Crashindikator: Immer mehr Hedgefonds müssen schließen

Selbst die Investment-Profis kommen in der aktuellen Marktphase immer mehr an ihre persönlichen Grenzen. Das zeigen neue Zahlen zur Entwicklung bei den Hedgefonds.

Wie die Financial Times berichtet, hat es seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr so viele Schließungen von Hedgefonds gegeben wie letztes Jahr. Im Jahr 2015 mussten 979 Hedgefonds weltweit schließen. Hedgefonds sind Fonds, welche das Ziel haben durch hohe spekulative Risiken große Gewinne zu erwirtschaften.

Wenn selbst diese Branche jetzt zunehmend in Schwierigkeiten gerät, dann zeigt das Ihnen, wie instabil inzwischen der Finanzmarkt geworden ist. Gleichzeitig sehen Sie daran, dass im heutigen Niedrigzinsumfeld nur noch mit extremen Risiken überhaupt Gewinne zu erwirtschaften sind.

Wichtig für Ihr Verständnis: Hedgefonds können auf die verschiedensten Anlageklassen setzen. Oft setzen die Profis auf fallende Kurse – aber auch ganz normal auf steigende Kurse bei Aktien. Doch insgesamt ist es eben immer schwieriger geworden, überhaupt noch Renditen am Markt zu erzielen. Wenn nun immer mehr Profis mit ihren Spekulationen scheitern, ist das kein gutes Zeichen.

Niedrigzinsphasen dauern nicht sehr lange – danach droht ein Crash

Das sind für mich eindeutige Indizien die für einen baldigen Crash sprechen. Es ist ein großer Irrtum vieler Anleger davon auszugehen, die heutige Lage würde noch Jahrzehnte so weitergehen. Im Gegenteil zeigt die Geschichte, dass Niedrigzinsen niemals mehr als wenige Jahre haltbar sind, bis das Finanzsystem crasht.

So fielen die Zinsen auch vor der Weltwirtschaftskrise 1930 massiv bis auf nur noch ¼ Prozent – bis es dann im Oktober 1929 durch den Crash an der Wallstreet zum Kollaps kam. Die Weltwirtschaftskrise dauerte dann in den USA ganze 10 Jahre und endete direkt im Zweiten Weltkrieg.

Was dann kommt, sind heute nicht noch weiter fallende Zinsen, sondern der Zins steigt sprunghaft an, weil die Risikozuschläge zum Zins zunehmen. Je größer das Marktrisiko wird, umso mehr gehen die Zinssätze dann in der Krise nach oben. Für Sie ist daher die Absicherung extrem wichtig. Wie Sie das am besten machen, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

 

Quelle: Günter Hannich

Bill Holter: »Der Kollaps spielt sich direkt vor unseren Augen ab!«

Die häufigste Frage die ich höre ist: »Wann?« Wann kollabiert das System? Wann werden wir einen Reset erleben?

Ich finde, das ist eine sehr seltsame Frage. Seltsam, weil wenn man mit genügend Abstand schaut, dann sollte man in der Lage sein zu erkennen: »Wir beobachten, wie es gerade passiert!«

Wir sind alle so nah dran und beobachten die täglichen Bewegungen, dass wir Gefahr laufen, das große Bild verpassen. Verstehen Sie mich nicht falsch, viele wissen, dass wir systemisch gesehen Pleite sind, aber das tägliche Suchen nach dem Moment, an dem die Lichter ausgehen, geht weiter. Der Punkt ist, der Kollaps spielt sich direkt vor unseren Augen ab. »Wann« ist ein laufender Vorgang und Sie schauen gerade zu, wie Geschichte geschrieben wird!

Die globale Realwirtschaft befindet sich in einem ernsthaften Abschwung. Man benötigt keine weiteren Beweise dafür, als den rückläufigen Handel und die fallenden Ölpreise. Wenn Sie mehr Beweise dafür haben möchten, dann lesen Sie die Liste, die Michael Snyder kürzlich für Sie zusammengestellt hat. Was aktuell ist und was bereits geschehen ist, ist beispiellos. Nochmal, warum sollte man nach dem »Wann?« fragen, wenn man dabei zuschauen kann, wie es gerade geschieht?

