USA: Jetzt droh die nächste Kreditblase zu platzen

In den USA deutet sich erneut ein Drama am Kreditmarkt an. Sie erinnern sich vielleicht noch an die massiven privaten Schulden der US-Verbraucher im Vorfeld der Finanzkrise. Damals speisten sich die Schulden zum einen aus den extrem hohen Immobilienkäufen und zum anderen auch aus den hohen privaten Konsumschulden.

Jahrelang hatte sich die Lage dort etwas beruhigt. Im vergangenen Jahr ist nun aber die private Schuldenkrise in den USA wieder aufgetreten. Das vierte Quartal 2015 war dabei so etwas wie ein Wendepunkt. Allein in diesen drei Monaten haben die US Verbraucher so viele neue Kreditkartenschulden auf gebaut wie in den Jahren 2009,2010 und 2011 zusammen.

Das ist absoluter Irrsinn. Die US Verbraucher sind genau da, wo sich schon einmal vor zehn Jahren waren. Vor allen Dingen bestehen bei diesen Krediten fast nur Nachteile. Es gibt hohe Zinsen die gezahlt werden müssen und es drohen noch zusätzliche Gebühren falls die ausstehenden Beträge nicht rechtzeitig zurückgezahlt werden.

Mein Urteil ist deutlich: Kreditkarten sind überflüssig

Persönlich halte ich überhaupt nichts vom Einsatz von Kreditkarten. Wie Sie sicherlich wissen, bevorzuge ich das Bargeld. Nun sieht das im Alltag der USA deutlich anders aus. Dort werden selbst kleinste Beträge wie ein Kaffee oder ein kleiner Einkauf im Supermarkt mit der Kreditkarte bezahlt. Die US-Konsumenten machen sich überhaupt keine Gedanken darüber, die Karten einzusetzen.

Hier werden die negativen Effekte immer wieder ausgeblendet. Durch den massiven Einsatz von Kreditkarten ist es für die Unternehmen der Branche sehr einfach, Profile ihrer Kunden zu erzielen. Es ist halt leicht nachvollziehbar, wo die Kunden etwas für welchen Preis gekauft haben. Diese Daten sind extrem wichtig für den Einzelhandel und werden auch großen Händlern zur Verfügung gestellt.

Doch das volkswirtschaftlich größere Problem ergibt sich aus den nicht zurückgezahlten Schulden bei den Kreditkarten. Auch hier geht es in den USA wieder rasant nach oben. Rein rechnerisch beträgt beispielsweise der Schuldenstand der amerikanischen Familien bei den Kreditkarten durchschnittlich 7.879 Dollar. Diese Zahl allein sagt noch nicht viel aus. Doch es ist der höchste Stand seit der Finanzkrise 2009.

Während also die Gefahr einer weltweiten Rezession immer weiter ansteigt, nutzen die US Konsumenten weiterhin massiv die Möglichkeit der Kreditkarten aus. Das wird heftige Folgen für die weitere Entwicklung haben – da bin ich mir sicher.

 

Quelle: Günter Hannich

Neues Kapitel in Griechenland: Jetzt bekommen auch die Banken direkte Milliardenhilfen

Haben Sie den Begriff Zombiebanken schon einmal gehört? Damit werden Finanzinstitute umschrieben, die eigentlich nicht mehr überlebensfähig sind, aber dennoch durch Hilfsgelder künstlich am Leben gehalten werden. Was glauben Sie wohl, wo man aktuell solche Banken finden kann?

Die Antwort ist einfach: Im Bankensektor Griechenlands finden sich aktuell zahlreiche Zombiebanken. Jetzt macht eine dieser Banken wieder von sich reden. Die Piräus Bank, eines der führenden Finanzinstitute des Krisenlandes, wird mit Finanzhilfen von 2,72 Mrd. Euro aus dem europäischen Rettungsschirm ESM gestützt.

Hier wird einmal mehr Geld in ein marodes Finanzsystem gepumpt, das alleine nicht mehr überlebensfähig ist. Sie denken nun sicherlich, das ist ein harter Ausdruck. Doch der Blick auf den Kurszettel der großen griechischen Banken spricht seine eigene Sprache.

Aktienkurs der Piräus Bank hat 99% in einem Jahr verloren

So hat die Aktie der Piräus Bank in nur einem Jahr 99% an Wert verloren. Noch spannender ist eigentlich die Entwicklung seit der Einigung über das nächste Hilfsprogramm Griechenland. Dies ist gerade einmal wenige Monate her. Und tatsächlich haben sich nicht nur die Aktie der Piräus Bank bis zum Finden der Einigung sehr gut entwickelt.

