Griechenland geht schon wieder das Geld aus

Die Lage in Griechenland ist dramatisch. Damit ist zum einen die Lage an der griechisch- mazedonischen Grenze gemeint. Dort stauen sich schon jetzt Tausende von Flüchtlingen, die nicht mehr über die Balkanroute weiter nach Mitteleuropa kommen können. Doch die Lage in Griechenland ist auch wirtschaftlich dramatisch.

Nun tauchen Einschätzungen aus Kreisen des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf, wonach Griechenland schon bald wieder vor massiven Zahlungsproblemen stehen könnte. So ist aus dem Umfeld des IWF zu hören, dass in Griechenland schon ab März Probleme bei der Bedienung der Schulden stehen könnten.

Immerhin sind bis dahin allein 5,5 Mrd. Euro an Schuldenrückzahlungen fällig. Doch nun vier Wochen davor ist überhaupt nicht klar woher das Geld kommen soll. Die planmäßigen Zahlungen an Griechenland werden nur dann weitergehen, wenn die Reformen auch tatsächlich im geforderten Maß umgesetzt werden. Genau daran hapert es einmal mehr in Griechenland.

IWF verlangt weitere Kürzungen bei den Renten – sonst fließt bald kein Geld mehr

Knackpunkt ist nach Einschätzung des IWF wohl weiterhin das Rentensystem. Hier sind grundsätzliche Änderungen notwendig. Doch wie soll das jetzt auf einmal umgesetzt werden? Zudem darf an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass die Rentenzahlung in vielen griechischen Familien mittlerweile die einzigen Einkommensquelle ist. Insofern ist dies ein extrem sensibler Punkt für viele Griechen.

Jetzt zeigt sich einmal mehr: Griechenland ist das Fass ohne Boden als dass ich es schon seit Jahren bezeichne. Im vergangenen Sommer wollten uns die Politiker in Brüssel und Berlin noch vollmundig erklären, dass jetzt eine Lösung für die Griechenland-Krise auf dem Tisch liegt mit den neuen Hilfszahlungen.

Damit hat sich die Lage in Griechenland nicht verbessert. Jetzt ächzt das Land auch noch unter den Belastungen der Flüchtlingskrise, denn Griechenland ist nun einmal das erste Land der Europäischen Union, das viele Flüchtlinge erreichen.

Nun versucht Griechenland durch die Belastung der Flüchtlingskrise vielleicht auch Erleichterungen bei den Sparauflagen durchzusetzen. Offiziell werden beide Komplexe in Brüssel bisher noch getrennt behandelt. Doch es nur eine Frage der Zeit bis sich das ändert. Einmal mehr steht Griechenland im Zentrum einer Krise. Das verheißt nichts Gutes für die Entwicklung kommenden Monaten.

 

Quelle: Günter Hannich

„Weiße Liste 2016“ – Das ändert sich für Sie zu Ihrem Vorteil (2)

Im neuen Jahr ändert sich auch etwas zum Positiven für Sie.

Wie ich Ihnen bereits aufgezeigt habe, sollen die Renten ab dem 1. Juli 2016 steigen. Zudem können Sie zukünftig nicht nur 80 Prozent sondern 82 % der Ausgaben für die Altersvorsorge steuerlich geltend machen. Der Grundfreibetrag steigt bei Ledigen um 180 Euro auf 8.652 Euro. Bei einem gemeinsam veranlagten Ehepaar auf 17.304 Euro. Die Freibeträge für den Lohnsteuerabzug gelten nun nicht mehr nur ein, sondern zwei Jahre lang.

Aber das ist noch nicht alles.

Bürokratieentlastungsgesetz

Am 1. Januar 2016 ist das sogenannte Bürokratieentlastungsgesetz in Kraft getreten. Vereinfacht gesagt sind Unternehmer, deren Gewinn jährlich nicht mehr als 60.000 Euro beträgt und die maximal 600.000 Euro umsetzen, von der Buchführungs-/Aufzeichnungs- sowie Bilanzierungspflicht befreit. Inklusive Erstellung eines Inventars.

Bislang lagen die Buchführungsgrenzen bei einem Gewinn von 50.000 Euro jährlich und/oder einem Umsatz von 500.000 Euro.