Aus finanzieller Sicht beobachten wir ebenfalls, wie sich der Kollaps entfaltet. Die Gewinne kollabieren in vielen verschiedenen Branchen. Genau wie es beim Crash 1987, in 2000 und wieder 2008 geschehen ist, beobachten wir, das tägliche Gemetzel nach der Veröffentlichung von schwachen Ergebnissen oder Prognosen.

Credit Default Swaps lösen sich in vielen Branchen in Luft auf, wobei die offensichtlichen und vermutlich auch wichtigsten die Sektoren Energie und Banken sind. Die weltweiten Kreditmärkte erleben, wie diverse Unternehmensanleihen regelmäßig um 5 und 10 % kollabieren und dies branchenunabhänig! Auch hier beobachten wir, wie sich der Kollaps unmittelbar vor unseren Augen abspielt, aber die Frage ist immer noch »Wann«?

Natürlich sind wir an diesem Finanz-/Wirtschaftspunkt der Geschichte quasi mit den Zentralbankern als Busfahrer angekommen. Wenn man auf 1987, 2000 und 2008 zurückblickt, dann können wir sehen, dass die Reaktion jeweils “Lockerung“ hieß.

Die letzte Episode 2008 bedurfte mehr als $ 20 Billionen, um das System vor dem Infarkt zu bewahren. Seitdem haben sich Zentralbanken auf der ganzen Welt und die Staatsschulden bis zum Punkt der Insolvenz überzogen und trotzdem glauben manche, dass sie noch einmal die Kurve kriegen. Das einzig verbliebene Werkzeug ist das einzige Werkzeug, was ihnen jemals zur Verfügung gestanden hat: “das Gaspedal“ noch weiter durchzudrücken.

Das Problem ist jetzt das “noch weiter“. Das kann nur Negativzinsen bedeuten, was das System in einzelnen Bereichen und letztlich in Gänze in den Bankrott treibt. Es gibt keine logische Erklärung für Negativzinsen oder warum sie… weiterlesen

 

Quelle: Bill Holter (N8Waechter)

„Der Weltensturm“(1)

Die aktuelle Flüchtlingskrise verdrängt die ökonomischen Katastrophen, vor der die ganze Welt steht. Auch wenn Ihnen Politiker, vor allem in Europa, in Deutschland, immer wieder das Gegenteil erzählen.

Lesen Sie weiter, wenn Sie den Mut dazu haben!

Schlechter Jahresstart

Wahrscheinlich wissen Sie nicht, dass die ersten drei Januarwochen 2016 für die Märkte die schlechtesten seit Jahrzehnten waren.

Vor allem der starke Dollar macht in Europa Probleme. Denn dieser drückt die Gewinne der Auslandsgesellschaften der Konzerne, die international tätig sind, weiter nach unten. Das schlägt sich zum Teil auch auf die Gewinne der Exportunternehmen nieder.

Hinzu kommt eine sich wohl auch weiter abschwächende Konjunktur. Insbesondere in den Vereinigten Staaten aber auch in der Industrie allgemein.

Weitere Zinserhöhungen durch die Fed?

Sorgen bereiten auch die von der US-Notenbank angedeuteten weiteren Zinserhöhungen. Mitte Dezember 2015 hat die Fed die Zinsen um 0,25 Prozent angehoben. In diesem Jahr sollen vier weitere Zinsschritte folgen. Also eine vierteljährliche Zinsanpassung.

Das sorgt für Unruhe an den Märkten, auch wenn gerade das Gegenteil erreicht werden soll. Denn eine weitere Dollaraufwertung, mit all seinen verschiedenen Auswirkungen, wird erwartet.