Doch danach kam der freie Fall. Es wurde sehr schnell klar, dass bei den griechischen Finanzinstituten noch einen Milliardenbedarf an frischem Kapital notwendig ist. Jetzt bekommt die Piräus Bank eine Milliardenhilfe. Sie müssen sich vorstellen, dass dieses Finanzinstitut an der Börse derzeit nur noch mit 70 Mio. Euro bewertet ist und die Aktie bei einem Kurs von nur noch 0,01 Euro notiert.

Zudem ist die Piräus Bank kein Einzelfall. Auch die anderen großen Banken des Landes haben auf Jahressicht zwischen 80 und 90 % an Wert verloren. Das gilt auch für die Alphabank, das größte Finanzinstitut Griechenlands.

Zusätzlich ist die politische Situation in diesen Tagen alles andere als stabil. Ein weiteres Sparprogramm ist im griechischen Parlament jetzt erst einmal ins Stocken geraten. Griechenland steht auch Monate nach der Einigung mit den Geldgebern weiterhin finanziell mit dem Rücken zur Wand.

Das Drama geht unvermindert weiter – nur dass jetzt tatsächlich die Hilfsgelder auch an die Banken fließen. So sieht für mich keine Lösung der Finanzprobleme in Griechenland aus – jedenfalls nicht aus europäischer Sicht.

 

Quelle: Günter Hannich

Tsipras legt wieder los: Nach der Wahl neue Verhandlungen zum Hilfspaket

Das Drama um die Flüchtlinge in Europa beträgt nahezu alle anderen Themen. Dazu gehört auf jeden Fall auch die Euro Krise.

Noch vor wenigen Wochen hielt das Drama um das aktuelle Hilfspaket für Griechenland Medien in ganz Europa in Atem. Außerdem ist deutlich ruhiger geworden – obwohl Ministerpräsident zurückgetreten ist knapp zwei Wochen Neuwahlen geben wird.

Jetzt sagt sie Brass wieder für Schlagzeilen. Sollte er bei der als Sieger hervorgeht, will sie Brass noch einmal bei den Bedingungen des aktuell geltenden Hilfspakets nach verhandeln. So erklärte Citrus Sonntag:“ die Schlacht um seine Verbesserung ist noch längst nicht vorbei.

Tsipras will Erleichterungen für Griechenland herausholen

Sein Ziel bleibt es weiterhin Erleichterungen für Griechenland aus zu holen. Zudem sich für die Schaffung von tausenden neuen Arbeitsplätzen einsetzen, um sein Land wieder wirtschaftlich nach vorne bringen zu können.

Auch wenn die Politiker immer wieder erklären, dass die akuten Probleme in Griechenland erst einmal gelöst sind, zeigt sich jetzt doch, wie wenig sich die Geldgeber auf die Zusagen in der Krise verlassen können.

Klar ist: Tsipras ist im Wahlkampf. Er kämpft jetzt um eine Mehrheit für sein Linksbündnis Syriza. Doch mittlerweile haben die Konservativen der Nea Dimokratia deutlich aufgeholt und liegen Kopf an Kopf mit den Linken.

Hier sieht es jetzt so aus, als ob die Griechenland-Krise schon bald wieder auf der Tagesordnung der Politiker auftauchen wird. Dabei ist die Krise mit den aktuellen Hilfsprogrammen gar nicht zu lösen. Bei allen Bemühungen geht es immer nur darum, die negativen Folgen des Euros abzumildern.

Doch das kann nicht gelingen. Im Grunde wird in Griechenland seit Jahren versucht, das Schuldenproblem mit noch mehr Schulden in den Griff zu bekommen. Wie Sie sich vorstellen können, funktioniert diese Strategie nicht. Vielmehr wird jetzt immer mehr frisches Kapital in dem griechischen Fass ohne Boden versenkt.

Doch das Grundproblem beim Euro wird eben weiterhin nicht angetastet. Im Endeffekt ist es doch so, dass die einzelnen Staaten innerhalb der Währungsunion wirtschaftlich einfach viel zu verschieden sind. Dieses Ungleichgewicht konnte eben früher durch die freien Wechselkurse ausgeglichen werden. So etwas fehlt heute – und die Folgen sind eben in Krisenländern wie derzeit wieder in Griechenland ablesbar.

 

Quelle: Günter Hannich