2016: Das Jahr der Kapitalvernichtung hat begonnen

2016 ist bislang ein Jahr mit gigantischer Vermögensvernichtung an den Börsen. So sind an der Wall Street seit Anfang des Jahres allein im marktbreiten S&P 500 Börsenwerte von rund 1 Bio. Dollar verloren gegangen.

Doch so wie es derzeit aussieht, wird es noch weitere massive Kursrückgänge an den Börsen geben. Ein entscheidender Faktor ist dabei der extrem niedrige Preis. Mit weniger als 30 Dollar pro Barrel rutschte der Ölpreis jetzt das niedrigste Niveau seit Dezember 2003. Einige Experten sehen einen geringen Preis als extrem positiv. Doch gerade für die USA ist das ein massives Problem.

So freuen sich bestimmt die US-Autofahrer über günstige Benzinpreise – denn dort sind die durchschnittlichen Verbrauchsdaten der Fahrzeuge immer noch sehr viel höher als bei uns in Deutschland. Gleichzeitig aber war es doch gerade die Energieindustrie in den USA, die dort in den vergangenen Jahren viele neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Genau das steht jetzt vor dem Aus.

So basiert der Energieboom in den USA vor allem auf den Fracking-Unternehmen. Doch gerade diese Fördermethode ist extrem kostenintensiv. Viele Unternehmen verlieren jetzt schon bei der Produktion Geld. Das wird sich noch weiter ausdehnen, sollte das Preisniveau weiterhin so niedrig bleiben.

Niedriger Ölpreis wird für viele Pleiten in der US-Ölbranche sorgen

Insofern stehen die USA vor massiven Problemen durch den niedrigen Ölpreis. Zum anderen ist der niedrige Preis für mich auch ein Indikator für die insgesamt angespannte wirtschaftliche Lage. Erinnerungen an 2008 werden wach. Auch damals rauschten die Rohstoffpreise in den Keller. Chinesischen Aktien purzelten ebenfalls. Genau dies erleben wir derzeit auch wieder an den internationalen Finanzmärkten.

Was sich allerdings schon nahezu fahrlässig finde, ist die in den Massenmedien verbreitet allgemeine Ruhe. Hier sind immer wieder Ratschläge zu hören, die Investoren dazu ermutigen aktuell überhaupt nicht auf die Geschehnisse zu reagieren. Solche höheren Marktschwankungen seien normal und es wird schon wieder nach oben gehen, heißt es dann.

Bei diesen Einschätzungen wird jedoch überhaupt nicht klar, wie weit es erst einmal noch nach unten gehen wird an den Märkten. Auch wenn viele Experten meinen, es ist aktuell noch nicht viel passiert, so muss Ihnen eins klar sein: Ausgehend von den Rekordhoch im Sommer 2015 haben die allermeisten Indizes bis jetzt schon 20 % an Wert verloren.

Dies ist eine kritische Marke. Bei mehr als 20% Verlust vom Hoch, spricht man von einem Bärenmarkt – und den haben wir in einer Vielzahl von Aktienmärkten jetzt. Daher bleibt es jetzt extrem wichtig, dass Sie sich auch weiterhin aktiv gegen den bevorstehenden Absturz der Aktienmärkte wappnen. Wie das geht, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich

Halten Sie Ihre Dollar-Investitionen gering

Immer wieder schauen die Akteure an den Finanzmärkten auf die Entwicklung der Zinsen in den USA. Im Endeffekt ist es doch so, dass die globale Finanzelite an den Lippen des Fed-Chefs oder aktuell der Fed-Chefin Janet Yellen hängt.

Zuletzt gab es noch keine Zinsanhebung der Notenbank. Damit verbleibt der Zinssatz in den USA weiterhin bei 0,25%. Doch Yellen will noch in diesem Jahr an der Zinsschraube drehen. Da wird die Zeit knapp, denn das letzte Quartal hat schon begonnen. Klar ist aber: Die Unsicherheit bezüglich der USA bleibt hoch.

In der Konsequenz sollten Sie auf jeden Fall Ihre Investments im Dollar-Raum gering halten. Denn für mich ist klar: Sollte die Fed die aktuelle Politik noch längere Zeit fortsetzen, ist die Rolle des US-Dollars als globaler Leitwährung massiv gefährdet.