Aber Achtung: Für Personenhandelsgesellschaften (OHG, KG) gelten diese neuen Regelungen nicht!

Höhere Pauschalierungsgrenze für kurzfristig Beschäftigte

Durch das Bürokratieentlastungsgesetz wird auch die Verdienstgrenze für die Lohnsteuerpauschalierung von 62 auf 68 Euro angehoben.

Vielleicht wissen Sie: Die Lohnsteuerpauschalierung ermöglicht es Unternehmern, bei Aushilfen pauschal 25 % des Arbeitslohns als Lohnsteuer abzuführen. Diese Maßnahme ist eine Folge der Einführung des Mindestlohns. Denn 68 Euro entsprechen 8 Stunden a 8,50 Euro.

Durch das Bürokratieentlastungsgesetz gibt es noch weitere Vorteile: So werden Existenzgründern im Jahr ihrer Betriebseröffnung die Meldepflichten zur Umweltstatistik und zu verschiedenen Wirtschaftsstatistiken gestrichen. In den beiden folgenden Jahren müssen sie diesen nur dann nachkommen, wenn ihr Jahresumsatz 800.000 Euro übersteigt.

Mehr Kindergeld

Das Kindergeld wird um zwei Euro pro Monat angehoben. Eigentlich ein Witz, wie ich meine und kaum erwähnenswert.

Auch der Kinderfreibetrag steigt. Das Kindergeld für das erste und das zweite Kind beträgt damit monatlich jeweils 190 Euro. Für das dritte Kind 196 Euro. Für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 221 Euro.

Ebenso steigt der Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung. Und zwar um 96 Euro auf 4.608 Euro (2.304 Euro für jedes Elternteil). Der Kinderzuschlag für erwerbstätige Eltern mit geringem Einkommen steigt ab dem 1. Juli 2016 um 20 Euro auf maximal 160 Euro pro Monat.

Höheres BAföG

Ab dem Schulbeginn 2016 beziehungsweise ab dem Wintersemester 2016/17 erhöhen sich die BAföG-Bedarfsätze, wie es richtig heißt, um sieben Prozent.

Das heißt, dass Studierende mit eigener Wohnung bis zu 735 Euro monatlich erhalten können. Diejenigen, die bei den Eltern wohnen, maximal 537 Euro.

Höhere Hartz-IV- und Sozialhilfesätze

Die Hartz-IV-Sätze werden um fünf Euro angehoben auf nun 404 Euro monatlich. Ehe- und Lebenspartner erhalten 364 Euro. Die Hartz-IV-Leistungen für Kinder bis sechs Jahre erhöhen sich um drei Euro auf 237 Euro. Für Kinder zwischen sieben und 14 Jahren ebenfalls um drei Euro auf 270 Euro. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren auf 306 Euro im Monat.

Analog dazu steigen die Sozialhilfesätze.

Mehr Unterhalt als Sonderausgaben absetzbar

Vielleicht wissen Sie: Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehepartner können bis zu einem Betrag von 13.805 Euro jährlich als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Der Betrag dieser „außergewöhnlichen Belastung“ ist um 180 Euro angehoben worden.

Im 3. Teil zeige ich Ihnen weitere Vorteile auf, die Sie aufgrund neuer Gesetze haben, die zu Beginn des Jahres in Kraft getreten sind.

 

Quelle: Guido Grandt

Griechenland vor der Staatspleite – Eurokraten in Panik

Sie wissen: am vergangenen Donnerstag hat das Treffen der Euro-Finanzminister keine Einigung über die griechische Schulden-Krise gebracht. Die Eurokraten sind nun in heller Panik.

Der letzte Krisengipfel vor dem Zerfall

Heute findet daher ein Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs statt. Eilig einberufen von EU-Präsident Donald Tusk.

Es wird wahrscheinlich der letzte dieser Art sein. Dabei wird sich wohl entscheiden, ob Griechenland gerettet wird oder aus der Eurozone ausscheidet.

Showdown, sage ich Ihnen!

Ein kleines Land gegen die EU-Finanzdiktatur

Das erste Mal in der Geschichte der EU stellt sich ein Land gegen die „heilige Dreifaltigkeit“. Von der manch einer gar von einer „Finanzdiktatur“ spricht: EU-Kommission, EZB und IWF.