China: Überbewerteter Aktienmarkt

Aber auch in Asien schrillen sämtliche Alarmglocken.

Nehmen Sie China: Der dortige Aktienmarkt ist hoffnungslos überbewertet.

Zumeist sind die „großen Brocken“ im Index Staatsunternehmen. Und diese haben kaum Aussicht auf eine positive Gewinndynamik. Zumindest nicht mittelfristig.

Risiko chinesische Bausektor

Auch die chinesischen Banken könnten ins Trudeln geraten und damit einen Tsunami an den Finanzmärkten auslösen. Ich sage Ihnen auch, warum: Seit einigen Jahren gibt es im Land der Mitte einen kreditfinanzierten Boom im Bau und Immobiliensektor. Doch rund 70 Millionen Wohnungen stehen leer. Und damit meine ich jene in den Provinzen und nicht etwa in den Großstädten. Zum Teil befinden sich Staatsunternehmen im Infrastruktur- und im Zulieferbereich bereits vor der Zahlungsunfähigkeit.

Ein weiteres Problem: Banken haben ihre Kredite auf diese Kundensegmente ausgerichtet. Jetzt schlummert in ihnen geradezu eine Zeitbombe mit faulen Krediten. Wenn diese in die Luft geht, dann wird der Bankensektor kollabieren.

Trudelnder Yuan

Um dies zu verhindern wird die chinesische Zentralbank nicht umhin kommen, die Zinsen zu senken. Das wiederum übt massiven Druck auf den Yuan aus, der – wie Sie vielleicht wissen – vom Dollar abgekoppelt wurde. Doch er befindet sich in einer Abwertungsspirale. Seit Sommer 2015 fiel er um rund 6 Prozent gegenüber dem Dollar. 10 bis 15 Prozent werden noch folgen, geht es nach verschiedenen Experten.

Was geschieht? Die Kapitalflucht in China wird sich rasant beschleunigen. Und dafür müssen auch die anderen Industrieländer einen bitteren Preis bezahlen. Exportorientierte Mittelständler aber auch Großunternehmen können schon jetzt Gebete sprechen.

Risiko Billig-Öl

Ein weiteres Damoklesschwert, das über der Weltwirtschaft hängt, ist der Zerfall des Erdölpreises. Dieser hat eine wahre Auseinandersetzung um Markanteile entfacht. Vor allem in Asien und Europa.

Die Öllager sind voll. Hinzukommt der Iran, der nach Aufhebung der Sanktionen ebenfalls den Markt überschwemmt. Auch der milde Winter – abgesehen vom schweren Wintereinbruch in den USA in den letzten Tagen – tut sein übriges dazu. Alles Faktoren, die nicht etwa die Nachfrage nach Erdöl schlagartig steigert. Der Preis wird wohl dementsprechend noch einige Zeit am Boden bleiben.

Das alles führt dazu, dass die stark verschuldeten Erdölproduzierenden Schwellenländer in große Probleme kommen. Der Absturz des Ölpreises und die Aufwertung des Dollars ist sprichwörtliches Gift für sie. Ihre Fähigkeit die Schulden zu bedienen sinkt daher immer weiter.

Im 2. Teil gehe ich auf die immensen Risiken in den Schwellenländern ein. Vor allem aber auf die in Europa. Seien Sie gespannt!

 

Quelle: Guido Grandt

Das Lehman Brothers-Komplott – So stürzte die Welt und Ihr Vermögen in die Krise! (3)

Der G7-Gipfel ist vorbei, die Finanzkrise nicht.

Ich habe Ihnen aufgezeigt, dass diese durch den Fall der viertgrößten US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers ausgelöst wurde.

Wie die anderen auch, verzockte sie sich vor allem mit Subprime-Krediten beziehungsweise riskanten Finanzderivaten, die ihren Erfindern zuvor noch Rekordgewinne gebracht hatten.