Und die Fed tut meiner Meinung nach wirklich alles, um den Dollar zu gefährden. Die eigentlich zu Neutralität verpflichtete Notenbank greift nun aktiv in den Wirtschaftskreislauf ein. Sie kreiert mehr oder weniger einen Vermögenseffekt. Das ist gut für die Menschen, die ohnehin schon Aktien im Depot haben. Sie fühlen sich wohlhabender und sind deshalb vielleicht auch bereit, mehr Geld auszugeben.

Doch dieser Vermögenseffekt wird teuer erkauft und spart die Masse der Bevölkerung völlig aus. Gleichzeitig treibt dieser Vermögenseffekt die Konjunktur keineswegs an.

Wirkliche Gefahren werden unter den Teppich gekehrt

Reale Gefahren für die US-Konjunktur sehe ich gerade dort, wo die Medien derzeit einen Mantel des Schweigens ausbreiten: Etwa in dem Rekordanteil an Aktien, die derzeit auf Kredit gekauft werden. Gerade der extrem hohe Anteil von Aktienkäufen auf Kredit, verbunden mit neuen Rekordhochs an der Börse, hat ein großes Potenzial für einen Crash.

Die Situation erinnert an das Jahr 1929 kurz vor dem großen Aktiencrash und dem Beginn der Weltwirtschaftskrise. Auch damals wurden sowohl neue Rekordhochs als auch immer größere Anteile von Wertpapierkäufen auf Kredit erreicht. Das zeigt Ihnen, wie wichtig es für Sie ist, nicht nur das zu sehen, was Ihnen die Massenmedien präsentieren, sondern die wirklichen Hintergründe zu kennen.

 

Quelle: Günter Hannich

Deflationsgefahr bleibt weiter hoch

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) ankündigte, will sie ihr Aufkaufprogramm für Anleihen ausweiten. Dazu soll das Volumen von 60 Milliarden Euro im Monat voll ausgeschöpft werden. Außerdem ist beabsichtigt, den aufzukaufenden Anteil vom Gesamtbestand einer Anleihe von 25 auf 33 Prozent zu erhöhen. Diese Maßnahme betrifft hauptsächlich Staatsanleihen von Euro Pleitestaaten.

Hintergrund sind neue Gefahren für das Wachstum und die Befürchtung, dass die Inflationsrate ins Minus geraten könnte. Dies zeigt sich daran, dass die EZB ihre Inflationsprognose für dieses Jahr von 0,3 auf nur noch 0,1 Prozent gesenkt hat.

Daran sehen Sie, dass diese ganzen EZB-Aktionen schon bisher real gar nichts bringen. Trotz Anleihenaufkäufen auf Rekordniveau sinkt die Inflationsrate weiter. Das bestätigt meine Erwartung, dass die EZB gegen eine aufkommende Deflation machtlos ist. Sie kann zwar dem Finanzmarkt und den Banken Geld zur Verfügung stellen, hat aber keinerlei Kontrolle darüber, ob dieses Geld auch beim Verbraucher und der realen Wirtschaft ankommt.

Insofern erleben wir aktuell auch eine trügerische Ruhe an den Finanzmärkten. Das Thema Euro-Krise taucht in den Massenmedien kaum noch auf. Dabei sind die Gefahren weiterhin groß. Im Endeffekt ist die Wahrscheinlichkeit für eine starke wirtschaftliche Korrektur sogar deutlich gestiegen.

Von der Deflation geht die große Gefahr aus – nicht von einer Inflation

Wenn es jetzt tatsächlich zu einem Crash kommt, dann wird die Wirtschaft durch den Konsumeinbruch deutlich in die Deflation abrutschen. Dann ist es eben auch egal, was die EZB dann macht. So wie heute auch wird das Aufkaufprogramm der EZB dann mehr oder weniger wirkungslos verpuffen – und das trotz der Milliardensummen die dort investiert werden.

Als einer der wenigen Experten für Deflation habe ich die Leser meines Börsendienstes schon frühzeitig auf die Gefahren einer Deflation hingewiesen. Diese Gefahr erkennen nur wenige Investoren – doch die Folgen sind deutlich heftiger als bei einer Inflation.

Zunächst ist es für Sie als Investor wichtig, hier Ihr Vermögen flexibel zu halten. So können Sie schnell umschichten, wenn es nötig ist. Zudem ist es wichtig sich einen Vorrat an Bargeld zuzulegen, um mindestens zwei Monate Ihres Lebensstandards damit finanzieren zu können.

 

Quelle: Günter Hannich