Die griechische Regierung ist nicht mehr bereit dazu, sich mit weiteren Sparreformen, die von der Troika angeordnet werden, erpressen zu lassen. Deshalb lehnt sie es ab, neue Vorschläge zu machen.

Die Vorschläge von der Troika hingegen nannte Griechenlands Premier Alexis Tsipras „kriminell“. Damit meint er insbesondere die geforderten weiteren Einschnitte in das Rentensystem. Selbst wenn die Altersruhegelder einen großen Teil der Staatsfinanzen ausmacht.

Die Bundeskanzlerin zieht bei den Griechen die Daumenschrauben an

Wie reagiert die Bundeskanzlerin Angela Merkel? Das kann ich Ihnen sagen. Sie beharrt weiter eisern auf Reformzusagen aus Athen.

Ganz nach dem Motto: Nur Hilfe bei Gegenleistung. Sprich Reformen. Doch gerade die seien immer wieder verschleppt worden.

Drohungen des IWF

Und auch IWF-Chefin Christine Lagarde drohte den Griechen, sie sollen ihre Schuldenzahlung in Höhe von 1,6 Milliarden Euro, die am 30. Juni beim IWF fällig ist, pünktlich bezahlen.

Es würde keine „Gnadenfrist“ geben. Und gleichzeitig pocht sie auf eine weitere Reform der Renten.

Mit diesem Jargon schießt sich Lagarde selbst ins Abseits. Denn gerade auch der IWF ist es, der in Griechenland total versagt hat.

Warum, das sage ich Ihnen nachfolgend.

Das Versagen des IWF

Der IWF lieferte in der Vergangenheit in der Griechenlandfrage immer wieder falsche Prognosen. Erkannte selbst Fehler der griechischen Statistik-Behörde nicht.

Wer das sagt, kann ich Ihnen auch verraten: kein anderer, als der Harvard-Ökonom Dani Rodrik.

Und darum geht’s unter anderem:

Schon seit drei Jahrzehnten ist dem IWF bekannt, dass die Exporte der griechischen Reedereien strukturell entweder falsch oder gar nicht erfasst sind. Mit kolossalen Auswirkungen.

Zwar gibt es Berichte darüber. Überprüft wurde dies jedoch vom IWF nicht. Obwohl er eigentlich für die Analyse der Zahlungsbilanzstatistik verantwortlich ist. So sind in der Leistungsbilanz fälschlicherweise sehr hohe Defizite ausgewiesen.

Griechenland vor einem Bürgerkrieg?

Die Hellenen sind geteilt angesichts des drohenden Grexit. So demonstrierten vergangene Woche Zehntausend in Athen für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone.

Andere wiederum protestierten gegen Griechenlands Gläubiger. Sprich gegen die Troika & Co.

Das Land ist tief gespalten über seine Zukunft. Und das birgt große Gefahren.

Sogar die eines Bürgerkriegs. Ausgelöst durch die verheerende Finanzpolitik der EU!

„Rette sich wer kann!“ – Griechen bringen ihr Geld in Sicherheit

Aufgrund der drohenden Staatspleite und des Tauziehens zwischen der linken Regierung in Athen und den Finanzdiktatoren aus Brüssel machen die Griechen das einzig richtige:

Sie bringen ihr Geld in Sicherheit solange sie noch können.

Also bevor die Regierung Kapitalverkehrskontrollen verhängt, um den Geldabfluss drastisch einzuschränken.

Milliarden von den Konten abgehoben

Um Ihnen das an einem Beispiel zu verdeutlichen:

Alleine zwischen Montag und Mittwoch letzter Woche zogen die Griechen an die zwei Milliarden Euro von ihren Konten ab.

Von Januar bis Ende Mai 2015 waren es über 29 Milliarden Euro.

Was Sie daraus lernen können

Wenn Gefahr droht, dann sollten Sie es machen wie die Griechen: Kein Bargeld mehr auf Ihrem Bankkonto horten.

Sicherer ist es in Ihrem Privatsafe. Da haben Sie zumindest jederzeit Zugriff darauf und stehen nicht irgendwann einmal vor geschlossenen Banken oder eingeschränkten Konten.

 

Quelle: Guido Grandt