Die wahren Hintergründe blieben lange verborgen

Vor kurzem erst packte Richard Severin Fuld, der ehemalige Chef der US-Bank Lehman Brothers aus. Auf einer Pressekonferenz in New York verriet er, dass seine Bank zum Zeitpunkt des Untergangs „kein bankrottes Unternehmen“ gewesen sei. Sondern es habe sich um einen „angeordneten Bankrott“ gehandelt.

Das heißt nichts anderes, als dass irgendjemand von „oben“ den Niedergang der Bank anordnete. Und damit die Finanzkrise erst auslöste. Und das konnte nur die US-amerikanische Regierung in Vertretung des damaligen Finanzministers Henry M. Paulson gewesen sein.

Übrigens ein Bekannter von LB-Boss Fuld.

Die „gewollte“ und „bestellte“ Krise

So hat die LB-Pleite einen für die Öffentlichkeit „verborgenen“ Mechanismus ausgelöst, die ohne eine solche politisch nicht hätte durchgesetzt werden können: Großbanken, die ebenfalls vor dem Bankrott standen, wurden von Regierungen gerettet.

In den USA waren dies beispielsweise die Großbanken Bear Stearns, Fannie Mae und Freddie Mac.

Noch einmal: mit der Pleite von Lehman Brothers wurde geradezu „gewollt“ eine globale Krise bestellt. Mit dem Hintergrund, marode Banken, die sich über alle die Jahre hinweg verzockt und Riesengewinne eingestrichen hatten, zu retten!

Nur aufgrund einer globalen Finanzkrise konnte man die Bankenrettungen schließlich politisch umsetzen.

Der große Raubzug konnte beginnen

So konnte der „größte Raubzug der Geschichte“ durch- und umgesetzt werden.
Risiken und Schulden wurden und werden durch die Krisenpolitik immer mehr auf Bürger und Sparer abgewälzt.

Als regelmäßiger Leser von Unangreifbar Leben wissen Sie sehr genau, was ich meine!

Warum wurde Lehman Brothers nicht gerettet?

Zu Recht werden Sie jetzt einwenden, dass aber gerade Lehman Brothers ja eben nicht gerettet wurde.

Nachfolgend verrate ich Ihnen auch, warum.

Es hat mit Europa zu tun. Und mit Deutschland.

Bundesbank-Milliarden standen bei LB im Feuer

Auch die Deutsche Bundesbank hatte bei der Pleitebank noch eine Rechnung offen. Eine nicht geringe: 8,5 Milliarden Euro.

Diese Verbindlichkeiten entstanden ausschließlich aus geldpolitischen Refinanzierungsgeschäften.

Und zwar so: In Frankfurt hatte die Lehman Brothers Bankhaus AG (LBB) ihre geldpolitischen Geschäfte mit dem Eurosystem und der EZB über die Bundesbank abgewickelt. Hatte somit über die deutsche Zentralbank Zugang zur europäischen Geldpolitik,

Inzwischen flossen von den offenen Forderungen der Bundesbank wieder 7,4 Milliarden Euro zurück. Sehr ungewöhnlich…

Wurde LB wegen Ihres Europaengagements „geopfert“?

Auf gut deutsch: Was wenig bis gar nicht in der Öffentlichkeit bekannt ist: Zu den Einlegern bei der US-amerikanischen Pleitebank gehörten vor allem europäische Sparer! Ebenso Kommunen und Institutionen.

Wurde gerade deshalb die LB „geopfert“, weil sie vor allem am europäischen Markt aktiv war?

Ich bin felsenfest davon überzeugt.

Politiker verschwiegen die „angeordnete“ LB-Pleite

Was ich Ihnen damit sagen will: Die Politik hat über die wahren Gründe der Lehman Brothers-Pleite gelogen. Erst durch die Aussage des ehemaligen LB-Bosses Richard Severin Fuld vor kurzem, kam das alles heraus.

Ich erinnere an seine Worte: Er verriet, dass es sich beim Niedergang seiner Bank um einen „angeordneten Bankrott“ gehandelt hätte.

