreibe – 1,2 Billionen Euro an notleidenden Krediten schlummern.

Nehmen wir also den Schnitt, dann wären das rund 1000 Milliarden Euro. Also eine Billion fauler Kredite in den Kellern der europäischen Finanzinstitute.

Faule Kredite fast doppelt so hoch wie der ESM

Eine unglaubliche Zahl, wenn man bedenkt, dass beispielsweise der Umfang des ESM-Rettungsschirmes gerademal 700 Milliarden Euro beträgt.

Deutschland haftet dabei mit 190 Milliarden Euro.

Doch wie Sie wissen: Sollte Deutschland die Anteile der Krisenstaaten Portugal, Griechenland, Irland, Spanien und Italien übernehmen müssen, erhöht sich die deutsche Haftung auf 303 Milliarden Euro.

Bankenvertuschung der faulen Kredite

Bislang haben Banken versucht, einen Teil dieser faulen Kredite regelrecht zu „vertuschen“, weil sie unterschiedlich bewertet wurden.

Doch der Bankenstresstest vereinheitlichte die Definition dafür. Machten damit die Portfolios der einzelnen Kreditinstitute vergleichbar. So erst wurde kam das gesamte Ausmaß des Desasters ans Licht der Öffentlichkeit.

Und wurden zusätzlich 136 Milliarden Euro an Risikodarlehen „entdeckt“!

Hier schlummern faule Kredite

Und wissen Sie, wo die meisten faulen Kredite schlummern?

Ich sage es Ihnen: Bei Schiffsfinanzierungen, privaten und gewerblichen Immobilienkrediten, Firmen- und Geschäftskundenkrediten sowie Projektfinanzierungen.

Genauer: Die faulen Finanzierungen für gewerbliche Immobilien stiegen um fast 13 Prozent. Bei Unternehmenskrediten sogar um fast 16 Prozent. Faule Schiffskredite stiegen um rund 27 Prozent. Insbesondere deutsche, italienische, griechische und niederländische Finanzinstitute sind davon betroffen.

Das Thema mit den faule Krediten wird verschwiegen

Zusammengefasst mussten Banken Ende 2014 eine Wertberichtigung für faule Kredite in Höhe von 48 Milliarden Euro machen.

Das alles ist mehr oder weniger an Ihnen „vorbeigegangen“. Niemand hat groß darüber gesprochen. Gleich gar nicht die Finanzinstitute oder die Politik.

Sie stehen mit Ihrem Vermögen „im Feuer“!

Noch einmal: Rund 1 Billion Euro an faulen Krediten schlummern in den EU-Banken. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis diese Risikodarlehen komplett ausfallen und damit abgeschrieben werden müssen.

Den Banken drohen sehr massive Verluste. Und dann brennt die Hütte. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Sie und Ihr Vermögen stehen mit im Feuer!

EU-Kommission in Panik wegen fauler Kredite

Ende Mai 2015 forderte die EU-Kommission noch elf (verbliebene) EU-Mitgliedsstaaten auf, innerhalb von zwei Monaten die „Bail-in-Gesetze“ zu beschließen.

Das sind Frankreich, Italien, Litauen, Bulgarien, Tschechien, Luxemburg, die Niederlande, Malta, Polen, Rumänien und Schweden.

Sollten sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, könnte sie an den Europäischen Gerichtshof verwiesen werden. So die unverblümte Drohung.

Die EU-Kommission ist in Panik. Anderes kann man sich das nicht erklären.
Gerade deshalb sollten Sie sehr wachsam sein. Und die nachfolgenden Zeilen mit großer Aufmerksamkeit lesen.

Vermögensenteignung und Bankenrettung

Die „Bail-in-Gesetze“ sind eine Regelung zur Gläubigerbeteiligung bei einer Bankpleite. Sie sehen vor, dass dann Sparguthaben über 100.000 Euro rasiert werden.

Eigentümer und Geldgeber der Banken werden bei der Rettung somit als Erste zur Kasse gebeten. In Zypern haben wir bereits gesehen, wie das funktioniert. Das war der Probelauf, die Blaupause.

Angst vor faulen Krediten in EU-Banken

Hintergrund ist, dass sich die EU-Kommission um den Zustand der Banken in verschiedenen Ländern sorgt.

Wie beispielsweise in Italien oder Frankreich.

Denn gerade hier sitzen jede Menge faule Kredite.

Italien im „Zwielicht“

Alleine in Italien sind das rund 175 Milliarden Euro! So viele wie noch niemals zuvor.
Aufgrund der schrumpfenden Wirtschaft platzen immer wieder Kredite.

Zudem werden immer weniger Darlehen an private Haushalte und Firmen vergeben.

Spanien im Feuer

Aber auch in Spanien sieht es nicht viel besser aus. Dort betragen die Risiko-Darlehen zirka 165 Milliarden Euro. Der höchste Wert, seit die spanische Zentralbank vor 50 Jahren mit der Aufzeichnung dieser Daten begann.

Die Spanier haben das Problem, dass nach dem Platzen der Immobilienblase 2008 die nicht bedienten Kredite immens angestiegen sind. Denn die Banken erhielten statt Kapital das Wohnungseigentum übertragen. Doch die Immobilien lassen sich kaum verkaufen, weil sie zum einen stark an Wert verloren. Und zum anderen, weil der Immobilienmarkt praktisch zusammengebrochen ist.

Und noch eine Information für Sie: Deutschlands Banken besitzen rund 180 Milliarden Euro an notleidenden Krediten.

 

Quelle: Guido Grandt