Angeordnet! Das heißt, jemand von oben hat das entschieden.

Sie wissen jetzt, dass es die amerikanische Regierung war. Um absichtlich eine Krise auszulösen, damit die „Kasino-Banken“, die sich verzockt hatten, nachdem sie riesige Gewinne eingestrichen hatten, gerettet werden konnten. Und zwar weltweit!

Glauben Sie nicht blind, was man Ihnen sagt!

Deshalb: Glauben Sie die öffentlichen Statements von Politikern und Bankern nicht blind!

Vor allem nicht vollmundigen Verkündigungen wie nach dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau.

 

Quelle: Guido Grandt

Was erwartet uns nach Tag X? Wie sich Regierungen und IWF auf den kommenden Crash vorbereiten

Was erwartet uns nach Tag X?
Wie sich Regierungen und IWF auf den kommenden Crash vorbereiten

Die Zahl der Superlative auf dem Finanzsektor nimmt fast täglich zu. Ob es um die Stände an Aktien-, Anleihen- oder Immobilienmärkte geht, die Höhe der globalen Staatsverschuldung, die Menge künstlich geschaffenen Geldes oder das inzwischen unter Null gedrückte Niveau von Niedrigzinsen – die Finanzwelt eilt von einem Extrem zum nächsten.

Die Frage, ob der nächste Crash bei derartiger Überhitzung noch aufzuhalten ist, beantwortet die Geschichte: Die Welt hat bereits mehrmals (zuletzt 1998 und 2008) am Rande des Finanzkollapses gestanden. Jedes Mal haben Politiker versprochen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und die Finanzindustrie in ihre Schranken zu weisen. Jedes Mal haben sie nicht nur ihr Wort gebrochen, sondern anschließend sogar mitgeholfen, die Entwicklung weiter voranzutreiben und die Welt auf direktem Weg in den nächsten Zusammenbruch zu treiben.

Der Siegeszug des Neoliberalismus

Auch wenn niemand voraussagen kann, wann es zum nächsten Crash kommt, steht doch eines fest: Die Politik wird ihn nicht aufhalten. Sie könnte das auch gar nicht, denn spätestens seit der Jahrtausendwende wird der Lauf der Dinge nicht mehr von der Realwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Politik, sondern allein von den Interessen der Finanzindustrie bestimmt.

Hintergrund ist der Siegeszug des Neoliberalismus, der in den Siebziger Jahren Einzug in die globale Politik gehalten und sie in den Neunziger Jahren vollständig unter seine Kontrolle gebracht hat. Die Liberalisierung der Kapitalmärkte, die Deregulierung des Finanzsystems und die Privatisierung ehemals staatlicher Wirtschaftsbereiche haben dafür gesorgt, dass sich der Finanzsektor, früher ein wichtiger Teil der Realwirtschaft, von ihr abkoppeln konnte und mittlerweile ein unkontrolliertes Eigenleben führt, das allgemein unter dem Namen „die Finanzmärkte“ bekannt ist.

Diese Finanzmärkte, inzwischen sieben bis zehn Mal so groß wie die Realwirtschaft, werden von einer winzigen Gruppe von ca. 2.500 Milliardären beherrscht. Während sie als Investoren von Hedgefonds, Banken, Versicherungen und transnationalen Konzernen bis auf wenige Ausnahmen im Verborgenen bleiben, sorgen hochbezahlte Manager dafür, dass ihr Vermögen unablässig wächst.

Die Aufgaben der Politik

Politikern fallen in diesem Szenario drei Rollen zu: Die erste ist die des Vermittlers, der der Bevölkerung die Maßnahmen, die der Finanzelite nützen und den Menschen schaden, als notwendig und unumgänglich zu verkaufen hat – der zum Beispiel arbeitslosen Jugendlichen und am Existenzminimum lebenden Rentnern klarmachen muss, dass es zu ihrem Vorteil ist, wenn sie die Gürtel zugunsten der Staatsfinanzen enger schnallen, während milliardenschwere Spekulanten ihre Gewinne unbehelligt in Offshore-Steuerparadiesen horten.

Die zweite Aufgabe der Politik besteht darin, alle rechtlichen und gesellschaftlichen Hindernisse, die den Interessen der Finanzelite entgegenstehen, aus dem Weg zu räumen. Meilensteine dieser Entwicklung waren u.a. die Abschaffung des Trennbankensystems (es schützte Einleger, indem es hochriskante Geschäfte mit ihren Geldern verbot), die Rettung bankrotter Banken mit Hilfe öffentlicher Geldern und die Nicht-Verfolgung krimineller Banker und Spekulanten.

Die dritte – und seit einiger Zeit vordringlichste – Aufgabe der Politik ist es, ein Instrumentarium zu schaffen, mit dem auch die Kosten der nächsten Krise soweit wie irgend möglich auf die arbeitende Bevölkerung abgewälzt werden können. Zu diesem Zweck sind nach 2008 Austeritätsprogramme geschaffen worden, mit denen Renten und Mindestlöhne gesenkt, der Arbeitsmarkt
„flexibilisiert“, Steuern erhöht und staatliche Bedienstete zu Hunderttausenden entlassen worden sind. Mit welcher Härte hierbei vorgegangen wurde, zeigt das Beispiel Griechenlands, wo nach sechs Austeritätsrunden jeder zweite Jugendliche ohne Arbeit ist und eine Million Rentner seit über einem Jahr von weniger als 500 Euro im Monat leben müssen.

Vom Bail-out zum Bail-in

Ein zweites Instrument ist der unter dem Vorwand, die Banken seien „too big to fail“, geschaffene Bail-Out – die Rettung privater Banken mit öffentlichen Geldern. Da Bail-outs aber riesige Löcher in die Staatshaushalte gerissen haben und angesichts des zu erwartenden Finanzbedarfs im Fall des kommenden Crashs nicht ausreichen werden, haben Politiker die vergangenen zwei Jahre genutzt, um ein 2012 vom IWF vorgeschlagenes neues Instrument gesetzlich zu verankern: den Bail-in. Dieses bereits auf Zypern erfolgreich erprobte Mittel bedeutet nichts anderes, als dass im Fall des Crashs die Bankkonten von Einlegern und Sparern ab einer (vorerst auf 100.000 Euro) festgelegten Höhe eingefroren werden, um diese im Bedarfsfall zur Deckung der Verluste der jeweiligen Bank einzusetzen. War der Bail-out bereits eine umfassende Vermögensumschichtung von der arbeitenden und steuerzahlenden Bevölkerung zu den steuerbegünstigten Ultrareichen, so handelt es sich beim Bail-in um nichts anderes als den juristisch abgesicherten Zugriff des Staates auf die Konten seiner Bürger.

Sollte selbst diese Lösung nicht ausreichen (weil möglicherweise zu viele Anleger ihr Geld rechtzeitig von der Bank abheben), hat der IWF bereits gedanklich vorgesorgt: In seiner Publikation „Taxing Times“ („Zeit für Steuern“) vom Oktober 2013 schlägt die mächtigste Finanzorganisation der Welt eine „einmalige Vermögensabgabe – eine einmalige Steuer auf Privatvermögen“ vor – ein Generalangriff vor allem auf die Mittelschicht, die ihre Vermögen nicht wie die Ultrareichen in Stiftungen oder Steuerparadiesen verstecken und so dem Zugriff des Staates entziehen kann.

Damit nicht genug. Um den Betroffenen jede Möglichkeit zu nehmen, sich vor einer Enteignung durch Bail-in oder einmalige Vermögensabgabe zu schützen, arbeiten Politik und Mainstream-Medien derzeit mit Hochdruck daran, die Bevölkerung auf eine weitere – überaus wichtige – Maßnahme einzustimmen: Die Abschaffung des Bargeldes. Unter dem Vorwand, „Transparenz“ zu schaffen, Finanztransaktionen zu erleichtern und Geldwäsche zu verhindern, wird den Menschen eingeredet, dass es in ihrem Sinne wäre, auf die Zahlung mit Bargeld zu verzichten. Wahre Absicht ist einzig und allein, dem Staat auf diese Weise Zugriff auf das gesamte Vermögen der arbeitenden und steuerzahlenden Bevölkerung zu verschaffen, damit er diese im Falle eines Crashs in angemessener Höhe enteignen kann.

Sonderziehungsrechte des IWF als künstliche Weltwährung

Sollte auch das nicht ausreichen, steht den Zentralbanken in Zukunft ein bereits in der jüngeren Vergangenheit exzessiv angewandtes weiteres Mittel zur Verfügung: das Drucken von Geld. Seit der Krise von 2008 sind bereits Billionen von US-Dollar, Yen (schon seit 2001) und Euro aus dem Nichts geschaffen und der Finanzelite zu Nahe-Null-Zinsen zur Aufhellung von Bilanzen und zur Spekulation an den Finanzmärkten zur Verfügung gestellt worden. Weil sich die daraus resultierende Inflation im Wesentlichen an den Anleihen-, Aktien- und immobilienmärkten und nur zu einem geringen Teil in der Realwirtschaft niedergeschlagen hat, ist die schleichende Enteignung (und um nichts anderes handelt es sich beim Drucken von Geld) den meisten Menschen bisher entgangen.

Das wird aber nicht auf Dauer so bleiben, aber auch für diesen Fall werden bereits Vorkehrungen getroffen: Mit der für den Oktober geplanten Aufnahme des chinesischen Yuan in den Korb seiner Sonderziehungsrechten (SZR) bereitet der IWF sich darauf vor, im Extremfall mit seiner eigenen Währung ins internationale Geschehen einzugreifen. Es wäre nicht das erste Mal: Von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat der IWF nach zwei Eingriffen zu Beginn und zu Ende der Siebziger im Jahr 2009 mit umgerechnet etwa $ 300 Mrd. maßgeblich zur Stabilisierung des globalen Finanzsystems beigetragen.

Da SZR nicht als Geld in Umlauf gebracht, sondern nur als Zahlungsmittel zwischen Staaten gehandelt werden, brächten sie im Krisenfall zwei große Vorteile für die beteiligten Regierungen mit sich: Ihr Einsatz würde von der Öffentlichkeit kaum bemerkt werden und die inflationären Folgen des Gelddruckens würden sich erst mit Verzögerung und dann gleichzeitig auf alle fünf im Währungskorb beteiligten Währungen auswirken. Das wiederum würde die schleichende Enteignung der Bürger nicht wie das Ergebnis der Politik einer Regierung, sondern – zur Freude der Finanzindustrie – wie ein alle und jeden betreffendes Naturereignis erscheinen lassen.

Aufschub statt Problemlösung

Wie man sieht, gehen Regierungen und IWF den bevorstehenden Turbulenzen keineswegs unvorbereitet entgegen, sondern wappnen sich unter Hochdruck auf die kommenden Ereignisse. Dabei ist sämtlichen Maßnahmen – vom Bail-in über die Vermögensabgabe und die Abschaffung von Bargeld bis hin zur Schaffung einer künstlichen Weltwährung – eines gemeinsam: Sie lösen keines der Grundprobleme unserer Zeit, sondern dienen ausschließlich dazu, Zeit zu gewinnen und ein System am Leben zu erhalten, das die Interessen einer winzigen Elite bedient, den Lebensstandard der überwiegenden Mehrheit auf Dauer senkt und die Welt damit ungleicher, ungerechter und unsozialer macht.

 

Quelle: Von Ernst Wolff.
Als PDF auf Free21.
https://free21.org/…/was_erwartet_uns_am_tag_x_-_ernst_wolf…